Rothenburg ob der Tauber

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rothenburg ob der Tauber
Rothenburg ob der Tauber
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rothenburg ob der Tauber hervorgehoben
49.377510.178888888889430Koordinaten: 49° 23′ N, 10° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Höhe: 430 m ü. NHN
Fläche: 41,45 km²
Einwohner: 10.926 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 264 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91541
Vorwahl: 09861
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 193
Stadtgliederung: 39 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
91541 Rothenburg ob der Tauber
Webpräsenz: www.rothenburg.de
Oberbürgermeister: Walter Hartl („Für Rothenburg“)
Lage der Stadt Rothenburg ob der Tauber im Landkreis Ansbach
Landkreis Donau-Ries Ansbach Fürth Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Fürth Landkreis Roth Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Unterer Wald Lehrberg Adelshofen (Mittelfranken) Bechhofen (Mittelfranken) Bruckberg (Mittelfranken) Buch am Wald Burk Colmberg Dentlein am Forst Diebach Dietenhofen Dinkelsbühl Dombühl Ehingen (Mittelfranken) Feuchtwangen Flachslanden Gebsattel Gerolfingen Geslau Heilsbronn Insingen Langfurth Leutershausen Lichtenau (Mittelfranken) Merkendorf (Mittelfranken) Mönchsroth Neuendettelsau Neusitz Oberdachstetten Ohrenbach Petersaurach Röckingen Rothenburg ob der Tauber Rügland Sachsen bei Ansbach Schillingsfürst Schnelldorf Schopfloch (Mittelfranken) Steinsfeld Unterschwaningen Wassertrüdingen Weidenbach (Mittelfranken) Weihenzell Weiltingen Wettringen (Mittelfranken) Wieseth Windelsbach Windsbach Wittelshofen Wörnitz (Gemeinde) Wolframs-Eschenbach Wilburgstetten Ornbau Mitteleschenbach Herrieden Dürrwangen Burgoberbach Aurach (Landkreis Ansbach) Arberg Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Rothenburg ob der Tauber ist eine bayerische Kleinstadt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach. Bis 1803 war sie eine Reichsstadt und ist heute mit ihrer weitgehend erhaltenen mittelalterlichen Altstadt eine weltbekannte Touristenattraktion. Die Stadt war bis 1972 kreisfrei und Sitz des gleichnamigen Landkreises Rothenburg ob der Tauber. Bei der Gebietsreform in Bayern 1972 kamen Stadt und Landkreis zum Landkreis Ansbach. Zum Ausgleich für den Verlust der Kreisfreiheit und des Sitzes des Landkreises wurde die Stadt zugleich zur Großen Kreisstadt erhoben.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Rothenburg ob der Tauber liegt etwa 60 km westlich von Nürnberg am Fluss Tauber und am Rande des Naturparks Frankenhöhe. In geologischer Hinsicht befindet sich der Trauf der Frankenhöhe östlich der Stadt.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Rothenburg ob der Tauber hat 39 Stadtteile:[2]

Rothenburg ob der Tauber, 1572
Rothenburg ob der Tauber, 2010

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Das Plönlein mit dem Sieberstor (links) und dem Kobolzeller Tor (rechts), 2008

Die Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Geschichte[Bearbeiten]

Das Burgtor aus dem 12. Jahrhundert, ältester und größter Torturm mit Vorbauten aus dem 16. Jahrhundert

Die Wurzeln von Rothenburg liegen in Detwang, einem heutigen Stadtteil von Rothenburg. Diese Pfarrei wurde um 970 von einem ostfränkischen Adligen namens Reiniger errichtet. Es folgten die Errichtung der Comburg bei Schwäbisch Hall sowie der Grafenburg auf dem sogenannten Essigkrug oberhalb der Tauber, aus deren geographischen Lage sich der Namenszusatz ob der Tauber ableitet.

Bis zu deren Aussterben im Jahr 1116[3] befand sich die Burg, die vermutlich durch ein Erdbeben um 1356 zerstört oder zumindest beschädigt wurde, im Besitz der Grafen von Comburg-Rothenburg. Neben Rothenburg ob der Tauber gründete die Familie Comburg-Rothenburg sechs weitere Städte mit dem Namen Rot(h)enburg. Vier von ihnen liegen heute innerhalb Deutschlands und eine in der Schweiz. Rothenburg an der Oder gehört seit 1945 zu Polen und trägt den Namen Czerwieńsk. Graf Heinrich von Rothenburg, das letzte Familienmitglied, vermachte die Burg dem Kloster Comburg.

