Schwäbisch Hall

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Schwäbisch Hall, für die gleichnamige Bausparkasse siehe Bausparkasse Schwäbisch Hall
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schwäbisch Hall
Schwäbisch Hall
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schwäbisch Hall hervorgehoben
49.1122222222229.7375304Koordinaten: 49° 7′ N, 9° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Schwäbisch Hall
Höhe: 304 m ü. NHN
Fläche: 104,23 km²
Einwohner: 37.096 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 356 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74523
Vorwahlen: 0791,
07907 (Sulzdorf, Tüngental), 07977 (Sittenhardt, Wielandsweiler)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SHA, CR
Gemeindeschlüssel: 08 1 27 076
Stadtgliederung: 17 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 6
74523 Schwäbisch Hall
Webpräsenz: www.schwaebischhall.de
Oberbürgermeister: Hermann-Josef Pelgrim (SPD)
Lage der Stadt Schwäbisch Hall im Landkreis Schwäbisch Hall
Bayern Hohenlohekreis Landkreis Heilbronn Main-Tauber-Kreis Neckar-Odenwald-Kreis Ostalbkreis Rems-Murr-Kreis Blaufelden Braunsbach Bühlertann Bühlerzell Bühlerzell Crailsheim Fichtenau Fichtenberg Frankenhardt Gaildorf Gerabronn Ilshofen Ilshofen Kirchberg an der Jagst Kreßberg Langenburg Mainhardt Michelbach an der Bilz Michelfeld Oberrot Obersontheim Rosengarten (Landkreis Schwäbisch Hall) Rot am See Satteldorf Schrozberg Schwäbisch Hall Stimpfach Sulzbach-Laufen Untermünkheim Vellberg Wallhausen (Württemberg) WolpertshausenKarte
Über dieses Bild
Panorama der Altstadt im Kochertal

Schwäbisch Hall (1802–1934 offiziell nur Hall - wie bis heute umgangssprachlich) ist eine Stadt im Nordosten von Baden-Württemberg, etwa 37 km östlich von Heilbronn und 60 km nordöstlich von Stuttgart. Sie ist Kreissitz und größte Stadt des Landkreises Schwäbisch Hall und bildet ein Mittelzentrum.

Schwäbisch Hall ist seit dem 1. Oktober 1960 Große Kreisstadt.

Bekannt ist die Stadt durch den nach ihr benannten Heller wie auch für die Salzsieder, die Bausparkasse Schwäbisch Hall und die Freilichtspiele auf der großen Treppe vor St. Michael.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Schwäbisch Hall liegt an einer alten Salzquelle im schroff eingeschnittenen Kochertal, in das von beiden Seiten mehrere steile Muschelkalk-Klingen münden. Die neueren Stadtteile und eingemeindeten Orte liegen meist zu beiden Seiten des Flusses auf der Hochfläche der Haller Ebene, die von den größeren Höhen des Schwäbisch-Fränkischen Walds umgeben ist. Das Stadtgebiet hat Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge, Kocher-Jagst-Ebene und Hohenloher-Haller Ebene.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die folgenden Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Schwäbisch Hall (im Uhrzeigersinn, von Norden): Untermünkheim, Braunsbach, Wolpertshausen, Ilshofen, Vellberg, Obersontheim, Michelbach an der Bilz, Rosengarten, Oberrot, Mainhardt und Michelfeld (alle Landkreis Schwäbisch Hall) sowie Waldenburg und Kupferzell (beide Hohenlohekreis).

Mit den Gemeinden Michelbach an der Bilz, Michelfeld und Rosengarten ist die Stadt Schwäbisch Hall eine vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Lage der eingemeindeten Teilorte und der Comburg

Das Stadtgebiet von Schwäbisch Hall gliedert sich in insgesamt 17 Stadtteile.[3] Zwei dieser Stadtteile (Steinbach und Hessental) sind bereits in den 1930er Jahren eingemeindete, früher selbständige Gemeinden; im Zuge der Gebietsreform der 1970er Jahre wurden weitere sieben umliegende Orte eingemeindet und als Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung eingerichtet, sie haben einen Ortschaftsrat, dem ein Ortsvorsteher vorsteht.[4]