Die Judengemeinde Rothenburgs gehörte zu den ältesten Gemeinden Deutschlands. Aus ihr ging der berühmte Rabbi Meir von Rothenburg hervor. Während des Rintfleisch-Pogroms von 1298 wurde nahezu die ganze Gemeinde, ca. 450 Menschen, getötet. Die danach neu entstandene Gemeinde wurde 1349 vernichtet. Auch nach diesem Pogrom siedelten sich erneut Juden an. Im Jahre 1520 erfolgte dann eine endgültige Vertreibung. Das Vermögen der Gemeinde wurde eingezogen. Erst im 19. Jahrhundert konnten sich erneut Juden in Rothenburg ansiedeln.[4]

Heinrich V., der diese Schenkung nicht bestätigte, gab den Besitz an seinen Neffen Konrad III. als Lehen. Dieser erlangte 1137 die Königswürde, hielt Hof in Rothenburg und errichtete die Reichsburg auf der Fläche des heutigen Burggartens. Sein Sohn, Friedrich von Rothenburg, wurde vorerst von seinem Vetter Friedrich I. bevormundet (er war noch minderjährig, als sein Vater starb) und erhielt mit seinem Ritterschlag von 1157 den Titel „Herzog von Rothenburg“. Durch Friedrich I. wurde Friedrich von Rothenburg auch das Egerland übergeben.

Die Erhebung von Rothenburg zur Reichsstadt erfolgte am 15. Mai 1274 durch König Rudolf von Habsburg. Prominenteste Figur des Mittelalters war Heinrich Toppler (ca. 1340–1408), der mit seiner energischen Politik und seinen Landkäufen das Schicksal der Stadt weit über seinen umstrittenen Tod hinaus beeinflusst hat. Im Jahre 1474 logierte der König von Dänemark, Norwegen und Schweden Christian I. eine Woche lang in einem Gasthaus am Markt (heute „Altehrwürdige Ratsstube“). Bürgermeister und Rat zu Rothenburg auf der Tauber unterzeichneten 1579 die lutherische Konkordienformel von 1577.[5]

Nachbildung des „Meistertrunks“ im Historiengewölbe im Rothenburger Rathaus

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt am 30. Oktober 1631 von 60.000 Mann unter General Graf von Tilly eingenommen. Die Belagerung begann zwei Tage und Nächte zuvor. Nach der Legende leerte der damalige Bürgermeister Georg Nusch auf Befehl General Tillys 3,25 Liter Wein auf einen Zug und bewahrte damit die Stadt vor der Zerstörung. Aus diesem Anlass findet noch heute jährlich das Festspiel „Der Meistertrunk“ statt (siehe unten). Nachdem 1650 die letzten Soldaten die Stadt verlassen hatten, versank die Stadt in eine Art Dornröschenschlaf. Die Entwicklung stand praktisch still, und die Stadt verlor ihre Bedeutung. Dies ist der Grund, warum sich die Stadt bzw. ihre alte Bausubstanz in einem dermaßen gut erhaltenen Zustand befindet.

Auch der Deutsche Orden hatte eine Niederlassung, die Kommende Rothenburg.

Von 1500 bis 1806 lag die Stadt im Fränkischen Reichskreis.

Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 ist die Stadt ein Teil Bayerns. Der Westteil des Stadtgebiets ging damals an Württemberg verloren. 1884 wurde erstmals außerhalb der Stadtmauer gebaut.[6] Bereits um die Jahrhundertwende wurde Rothenburg dann ein beliebtes Tourismusziel für Engländer und Franzosen. Noch vor dem Ersten Weltkrieg trafen Ausflugsbusse mit gehobener Gesellschaft ein, die im Hotel Eisenhut residierte, das heute noch existiert.