Stadtteil Wappen1 Eingemeindung Einwohner Wohnplätze
Stadtmitte 2.543 Stadtkern, Katharinenvorstadt, Weilerwiese, Gelbinger Gasse sowie Vorderer Galgenberg
Nördliche Kernstadt 902 Rippergstraße, Spinnerei, Auwiese, Diak sowie Wettbach
Kreuzäcker 3.948 Lehen, Kreuzäcker, Herrenäcker, Klingenberg sowie Friedensberg
Südliche Kernstadt 838 Lindach, Ackeranlagen, Unterlimpurger Straße sowie Oberlimpurg
Tullauer Höhe / Hagenbach 1. April 19352 3.037 Hagenbach, Tullauer Höhe, Mittelschule, Hagenbachsiedlung sowie Schulzentrum West
Rollhof / Reifenhof 3.385 Rollhofsiedlung, Alter Rollhof, Bahnhof, Reifenhof sowie Sonnenhof
Stadtheide 494 Stadtheide (Industrie) sowie Stadtheide
Heimbachsiedlung / Teurershof 4.968 Heimbachsiedlung, Teurershof I, Teurershof II, Heimbach3 sowie An der Breiteich
Steinbach 1. Oktober 1930 1.036 Kocherwiesensiedlung, Campingplatz, Comburg, Loh, Kleincomburg, Gefängnisgarten sowie Fassfabrik
Hessental 1. Juli 1936 6.159 Ortskern Hessental, Gewerbegebiet, Wasenwiesen, Grundwiesensiedlung, Bahnhof Hessental, Ghagäcker, Kühläcker, Mittelhöhe sowie Schenkensee
Bibersfeld Wappen von Bibersfeld 1. Juni 1972 1.716 Ortskern Bibersfeld, Hofäcker, Bühl, Baindäcker, Hohenholz, Sittenhardt, Wielandsweiler sowie Starkholzbach
Gailenkirchen Wappen von Gailenkirchen 1. Juli 1973 2.247 Ortskern Gailenkirchen, Ortserweiterung Wackershofen, Sülz, Ortskern Gottwollshausen, Schleifbach sowie Riegeläcker
Gelbingen Wappen von Gelbingen 1. Januar 1975 770 Ortskern Gelbingen, Sonnenhalde, Schutzberg, Kocherhalde, Erlach
Eltershofen Wappen von Eltershofen 1. Juli 1973 669 Ortskern Eltershofen, Riedwiesen sowie Breitenstein
Weckrieden Wappen von Weckrieden 1. Januar 1972 335 Ortskern Weckrieden
Tüngental Wappen von Tüngental 1. Juni 1972 1.442 Ortskern Tüngental, Schönäckersiedlung, Brunnenwiesen, Ramsbach, Veinau, Altenhausen, Wolpertsdorf sowie Otterbach
Sulzdorf Wappen von Sulzdorf 1. Januar 1972 2.802 Ortskern Sulzdorf, Kirchäcker, Industriegebiet, Matheshörlebach, Jagstrot, Hohenstadt, Anhausen Buch sowie Dörrenzimmern
1 Wappen der ehemaligen Gemeinde
2 Hagenbach
3 1. Januar 1978 von der Gemeinde Michelfeld eingemeindet

Flächenaufschlüsselung[Bearbeiten]

Die 104,23 km² der gesamten Stadtfläche teilen sich auf in etwa 55 % Landwirtschaftsfläche, 24 % Waldfläche, 11 % Gebäude- und Freifläche, 7 % Verkehrsfläche und 3 % sonstige Fläche.[5]

Raumplanung[Bearbeiten]

Schwäbisch Hall bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Heilbronn-Franken, in der Heilbronn als Oberzentrum ausgewiesen ist. Zum Mittelbereich Schwäbisch Hall gehören die Städte und Gemeinden in der südwestlichen Hälfte des Landkreises Schwäbisch Hall: Braunsbach, Bühlertann, Bühlerzell, Fichtenberg, Gaildorf, Ilshofen, Mainhardt, Michelbach an der Bilz, Michelfeld, Oberrot, Obersontheim, Rosengarten, Sulzbach-Laufen, Untermünkheim, Vellberg und Wolpertshausen.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste gedruckte Ansicht der Stadt, etwa 1580, aus der Kosmografie von Georg Braun und Franz Hogenberg
Der Sage nach standen im späteren Stadtgebiet sieben Burgen, aus denen sich Schwäbisch Hall entwickelt haben soll (Federzeichnung aus einer Haller Chronik um 1600)
Bei einem der größten Stadtbrände wurde 1680 der größte Teil der Gelbinger Gasse zerstört

thumb Schwäbisch Hall nach dem Brand 1680

Der Große Stadtbrand von 1728 zerstörte den überwiegenden Teil der heutigen Altstadt
Schwäbisch Hall nach dem Brand (Radierung von Andreas Nunzer, Nürnberg, nach einer Zeichnung von Johann Philipp Meyer, Hall, 1728)
Plan des reichsstädtischen Territoriums von 1762
Stadtansicht nach 1862 mit dem neuen Bahnhof (links)

Name[Bearbeiten]

Schwäbisch Hall wird in den ältesten Urkunden meist nur „Hall“ genannt. Dieses Wort ist ein typischer Ortsname der Salzgewinnung, der sich auf das Salzsieden in der Saline beziehen dürfte. Die Stadt gehörte nicht zum frühmittelalterlichen Herzogtum Schwaben, sondern zum Herzogtum (Ost-)Franken. Eine einzelne Bezeichnung als Hallam in Suevia in der Chronik des Gislebert von Mons (1190) ist wohl damit zu erklären, dass die Stadt zu diesem Zeitpunkt zum Herrschaftsbereich der Staufer gehörte und in diesem Fall der Name ihres bedeutendsten Besitzes, des Herzogtums Schwaben, auf ihre gesamten Besitzungen übertragen wurde. Die dauerhafte Benennung als „Schwäbisch“ Hall ist späteren Datums und hat ihre Ursache in heftigen Konflikten, die die nunmehrige Reichsstadt im 14. und 15. Jahrhundert mit dem für den Bereich des Herzogtums Franken zuständigen Landgericht Würzburg austrug. 1442 erklärte der Rat, die Stadt heiße Schwäbisch Hall und liege auf schwäbischem Erdreich, also außerhalb des Zuständigkeitsbereichs des Würzburger Gerichts.

Altstadt von Schwäbisch Hall

1489 erfolgte ein formeller Beschluss des Rates, die Stadt in allen offiziellen Schreiben als Schwäbisch Hall (lateinisch Hala Suevorum) zu benennen. Konsequenterweise schloss sich Schwäbisch Hall 1495 dem Schwäbischen Reichskreis an, obwohl die meisten Herrschaftsgebiete in der Nachbarschaft dem Fränkischen Reichskreis angehörten. Als die Stadt 1802 an Württemberg gelangte, wurde der Zusatz „Schwäbisch“ offiziell aus dem Stadtnamen getilgt (wohl als unerwünschter Verweis auf Institutionen des Alten Reichs), blieb aber umgangssprachlich gebräuchlich. Bis 1806 hatte der Name außerdem den offiziellen Bestandteil „am Kocher“. Während des Dritten Reiches wurde die Bezeichnung „Schwäbisch“ 1934 wieder offizieller Bestandteil des Namens, nicht zuletzt zur Unterscheidung von anderen Orten mit dem Namen Hall (wie z. B. Hall in Tirol).