In der Weimarer Republik entwickelten sich Stadt und Wahlbezirk Rothenburg zu einer Hochburg der NSDAP, die 1933 dort 83 % der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Noch im selben Jahr kam es in Rothenburg zu antisemitischen Übergriffen. Im Oktober 1938, also kurz vor der Reichspogromnacht, wurden die letzten 17 Juden vom NSDAP-Kreisleiter Steinacker aus der Stadt gewiesen, SA-Leute und Hitlerjungen führten die Vertreibung aus. Auch die Einrichtung der Synagoge wurde zerstört. In Rothenburg fand ein „Freudenfest“ anlässlich der „Befreiung von den Juden“ statt.[7]

Spendentafel Stadtmauer
Röderbogen und Markusturm, um 1900
Zerstörter Teil der Altstadt, 1945

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, am 31. März 1945, wurden etwa 45 % der Bausubstanz Rothenburgs durch den Angriff einer Staffel der 386. Bombardement Group der US-Luftwaffe beschädigt oder zerstört.[8] Der Bombenangriff galt einem Öllager im oberfränkischen Ebrach, das aber wegen Vernebelung nicht angegriffen werden konnte, so dass Rothenburg – obwohl ohne militärische Bedeutung – als Ersatzziel angegriffen wurde. Die Zerstörung betraf hauptsächlich den neueren Ostteil der Altstadt, so dass die bedeutendsten Baudenkmäler erhalten blieben. Nach dem Krieg wurden die Gebäude originalgetreu aufgebaut bzw. saniert. Die später befragten Piloten sagten aus, sie hätten nicht geahnt, welche Kulturstadt sie bombardierten. Nach Kriegsende beteiligten sich die Amerikaner mit Spenden am Wiederaufbau, wie noch heute die Spendertafeln am Wehrgang belegen.

Am 17. April 1945 ging der Krieg für die Rothenburger zu Ende, während andernorts noch drei Wochen lang weitergekämpft wurde. Der damalige US-Hochkommissar für Deutschland, McCloy, erklärte 1950 schriftlich, er habe einen auf Rothenburg geplanten Artillerieangriff durch seine Intervention beim zuständigen General Devers verhindert. McCloy kannte Rothenburg nur aus Erzählungen seiner Mutter, die die Stadt vor dem Krieg besucht hatte und von dem mittelalterlichen Ort schwärmte.

Bis ins Jahr 1972 war die Stadt kreisfrei und auch Sitz des Landkreises Rothenburg und führte deshalb ein eigenes Kfz-Kennzeichen: ROT. Mit der bayerischen Gebietsreform wurden die Stadt und der bisherige Landkreis mit Wirkung vom 1. Januar 1972 dem Landkreis Ansbach zugeordnet. Die Stadt behielt allerdings den Status einer Großen Kreisstadt. Sie ist die kleinste Große Kreisstadt in Bayern. Seit dem 10. Juli 2013 ist das Kennzeichen ROT offiziell auch für Neuzulassungen wieder verfügbar.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Leuzenbronn eingegliedert.[9] Am 1. Mai 1978 kam Bettenfeld hinzu.[10]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat von Rothenburg ob der Tauber hat 24 Mitglieder. Mit der Freien Rothenburger Vereinigung (FRV) und der Wählervereinigung Unabhängige Rothenburger (UR) verfügt Rothenburg über zwei lokale, parteiunabhängige Wählergruppen.

Die Sitzverteilung im Überblick:

CSU SPD Grüne FRV UR FDP Gesamt
2002 9 8 2 4 - 1 24 Sitze
2008 6 8 2 5 3 0 24 Sitze
2014 6 6 3 5 4 0 24 Sitze
Luftbild der Altstadt von Rothenburg, 2005
Renaissance-Fassade des Rathauses mit barockem Arkadenvorbau, dahinter der gotische Teil mit 60 Meter hohem Turm
Historiengewölbe im gotischen Teil des Rathauses
Das Fleisch- und Tanzhaus (links) und das Jagstheimerhaus (rechts) am Marktplatz, 2014
Blick über den Marktplatz und die Stadt, fotografiert vom Rathausturm, 2014
Klingentor, 2010
Das sogenannte Hegereiterhaus von 1591

Bürgermeister[Bearbeiten]

Aufgrund des Status als Große Kreisstadt ist Rothenburg auch nach der Auflösung des Landkreises Rothenburg ob der Tauber berechtigt, einen Oberbürgermeister zu wählen. Rothenburg ist damit die kleinste deutsche Stadt, die einen Oberbürgermeister hat. Bei der Wahl 2006 gewann Walter Hartl, der für die parteiunabhängige Gruppierung „Für Rothenburg“ angetreten war und im zweiten Wahlgang auch von der SPD unterstützt wurde. Hartl ist seit 2. Mai 2006 im Amt. Er folgte auf den langjährigen Oberbürgermeister Herbert Hachtel (SPD), der nicht wieder zur Wahl angetreten war. Bei der OB-Wahl im März 2012 wurde Hartl als einziger Kandidat mit 90,2 % der Stimmen wiedergewählt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Rothenburg ob der Tauber unterhält Städtepartnerschaften mit[11]

Des Weiteren bestehen offizielle Städtefreundschaften mit

Mit der chinesischen Stadt China VolksrepublikChina Jingjiang besteht seit Oktober 2004 eine Partnerschaft.