Vorzeit und Antike[Bearbeiten]

Menschliche Ansiedlungen auf dem heutigen Stadtgebiet sind erstmals in der Jungsteinzeit (etwa 6.000 v. Chr.) nachweisbar. Sie lagen auf den Höhen oberhalb des Kochertals, unter anderem im Bereich der heutigen Kreuzäckersiedlung und der Teilgemeinde Hessental. Der Betrieb einer keltischen Saline im heutigen Stadtgebiet konnte für das 5. bis 1. Jahrhundert v. Chr. nachgewiesen werden. Aus dem dort austretenden salzhaltigen Grundwasser wurde durch Erhitzen Salz gewonnen.

Mittelalter und Frühe Neuzeit bis 1802[Bearbeiten]

Der Schiedgraben
Das Clausnitzerhaus

Eine Kontinuität zwischen der antiken Siedlung und dem mittelalterlichen Schwäbisch Hall ist bislang nicht nachweisbar. Der früheste urkundliche Beleg für die Existenz von Hall ist der Öhringer Stiftungsbrief, eine mutmaßlich gefälschte Urkunde, die auf 1037 datiert ist, aber wahrscheinlich aus den letzten Jahren des 11. Jahrhunderts stammt. Der Grund für die Entstehung der mittelalterlichen Ansiedlung im verteidigungstechnisch ungünstigen Talgrund war die Saline. Zunächst gehörte die Stadt den Grafen von Comburg-Rothenburg, nach deren Aussterben um 1116 ging sie auf die Staufer über.

Die Entwicklung zur Stadt erfolgte im 12. Jahrhundert in mehreren Schritten. In der Weiheurkunde der St. Michaelskirche von 1156 ist Schwäbisch Hall erstmals sicher urkundlich erwähnt. Wahrscheinlich war es Kaiser Friedrich I. (Barbarossa), der in Hall eine Münzprägestätte einrichtete, in der die Heller (= Haller Pfennig) hergestellt wurden. Diese in großen Mengen hergestellte, geringwertige Münze aus dünnem Silberblech verbreitete sich schnell im Reich und darüber hinaus. 1204 wird Schwäbisch Hall erstmals als Stadt bezeichnet. Saline und Münzprägung bescherten ihr eine wirtschaftliche Blüte. Der „Wiener Schiedsspruch“ durch König Rudolf von Habsburg von 1280 beendete einen langen Konflikt mit den Schenken von Limpurg um die Stadtherrschaft und ermöglichte Schwäbisch Hall, den Status einer Reichsstadt zu erlangen. Dominierende Schicht war der aus den staufischen Ministerialen hervorgegangene Stadtadel. Nach inneren Unruhen mussten sie den Nichtadligen einen Teil der Herrschaft abtreten. Die Verfassungsurkunde Kaiser Ludwigs des Bayern von 1340 blieb mit geringen Änderungen bis 1802 gültig. Wichtigstes Gremium war der Rat, an dessen Spitze der Stättmeister (Bürgermeister) stand. Diesem Rat gehörten zwölf Adlige, sechs „Mittelbürger“ und acht Handwerker an. Endgültig gebrochen wurde die Vorherrschaft des Stadtadels durch die „Zweite Zwietracht“ von 1509 bis 1512. In deren Folge dominierte eine bürgerliche, zunehmend akademisch gebildete Oberschicht die Stadt, zu der etwa die Vorfahren des Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer gehörten.

Am Rande der flachen Talmulde des Otterbaches liegt nördlich des Dorfes Altenhausen gegenüber der Burghügelrest der Wasserburg Altenhausen. Wenig nördlich des Weilers Buch befinden sich die Reste der Burg Buch. Im Talweiler Anhausen, im Mündungsdreieck des Schwarzenlachenbaches in die Bühler, wurde in den 1970er Jahren ein Freilichtkirchplatz innerhalb der Mauern der im 19. Jahrhundert abgerissenen Kirche Anhausen angelegt, der Urkirche des heute sehr viel größeren Sulzdorf etwa 2 km bachaufwärts. Wenig östlich eines kleinen Sees zwischen den Weilern Anhausen und Hohenstadt liegt oberhalb des linken Bühlerhanges zwischen dem Seeablauf und einer Runse ein weiterer Burgstall, ein kleines Mauerteil wurde restauriert. Auf einem Sporn westlich über der Bühlerschlinge zwischen dem Weiler Hohenstadt oben auf der Haller Ebene und dem Mühlenweiler Neunbronn im Tal zeigen ein tiefer Halsgraben und ein hoher Burghügel an, wo einst die Burg Hohenstein stand. Ihr gegenüber lassen auf einem fast verebneten alten Umlaufberg über dem östlichen Talhang fast nur noch Schutthalden den Ort der Burg Hohenstatt erkennen. Auf einem Ostsporn auf der linken Talseite der Bühler oberhalb des Wolpertshausener Talortes Cröffelbach liegt die Schlossruine Bielriet.