Außerdem bestehen langjährige Freundschaften mit anderen Rot(h)enburgs:

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber eine rote Burg, bestehend aus einer beidseitig unten bogig eingeschnittenen Mauer, überragt von zwei roten Zinnentürmen, ein spitzbedachtes rotes Häuschen auf zwei Pfosten einschließend.“

Wappenerklärung und -geschichte: Die Burg aus Mauer und Türmen mit dem Häuschen, der Gerichtslaube, symbolisiert als redendes Wappen den Namen der Stadt Rothenburg. Andere Darstellungen des Wappens besonders im 19. Jahrhundert zeigen eine beidseitig unten abgeschrägte dreizinnige Mauer ohne das Häuschen. Ein ähnliches Wappen verwendet die Stadt Rothenburg auf ihren historischen Hinweistafeln.

Das älteste Siegel stammt aus dem Jahr 1303. Es zeigt die Umschrift S.[IGILLUM] CONSILII ET VNIVERSITATIS CIVIVM IN ROTENBVRCH (SIEGEL DES RATES UND DER GESAMTHEIT DER BÜRGER IN ROTHENBURG). Zwischen den beiden Zinnentürmen steht ein kleines Haus mit Spitzdach auf zwei Säulen bzw. Wänden und offener Front – der so genannten Gerichtslaube – ein möglicher Hinweis auf den Landgerichtssitz. Die zweitürmige Burg entstammt dem Siegel der Rothenburger Burgvögte und Schultheißen von 1227 aus der Familie der Küchenmeister von Nortenberg. Seit 1555 zeigt das Wappen statt der Burg den Reichsadler aus dem Siegel des kaiserlichen Landgerichts mit Brustschild, darin das Stadtwappen mit der Burg. Im 19. Jahrhundert ist die Burg wieder ohne Adler im Wappen, oft ohne Gerichtslaube.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Rothenburg ist stark touristisch geprägt, beheimatet darüber hinaus aber ein Werk des großen Hausgeräteherstellers Electrolux, ein Werk des großen Baumaschinenherstellers Terex GmbH, mittelständische Maschinenbaubetriebe sowie mit der D. Lechner GmbH Europas zweitgrößten Produzenten für Küchenarbeitsplatten. Rothenburg ist ein fränkischer Weinort an der Tauber ohne eigene Lagenbezeichnung, zudem gibt es einen Rebsortenlehrpfad mit über 120 verschiedenen Rebsorten. Die Stadt Rothenburg stellt damit den südlichsten Punkt des umfangreichen fränkischen Weinlandes dar. In Rothenburg gibt es neben vielen alteingesessenen Weinschänken auch ein selbstausbauendes Weingut. Früher war der Weinbau ein sehr bedeutender Wirtschaftszweig, heute wird der erzeugte Wein überwiegend an Touristen verkauft.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Rothenburg o. d. T. liegt an der Autobahn A7 mit der Anschlussstelle Rothenburg ob der Tauber in geringer Entfernung zur Stadt.

Die Staatsstraße 2419 verläuft parallel zu A7 von Nord nach Süd als deren Ausweichroute.

Die Romantische Straße führt von Würzburg über das Taubertal nach Rothenburg. Über die ehemalige B25 führt sie weiter durch Feuchtwangen und Dinkelsbühl bis nach Füssen. In Rothenburg wird die Romantische Straße von der in west-östlicher Richtung verlaufenden Burgenstraße gekreuzt.

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten]

Die Stadt ist Endpunkt der am 1. November 1873 eröffneten Bahnstrecke nach Steinach an der Hauptbahn Würzburg–Ansbach. Heute verkehrt hier die Regionalbahnlinie R82 innerhalb des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg.

Von 1905 bis 1971 bestand über die heute in Rothenburg endende Strecke auch eine Bahnverbindung über Schillingsfürst nach Dombühl an der Hauptstrecke Ansbach–Crailsheim.