Im 14., 15. und 16. Jahrhundert erweiterte die Reichsstadt systematisch ihr Territorium. Sie kaufte Herrschaftsrechte, wann immer sich die Gelegenheit bot, und verteidigte diese notfalls mit Waffengewalt. Die letzte große Erwerbung war 1595 der Kauf der Herrschaft Vellberg. Am Ende des Alten Reichs besaß die Reichsstadt Schwäbisch Hall ein Herrschaftsgebiet mit 330 Quadratkilometern und etwa 21.000 Einwohnern. Es umfasste drei Städte, 21 Pfarrdörfer sowie 90 Dörfer und Weiler. Das Gebiet war in die Ämter Kocheneck, Rosengarten, Bühler, Schlicht, Ilshofen, Vellberg und Honhardt eingeteilt.

Kirchenordnung von 1543

1523 leitete der seit 1522 wirkende Theologe Johannes Brenz den Übergang zur Reformation ein, der mit der Kirchenordnung von 1543 abgeschlossen wurde. Zu Weihnachten 1526 feierte er in St. Michael erstmals das Abendmahl in beiderlei Gestalt. Im Bauernkrieg von 1525 konnte sich die Reichsstadt als eine der wenigen Herrschaften der Region gegen die aufständischen Bauern behaupten. Für die Beteiligung am Schmalkaldischen Krieg auf protestantischer Seite musste die Stadt hohe Bußgelder an Kaiser Karl V. entrichten. Der Städtmeister Johann Christoph Adler unterzeichnete für den Rat der Stadt die lutherische Konkordienformel von 1577.[6]

Schwäbisch Hall war 1574 von Hexenverfolgung betroffen. Das Gericht ließ Katharina Schloßstein am 21. Juni 1574 hinrichten.[7][8][9]

Im Dreißigjährigen Krieg litt die Stadt schwer unter wechselnden Besatzungen durch kaiserliche, französische und schwedische Truppen. Zwischen 1634 und 1638 starb jeder fünfte Einwohner durch Seuchen und Hunger. Trotzdem gelang nach dem Ende des Kriegs ein rascher Wiederaufstieg, für den unter anderem eine Reorganisation des Salzhandels und der Saline ursächlich war. Eine weitere Quelle des Wohlstands für die Stadt war der Weinhandel.

Schwäbisch Hall 1643

Mehrfach verwüsteten Feuersbrünste die Stadt. 1316 sollen große Teile niedergebrannt sein, 1680 zerstörte ein durch Blitzschlag ausgelöstes Feuer rund hundert Gebäude in der Gelbinger Vorstadt. Am 31. August 1728 wurden zwei Drittel der Altstadt ein Raub der Flammen.[10] Neben 294 Privathäusern verbrannten auch zwei Kirchen, das Spital, das Rathaus und die Saline. Der Wiederaufbau erfolgte im bis heute das Stadtbild prägenden Barockstil, wobei jedoch abseits der neu geplanten Neuen Straße die mittelalterlichen Quartiere beibehalten wurden.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Schützenscheibe von 1802, die die Wachparade durch württembergisches Militär zeigt. Die Inschrift huldigt dem neuen Herrscher: Was Menschen Eigensinn getrent; doch die Natur verband; Dies gab der Genius der Zeit – dem theuren Vaterland! Nicht mit Hochgewitters Stürmen zogen Friedrichs Krieger ein: Ihre Losung ist das Streben, – Ihres Herrschers werth zu sein!
Plan von Hall, angefertigt 1827 bei der Württembergischen Landesvermessung

1802 wurde die Reichsstadt Schwäbisch Hall mit Napoleons Einverständnis durch Württemberg annektiert, das damit für linksrheinische Gebietsabtretungen an Frankreich entschädigt wurde. Die Stadt wurde Sitz eines Oberamtes, seine zugehörigen Städte und Dörfer wurden selbständige Gemeinden verschiedener Oberämter. Für die Stadt Hall begann danach eine langanhaltende Phase der Stagnation und des Rückschritts. Die Napoleonischen Kriege ruinierten die Stadtfinanzen. Durch die Grenzen des neuen Staates wurden Kaufleute und Handwerker von ihren traditionellen Märkten im nun bayerischen Franken abgeschnitten. Das traditionsreiche Gymnasium wurde 1811 zur Lateinschule degradiert. Die Saline, bis dahin im Privatbesitz zahlreicher Bürger, übernahm der Staat. Die Entschädigungsverhandlungen zogen sich bis 1827 hin. Die vereinbarten „ewigen Renten“ werden bis heute an die Nachfahren der damaligen Eigentümer bezahlt; sie haben aber, da kein Inflationsausgleich vereinbart wurde, ihren Wert weitgehend verloren. Die Saline wurde 1924 geschlossen. Da die Stadt Sitz eines Oberamtes war, siedelten sich weitere Behörden an, so 1807 ein Kameralamt (ab 1919 Finanzamt) oder 1811 das Oberamtsgericht (ab 1879 Amtsgericht). Von besonderer Bedeutung waren die 1839 angeordnete Einrichtung eines Gefängnisses, dessen stadtbildprägender Neubau am Rand der Altstadt ab 1846 genutzt wurde, sowie 1868 die Gründung des Kreisgerichtshofs (ab 1879 Landgericht) als den Oberamts- und Amtsgerichten übergeordnete Instanz (1932 trotz Protesten aufgehoben). Hinzu kamen das 1896 von der Stadt eingerichtete Arbeitsamt (ab 1927 staatlich) sowie Einrichtungen der Schul-, Eisenbahn-, Post- und Telegrafen-, Straßenbau-, Zoll- und Militärverwaltung.

Während der Revolution von 1848/49 kam es in Schwäbisch Hall zu Unruhen, die aber nicht zu offener Gewalt führten. Die Mehrheit der Bürgerschaft war demokratisch gesinnt und wählte den Stuttgarter Professor Wilhelm Zimmermann, einen gemäßigten Republikaner, in die Frankfurter Nationalversammlung. Im Herbst 1848 ließ die württembergische Regierung die Stadt wegen des „anarchischen Geists“ der Bürgerschaft durch Truppen besetzen. Einige lokale Führer der Republikaner wurden auf dem Hohenasperg inhaftiert und wanderten später teilweise in die USA aus. Bis zum Ende des Kaiserreichs war die Mehrheit der Bürgerschaft linksliberal gesinnt und wählte entsprechende Abgeordnete in den Reichs- und Landtag. Ein Ortsverein der SPD entstand 1864, er konnte sich bald als Vertreter der Arbeiterschaft etablieren und bei Wahlen bis zu einem Viertel der Stimmen gewinnen.

Die Industrialisierung, die in Schwäbisch Hall nur sehr zögerlich einsetzte, konnte im Wesentlichen nur den Verlust an Arbeitsplätzen im traditionellen Handwerk ausgleichen. Auch der Anschluss an die Eisenbahnlinie nach Heilbronn 1862 bewirkte keine grundlegende Veränderung, begünstigte aber den Tourismus und die Entwicklung als Kurort. Zahlreiche Einwohner wanderten in die nahen Ballungsräume und nach Übersee aus, weshalb die Bevölkerungszahlen im 19. Jahrhundert nur langsam anstiegen. Erst im 20. Jahrhundert entstanden größere Neusiedlungen außerhalb des alten Stadtbereichs. Zurückgewinnen konnte die Stadt hingegen ihre Funktion als regionales Bildungszentrum; 1877 gelang es, die Wiederherstellung des Gymnasiums zu erreichen. Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung zum Dienstleistungszentrum war 1886 die Gründung des Diakonissenkrankenhauses, das heute zu den größten Arbeitgebern der Stadt zählt.

Vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart[Bearbeiten]

Während des Ersten Weltkriegs war die Stadt Lazarettstandort. In die Zeit der Weimarer Republik fiel ein tiefgreifender Wandel des politischen Klimas. Die linksliberale DDP verlor rasch an Zustimmung, das Bürgertum wandte sich mehrheitlich den republikfeindlichen Deutschnationalen (DNVP) zu. Eine von dem Lehrer und späteren württembergischen NS-Ministerpräsidenten Christian Mergenthaler geführte Ortsgruppe der NSDAP entstand schon 1922 und hatte bereits im folgenden Jahr 180–200 Mitglieder, zerfiel aber nach 1925 wieder und entstand erst um 1930 neu. Bis zu den Wahlen von 1932 und 1933 blieb die SPD die stärkste politische Kraft in Schwäbisch Hall.

Charakteristisch für die 1920er und 1930er Jahre ist ein starkes Wachstum des Tourismus, der durch die malerische Altstadt und das neu belebte Brauchtum der Salzsieder angelockt wurde. Das Solbad konnte sich hingegen nicht von dem kriegsbedingten Einschnitt erholen und gewann seine alte Bedeutung nicht mehr zurück. Die 1925 als Jedermann-Festspiele gegründeten Freilichtspiele auf der großen Treppe vor St. Michael ziehen bis heute ein überregionales Publikum an. Ab den 1920er Jahren begann die Stadt, über die Grenzen der Altstadt hinaus zu wachsen. Insbesondere durch die Siedlungen auf der Tullauer Höhe (1931) und die Rollhofsiedlung (1. Bauabschnitt 1933) breitete sich die Stadt langsam auf die umliegenden Höhenzüge aus. Dieser Prozess setzte sich in der Zeit des Nationalsozialismus fort – die ab 1939 errichtete Kriegsopfersiedlung, heute Kreuzäckersiedlung, galt als nationalsozialistisches Vorzeigeprojekt – ebenso wie die Bemühungen um Eingemeindungen. Bereits 1930 war Steinbach mit der Comburg zu Schwäbisch Hall gekommen, 1935 folgte der bisherige Bibersfelder Ortsteil Hagenbach, 1936 Hessental. Im selben Jahr wurde Schwäbisch Hall durch den Bau des Fliegerhorsts Schwäbisch Hall–Hessental der Luftwaffe Garnisonsstadt. Während des Zweiten Weltkriegs waren hier vor allem Bomber und Nachtjäger sowie der erste serienmäßig hergestellte Düsenjäger der Welt, die Messerschmitt Me 262, stationiert. In einem getarnten Werk in der Nähe wurden von Zwangsarbeitern u. a. auch Maschinen dieses Typs montiert. Der Fliegerhorst war nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1993 unter dem Namen „Dolan Barracks“ ein Standort der US-Armee.