Radverkehr[Bearbeiten]

Rothenburg o. d. T. wird zudem von zahlreichen Radwanderwegen berührt. Der bekannteste ist der Radweg „Liebliches Taubertal“, der auf 100 km bis nach Wertheim führt.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Ca. drei Kilometer nordöstlich der Stadt befindet sich der Verkehrslandeplatz (Kl. II, 5700 kg, 1000 m Landebahn) von Rothenburg ob der Tauber. Dort testet gelegentlich das Mercedes-Benz/AMG-DTM-Team seine Rennwagen. Die nächsten internationalen Flughäfen sind in Nürnberg und in Stuttgart.

Tourismus[Bearbeiten]

Rothenburg ist bekannt für seine gut erhaltene Altstadt aus dem Mittelalter mit vielen verschachtelten Gässchen, Türmen und von Fachwerkhäusern umstandenen kleinen Plätzen. Aus diesem Grund wurde die Stadt zu einem Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt und gilt im Ausland als Prototyp einer mittelalterlichen deutschen Stadt. Insbesondere Besucher aus Asien machen bei organisierten Reisen durch Europa hier Halt. Die Stadt bietet neben Hotels und Gasthöfen auch einen nahe gelegenen Campingplatz und zwei Reisemobil-Stellplätze sowie eine Jugendherberge, die in der ehemaligen Rossmühle der Stadt untergebracht ist.

Wegen der gut erhaltenen Altstadt diente Rothenburg auch als Kulisse für zahlreiche Filmproduktionen (siehe Abschnitt: Rothenburg als Filmkulisse).

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Schandkorb des Mittelalterlichen Kriminalmuseums
  • Das Kriminalmuseum ist das bedeutendste deutsche Rechtskundemuseum und gibt einen Einblick in das Rechtsgeschehen der letzten 1000 Jahre. Ausstellungsstücke sind Folter- und Hinrichtungsinstrumente, Halsgeigen, Schandmasken, Richtschwerter, Richträder, mittelalterliche Gesetzestexte und Anleitungen zu Hexenprozessen.
  • Das Reichsstadtmuseum im ehemaligen Dominikanerinnenkloster mit den städtischen Sammlungen, den Sammlungen des Vereins Alt-Rothenburg und der Stiftung Baumann
  • Das Puppen- und Spielzeugmuseum
  • Das Schäfertanzmuseum in der Wolfgangskirche
  • Das Deutsche Weihnachtsmuseum
  • Das Handwerkerhaus, das in elf Räumen das Alltagsleben von Handwerkerfamilien in Rothenburg zeigt.
  • Das Historiengewölbe mit Staatsverlies.

Bauwerke[Bearbeiten]

Das 1500 bis 1505 geschaffene Heiligblut-Retabel in der Stadtkirche St. Jakob
Im Jahr 2010 eingeweihte Stauferstele im Burggarten, im Hintergrund das Burgtor

Kirchen[Bearbeiten]

  • St.-Jakobs-Kirche mit Heiligblut-Retabel von Tilman Riemenschneider, ein weiterer Riemenschneideraltar (Heilig-Kreuz-Altar) ist in der Detwanger Kirche.
  • Wolfgangskirche am Klingentor (Wehrkirche)
  • Blasiuskapelle im Burggarten, ein im Jahr 1400 rekonstruierter Rest der ehemaligen Reichsburg, heute eine Gedächtnisstätte für die Gefallenen der beiden Weltkriege
  • Dominikanerinnenkloster (heute Reichsstadtmuseum)
  • Franziskanerkirche
  • St.- Johanniskirche.

Weitere[Bearbeiten]

  • Stadtmauer mit Wehrgang und Mauertürmen, innere Stadtmauer um 1172, äußere Stadtmauer um 1360–1388
  • Stadttore: Klingentor (Norden), Würzburger- oder Galgentor (Nordosten), Rödertor (Osten), Sieberstor (Südtor), Spitaltor (1556, Süden), Kobolzellertor (Taubertal), Burgtor (Westen), Weißer Turm (1. Stadtmauer, Nordosttor), Markusturm mit Röderbogen (1. Stadtmauer, Osttor).
  • Plönlein (von lat. planellum: kleine Ebene, Platz), Straßengabelung und ehemaliger Fischstapelplatz mit Fachwerkhäusern und Blick auf Sieberstor und Kobolzellertor
  • Spitalbastei, erbaut vom Rothenburger Baumeister und Steinmetz Leonhard Weidmann
  • Spitalbereiterhaus, erbaut von Leonhard Weidmann 1591; ehemaliger Amtssitz des Spitalbereiters und der Spitalküche. Der Spitalbereiter war im heutigen Sinne Verwaltungschef und Liegenschaftsmanager der Heilig-Geist-Spitals. Durch romantisierenden Historismus wird das Gebäude fälschlicherweise auch als Hegereiterhaus bezeichnet. Mit den Hegereitern, die für die Rothenburger Landhege verantwortlich waren, hat es aber nichts zu tun, denn die wohnten in den Orten ihrer Zuständigkeit.
  • Baumeisterhaus, Werk und Wohnhaus des Steinmetzen Leonhard Weidmann
  • Stauferstele im Burggarten in Erinnerung an die im Jahr 1142 vom Staufer-König Konrad III. gegründete Reichsburg, die 1356 vermutlich bei einem Erdbeben beschädigt und danach abgetragen wurde (2010 eingeweiht)[12]
  • Topplerschlösschen im Taubertal
  • Doppelbrücke über die Tauber
  • Das Wildbad Rothenburg wurde zwischen 1898 und 1903 von Friedrich Hessing als Kurhotel erbaut. Seit 1982 findet es Verwendung als evangelische Tagungsstätte.
  • Historisches Rathaus mit Glockenturm
  • Ratstrinkstube mit Kunstuhr (1446), zeigt jede volle Stunde von 11 bis 15 und von 20 bis 22 Uhr die legendäre Meistertrunkszene
  • Altes Brauhaus
  • Alte Schmiede
  • Jüdischer Friedhof
  • Judentanzhaus.
Panoramablick vom Burggarten zum südlichen Teil der Stadt, 2008

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die 1446 erbaute Ratstrinkstube, 2014
  • Der Meistertrunk[13]: Es gibt keine historischen Belege dafür, dass der Feldherr Tilly die eroberte Stadt betreten hat. Glaubt man aber dem Theaterstück von Adam Hörber, dann soll sich die Geschichte folgendermaßen zugetragen haben: Tilly hatte die Ratsherren zum Tode verurteilt und wollte die Stadt brandschatzen lassen. In ihrer Not boten ihm die Ratsherren als Willkommenstrunk Wein in einem prachtvollen bunten Glasbecher dar, der 3 1/4 Liter fasste. Tilly wurde dadurch milde gestimmt und sagte, wenn jemand diesen Becher voll Wein in einem Zuge austrinken könne, würde er die Stadt verschonen. Altbürgermeister Georg Nusch[14] meldete sich freiwillig, und zu jedermanns Erstaunen gelang es ihm, den Becher in einem Zuge zu leeren. Tilly war dadurch so beeindruckt, dass er die Stadt verschonte.
  • Die Münzer von Rothenburg o. d. T.
  • Reichsstadttage
  • Taubertal-Festival
  • Weihnachtsmarkt „Reiterlesmarkt“
  • Schäfertanz
  • Kirchenmusik in St.Jakob
  • Toppler-Theater
  • Volksfest mit Krämermarkt
  • Herbstmesse.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Der Grabstein Heinrich Topplers in St.Jakob

Mit Rothenburg verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Nachbildung des Labors von Andreas Libavius im Historiengewölbe im Rathaus

Rezeption[Bearbeiten]

Als Sinnbild einer gut erhaltenen mittelalterlichen Stadt wird der Name Rothenburg gerne auf Städte außerhalb Frankens oder sogar Deutschlands übertragen, deren historische Ortsbilder sich ebenfalls (zumindest im regionalen Vergleich) überdurchschnittlich gut erhalten haben. Als Bayerisches Rothenburg bezeichnet man die oberbayerische Kreisstadt Landsberg am Lech aufgrund ihrer mit Rothenburg ob der Tauber vergleichbar gut erhaltenen, mittelalterlichen Bausubstanz. Beilstein an der Mosel nennt sich Miniatur-Rothenburg. Der seit November 2013 nicht mehr selbständige Ort Hornburg in Niedersachsen wird aufgrund seiner Fachwerkhäuser oft als Rothenburg des Nordens bezeichnet, und der kleine, im heutigen Italien liegende Ort Glurns nennt sich gerne Das Rothenburg Südtirols. Dank seines gut erhaltenen Ortskernes mit seinen zahlreichen Fachwerkhäusern wird die im Kreis Steinfurt gelegene Stadt Tecklenburg manchmal als westfälisches Rothenburg apostrophiert. Bis zu ihrer schweren Zerstörung 1945 und dem Verlust der Zugehörigkeit zu Deutschland wurden die Städte Pyritz und Preußisch Holland als pommersches bzw. ostpreußisches Rothenburg bezeichnet. Herborn in Hessen wird oft als nassauisches Rothenburg bezeichnet.