Die 1933 noch 121 Menschen umfassende jüdische Gemeinde wurde durch Flucht ihrer Mitglieder sowie Deportation und Ermordung der hier gebliebenen Juden ausgelöscht. Etwa 40 Schwäbisch Haller Juden fielen der nationalsozialistischen Judenverfolgung zum Opfer. Beim Novemberpogrom 1938 waren der jüdische Betsaal in der Haller Oberen Herrngasse 8 und die Steinbacher Synagoge in der Neustetterstraße 34 betroffen. Daran erinnern ein Gedenkstein auf dem Haller Marktplatz und eine Gedenktafel am Standort der Steinbacher Synagoge.[11] Im Rahmen der sogenannten „Euthanasie“ wurden 1940 im Zuge der Aktion T4 auch 270 Insassen des Behindertenheims der Diakonissenanstalt abtransportiert und größtenteils ermordet. 1944 wurde das Konzentrationslager Hessental eingerichtet, es hatte bis zu 800 Häftlinge, die vor allem auf dem Fliegerhorst Reparaturarbeiten ausführen mussten. Mindestens 182 von ihnen starben durch Mord, Hunger und Krankheiten. Auf dem Haller Friedhof erinnert ein Mahnmal an die polnischen KZ-Häftlinge und Kriegsgefangenen. Ein Gedenkstein neben den Massengräbern auf dem jüdischen Friedhof Steinbach erinnert an diese Toten. Weitere Opfer forderte der Hessentaler Todesmarsch in das Außenlager Allach des KZs Dachau. Zwei Deserteure wurden am 2. April 1945 von SS-Männern zwischen der Limpurgbrücke und dem Holzsteg an Bäumen erhängt. Ein 1990 von einer Künstlergruppe ohne Genehmigung dort errichtetes Deserteursdenkmal wurde später von Unbekannten zerstört.[11] Am 17. April 1945 besetzten amerikanische Truppen die Stadt. Die Altstadt war von Kriegsschäden weitgehend verschont geblieben. Einzig das Rathaus wurde bei einem amerikanischen Jagdbomberangriff am Vormittag des 16. April 1945 von Brandbomben getroffen. Nur die Außenmauern und ein Teil der Innenmauern überstanden den Brand, unbeschädigt blieben das Untergeschoss mit dem Archiv und der Ratsbibliothek. Fast die gesamte künstlerische Ausstattung, darunter die Gemälde von Livio Retti, ging zugrunde. Bereits am 23. Mai 1945 beschloss der neue Gemeinderat den Wiederaufbau. Am 16. September 1946 konnte das Richtfest gefeiert, am 17. Juli 1947 die Turmkrone aufgesetzt werden. Ab 1953 erfolgte der Innenausbau, wobei eine Farbfotodokumentation von 1943 wichtige Dienste leistete. Die feierliche Einweihung fand am 30. April 1955 statt.

Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg wurden Steinbach mit der Comburg, Hessental und Hagenbach eingemeindet. 1938 wurde das Oberamt Schwäbisch Hall in den Landkreis Schwäbisch Hall überführt. In den 1950er Jahren überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Schwäbisch Hall die 20.000-Grenze. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, dem die baden-württembergische Landesregierung dann mit Wirkung zum 1. Oktober 1960 stattgab. Im Zuge der Gemeindereform der 1970er Jahre kamen die Gemeinden Tüngental, Weckrieden, Sulzdorf, Gailenkirchen, Bibersfeld, Gelbingen und Heimbach zur Stadt Schwäbisch Hall, bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 erhielt der Landkreis Schwäbisch Hall seine heutige Ausdehnung.

1982 war die Stadt Gastgeber der dritten Landesgartenschau Baden-Württemberg.

Schwäbisch Hall ist heute Bildungs-, Dienstleistungs- und kulturelles Zentrum der Region und Standort einiger mittelständischer Unternehmen v. a. des Maschinenbaus. Seit 1944 ist die Stadt Sitz der damals aus dem kriegsbedrohten Berlin verzogenen „Bausparkasse der Deutschen Volksbanken AG“, die heute als Bausparkasse Schwäbisch Hall AG der größte örtliche Arbeitgeber ist und bis zum Jahr 2001 auch der größte Gewerbesteuerzahler war.

2006 beging die Stadt mit zahlreichen Aktivitäten ihre 850-Jahr-Feier (gerechnet ab der ersten urkundlichen Erwähnung der Michaelskirche).

Religionen[Bearbeiten]

Das Gebiet der Stadt Schwäbisch Hall gehörte ursprünglich zum Bistum Würzburg und war dem Landkapitel Hall zugeordnet. Der vom Rat zum Prediger von St. Michael berufene Theologe Johannes Brenz führte in der Reichsstadt ab 1522 die Reformation ein. Als Schlusspunkt ihrer Durchsetzung kann die gedruckte Kirchenordnung von 1543 gelten, die für Stadt und Landgebiet verbindlich wurde. Unter Berufung auf das Bischofsrecht setzte der Haller Rat auch in den Pfarreien des Landkapitels die Reformation durch. Die Pfarreien bildeten danach de facto eine hällische Landeskirche unter der Oberaufsicht des reichsstädtischen Rates. Die letzte katholische Kirche in der Stadt (St. Johann) wurde 1534 geschlossen. Die 1548 von Kaiser Karl V. erzwungene Einführung des Augsburger Interims brachte zeitweilig (bis 1558/1559) wieder altkirchliche Geistliche auf die Kanzel, blieb aber bloße Episode. Die Stadt blieb danach bis zum 19. Jahrhundert rein protestantisch. Seit dem Übergang an Württemberg gehörten und gehören die Kirchengemeinden der Stadt zur Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Die Pfarreien im Hospital, St. Urban (Unterlimpurg) und St. Johann (mit Gottwollshausen) hob man 1812 auf, danach gab es in der Stadt nur noch die beiden Pfarreien St. Michael und St. Katharina. Schwäbisch Hall blieb Sitz eines Dekanats (siehe Kirchenbezirk Schwäbisch Hall), zu dem heute die Kirchengemeinden des gesamten Umlands gehören. 1823 wurde die Stadt auch Sitz der Generalsuperintendenz Hall. Die heutige Gesamtkirchengemeinde Schwäbisch Hall besteht aus der Kirchengemeinde St. Michael und St. Katharina (für die Innenstadt, nach Zusammenschluss der beiden Innenstadt-Pfarreien 2004), der Johannes-Brenz-Gemeinde (für Rollhof und Reifenhof, gegründet 1955), der Kreuzäckergemeinde (in der Kreuzäckersiedlung, gegründet 1964), der Sophie-Scholl-Gemeinde (für Heimbachsiedlung und Teurershof, gegründet 1992) und der Lukasgemeinde (Hagenbach, gegründet 1976). Dazu kommt noch – eine Schwäbisch Haller Besonderheit – der seit 2002 als „Gemeinschaftsgemeinde“ ohne Gebietsfestschreibung in die Gesamtkirchengemeinde integrierte Ortsverein der Süddeutschen Gemeinschaft. Weitere evangelische Kirchengemeinden im Bereich der Stadt gibt es in den Stadtteilen Bibersfeld, Gailenkirchen, Gottwollshausen, Gelbingen, Eltershofen, Hessental, Steinbach, Sulzdorf und Tüngental.