Rothenburg als Filmkulisse[Bearbeiten]

In der Altstadt von Rothenburg wurden zahlreiche Filme gedreht, darunter:

Für Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 wurden zwar zwei Tage lang Luftaufnahmen der Stadt angefertigt, jedoch wurden diese im Film nicht verwendet.[16] Eine weitere Szene, in der Grindelwald den Elderstab stiehlt, wurde jedoch in Rothenburg gedreht und ist auch im Film zu sehen.[17] Der Abspann des Filmes enthält eine Danksagung an die Stadt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Heller: Rothenburg ob der Tauber in Wehr und Waffen (Nachdruck der Ausgabe von 1926), Degener & Co., Insingen 2007, ISBN 978-3-7686-9313-4.
  • Michael Kamp: Die touristische Entdeckung Rothenburgs ob der Tauber im 19. Jahrhundert – Wunschbild und Wirklichkeit, Schillingsfürst 1996. ISBN 3-00-000491-2.
  • Eugen Mayer: Das Bürgerhaus zwischen Ostalb und oberer Tauber (Das deutsche Bürgerhaus, Band 26) Tübingen 1978.
  • Manfred Vasold: Geschichte der Stadt Rothenburg ob der Tauber. Überarbeitete Neuauflage, Ostfildern 2008.
  • Johann David Wilhelm von Winterbach: Geschichte der Stadt Rothenburg an der Tauber und ihres Gebietes. Rothenburg 1826–1827 (Digitalisat: Bd. 1, Bd. 2).
  • Ludwig Schnurrer: Rothenburg im Mittelalter, Rothenburg 1997.
  • Herbert Woltering: Die Reichsstadt Rothenburg und ihrer Herrschaft über die Landwehr, Insingen 2010.
  • Andrea M. Kluxen, Julia Krieger (Hg.): Geschichte und Kultur der Juden in Rothenburg o. d. T. (= Franconia Judaica; Band 7) Ergon Verlag, Würzburg 2012. ISBN 978-3-89913-927-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rothenburg ob der Tauber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Rothenburg ob der Tauber – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20110802/193441&attr=OBJ&val=1358
  3.  Max-Planck-Institut für Geschichte (Hrsg.): Die deutschen Königspfalzen. Lieferung 3,5. 1 Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012, ISBN 978-3-525-36519-9, S. 208.
  4. Jüdisches Lexikon, Ausgabe 1927, Jüdischer Verlag Berlin
  5. Vgl. BSLK, S. 765; vgl. S. 17.
  6. Denkmalliste für Rothenburg ob der Tauber beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (PDF-Datei; 238 kB)
  7. Rothenburg unterm Hakenkreuz ... und die Jahre danach
  8. [1]
  9.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 602.
  10.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 706.
  11. Stadt Rothenburg, Städtepartnerschaften
  12. Rothenburg 2010 auf stauferstelen.net. Abgerufen am 23. März 2014.
  13. Zum Festspiel Meistertrunk
  14. Georg Nusch (* 8. Januar 1588, † 8. Januar 1668) war im Jahr 1630 regierender Bürgermeister und Spitalpfleger. Nusches Wohnhaus war das sogenannte „Jaxtheimerische“ gegenüber dem Rothenburger Rathaus in der heutigen Marienapotheke. Sein Geburtshaus war die Weinwirtschaft „Zum Roten Hahn“ (heute ein Hotel).
  15. Artikel in der Tauber-Zeitung vom 10. April 2013
  16. Magdi Aboul-Kheir: Von Kaspar Hauser bis Harry Potter: Rothenburg ob der Tauber ist beliebte Filmkulisse. In: tagblatt.de (Schwäbisches Tagblatt). 21. Dezember 2010, abgerufen am 11. April 2011: „„Wir sind nicht drin in dem Film“, weiß Birgit Marion vom Tourismus Service.“
  17. http://www.imdb.com/title/tt0926084/locations