Daneben haben in Schwäbisch Hall auch evangelische Freikirchen Gemeinden, darunter sind eine Adventgemeinde, eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde in Hessental und eine Evangelisch-methodistische Kirche (Christuskirche am Säumarkt). Auch die Neuapostolische Kirche ist mit drei Gemeinden im Haller Stadtbezirk (Schwäbisch Hall, Rollhof und Hessental) vertreten.

Da das Reichsstift Comburg katholisch blieb und im Zuge der Gegenreformation auch seine Besitzungen in dieser Konfession hielt oder rekatholisierte, verblieben Ortschaften, die in seinem Besitz waren oder an denen es Anteil hatte, ganz oder teilweise katholisch oder wurden es wieder (so die inzwischen Schwäbisch Haller Stadtteile Steinbach, Hessental und Tüngental). In Steinbach war der Sitz der Pfarrei. Nach dem Ende der Reichsstadt 1802 ließen sich auch in Schwäbisch Hall selbst wieder Katholiken nieder. Einen ersten Ansiedlungsschub bewirkte der Eisenbahnbau in den 1860er Jahren, einen weiteren, größeren der Zustrom von Vertriebenen und Flüchtlingen nach 1945. Seit 1887 besteht wieder eine eigene Pfarrei in der Stadt (St. Joseph). Diese betreut heute die Katholiken in der Altstadt, im Ostteil der Stadt, in den Ortschaften Breitenstein, Eltershofen, Gelbingen und Weckrieden sowie in den Nachbarorten Untermünkheim, Enslingen, Übrigshausen und Kupfer. Die zweite Pfarrei in Schwäbisch Hall, „Christus König“, wurde 1967 gegründet, die zugehörige Kirche war bereits 1961 in der Heimbachsiedlung als Filialkirche von St. Joseph erbaut worden. Sie betreut heute die Katholiken der Stadtteile Heimbachsiedlung, Teurershof, Bibersfeld, Gailenkirchen und Gottwollshausen sowie der Nachbarorte Michelfeld und Gnadental. Die dritte Pfarrei, St. Markus, selbständige Pfarrei seit 1980, zuvor Filiale von St. Joseph, ist für den Stadtteil Hagenbach sowie die Gemeinde Rosengarten zuständig. In weiteren Stadtteilen von Schwäbisch Hall gibt es noch die katholischen Kirchengemeinden „St. Maria Königin des Friedens“ in Hessental (betreut auch die Stadtteile Sulzdorf, Tüngental und die Stadt Vellberg) sowie „St. Johannes Baptist“ in Steinbach (betreut auch die Gemeinde Michelbach/Bilz und den Ortsteil Tullau der Gemeinde Rosengarten). Die Pfarrgemeinden bilden zusammen zwei Seelsorgeeinheiten im Dekanat Schwäbisch Hall des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

Auch die Zeugen Jehovas sind vertreten.

Eine jüdische Gemeinde bestand bereits im Mittelalter und wurde erstmals 1241 erwähnt. Sie wurde 1349 durch ein Pogrom vernichtet, entstand aber später wieder neu und verschwand endgültig erst im 15. Jahrhundert. Ab 1688 kam es wieder zu einer dauerhaften Ansiedlung von Juden, die als Schutzjuden kein Bürgerrecht genossen und unter zahlreichen Einschränkungen leben mussten. Zimmersynagogen bestanden in Wohnhäusern in der Vorstadt Unterlimpurg und in Steinbach. Die um 1738/1739 durch Eliezer Sussmann aus Polen bemalte Täfelung der Unterlimpurger Zimmersynagoge ist das wohl bedeutendste Exponat des Hällisch-Fränkischen Museums in Schwäbisch Hall. Nach dem Ende der Reichsstadt 1802 wurden die Einschränkungen gelockert, sie fielen schließlich 1864 durch die bürgerliche Gleichberechtigung weg. Eine Synagoge bestand seit 1809 in Steinbach, 1828 konstituierte sich die jüdische Gemeinde Steinbach-Hall, ein Betsaal in Hall kam 1893 hinzu. Durch die Zuwanderung aus den Landgemeinden der Umgebung wuchs die Gemeinde bis auf 300 Mitglieder, schrumpfte dann aber durch Auswanderung nach Übersee und Abwanderung in die größeren Städte wieder auf 125 im Jahr 1933. In den folgenden Jahren wurde die jüdische Gemeinde durch den NS-Terror vernichtet, ihre Mitglieder flohen ins Ausland oder wurden deportiert und ermordet (etwa 40 Opfer). Zwischen 1946 und 1949 bewohnten jüdische Überlebende des Holocaust drei Lager in Schwäbisch Hall. Seit den 1980er Jahren pflegt die Stadt den Kontakt zu den ehemaligen jüdischen Bürgern und deren Nachkommen, die v. a. in Israel und den USA leben. Seit den 1990er Jahren gibt es wieder jüdische Bürger, die meisten sind aus der ehemaligen Sowjetunion zugezogen.

In Schwäbisch Hall gibt es etwa tausend Muslime; etwa 800 von ihnen sind türkische Gastarbeiter, die seit den 1960er Jahren nach Schwäbisch Hall gekommen sind, oder deren Kinder. 1979 richtete der Türkische Arbeitnehmer-Hilfs- und Sportverein einen Betraum ein, seit 2004 steht an der Gaildorfer Straße die Mevlana-Moschee der türkisch-muslimischen Gemeinde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohnerzahlen
1514 1.124 Haushalte
1800 etwa 5.000
1823 6.374
1855 6.720
1. Dezember 1871 7.793
1. Dezember 1880 ¹ 9.222
1. Dezember 1900 ¹ 9.225
1. Dezember 1910 ¹ 9.321
16. Juni 1925 ¹ 8.978
16. Juni 1933 ¹ 11.239
17. Mai 1939 ¹ 14.964
Dezember 1945 15.232
Jahr Einwohnerzahlen
13. September 1950 ¹ 19.266
6. Juni 1961 ¹ 21.458
27. Mai 1970 ¹ 23.505
31. Dezember 1975 32.129
31. Dezember 1980 31.562
27. Mai 1987 ¹ 31.289
31. Dezember 1990 32.226
31. Dezember 2000 35.192
31. Dezember 2005 36.364
31. Dezember 2010 36.784
9. Mai 2011 ¹ 36.548

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
 %
30
20
10
0
26,8 %
25,1 %
18,4 %
17,8 %
11,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-1,3 %p
+0,1 %p
-1,5 %p
+2,1 %p
+0,5 %p
Das barocke Rathaus von 1735

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat der Stadt Schwäbisch Hall hat seit der letzten Kommunalwahl vom 7. Juni 2009, bei der die Wahlbeteiligung 45,81 % betrug, insgesamt 39 Mitglieder, die den Titel „Stadträtin/Stadtrat“ führen. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:[12]

  1. CDU 26,8 % (− 1,3) – 11 Mandate (±0)
  2. SPD 25,1 % (+ 0,1) – 10 Mandate (+1)
  3. FW 18,4 % (− 1,5) – 7 Mandate (±0)
  4. GRÜNE 17,8 % (+ 2,1) – 7 Mandate (+1)
  5. FDP/DVP 11,8 % (+ 0,5) – 4 Mandate (±0)

Stadtoberhaupt[Bearbeiten]

Im 13. Jahrhundert stand wahrscheinlich der allerdings erst 1307 erstmals urkundlich erwähnte Stättmeister als Vertreter des Königs und Träger der Hochgerichtsbarkeit an der Spitze der städtischen Verwaltung. Ihm zur Seite stand ein 1249 erstmals genanntes Schöffengericht. Aus dem Gericht entwickelte sich vermutlich der 1307 erstmals erwähnte, aus Stadtadeligen zusammengesetzte Rat als leitendes Gremium der Stadt. Die Richter gehörten nun dem Rat an. Da die Stadt das Pfandrecht am Amt des Schultheißen erwarb (1382) sowie viele von diesem verwaltete königliche Rechte an sich brachte, verlor dieses Amt zugunsten des Rates seine Bedeutung weitgehend. In der Verfassungsurkunde von 1340 entschied Kaiser Ludwig IV., dass der Rat 12 „burger“ (Adelige), sechs „mittelburger“ (die Mittelbürger waren eine durch Handwerk und Handel zu Reichtum gekommene Bürgerschicht) und acht Handwerker umfassen sollte. Ende des 15. Jahrhunderts trat zu diesem „Inneren Rat“ noch der „Äußere“ oder „Gemeine Rat“ mit 28 Mitgliedern, der eine beratende Funktion hatte. Seine Mitglieder wurden vom Inneren Rat gewählt. Im Zuge der sogenannten „Zweiten Zwietracht“ (1510–1512) verlor der Stadtadel seine dominierende Position im Rat, die ständische Aufteilung der Ratsmandate verschwand. An der Spitze des Inneren Rates standen die beiden Stättmeister (Bürgermeister) (mit dem Rat zusammen erstmals erwähnt 1307), von denen einer als „regierender Stättmeister“ das Stadtoberhaupt darstellte. Sowohl der Stättmeister als auch der Innere Rat wurden jährlich neu gewählt; es gab jedoch keine Wahl durch die Bürger, sondern eine Selbstergänzung aus dem Rat heraus. Im Grundsatz blieb diese Organisation bis 1802 erhalten. Von der von Kaiser Karl V. erzwungenen Verfassungsänderung von 1552 („Hasenrat“) (1559 und 1562 wieder aufgehoben) blieben lediglich eine Reduktion des Inneren Rates auf 24 und des Äußeren Rates auf 15 Personen.

Nach dem Übergang an Württemberg 1802 beseitigte die „Municipalverfassung“ von 1803 die reichsstädtische Verfassung Halls. Die eigenständige Verfassungsgeschichte der Stadt endete damit. Wie überall in Württemberg war die Entwicklung im 19. Jahrhundert durch eine schrittweise Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung und der demokratischen Elemente gekennzeichnet. Von 1819 bis 1919 gab es neben dem Gemeinderat als beratendes Gremium den „Bürgerausschuss“. Die Wahl der Räte auf Lebenszeit fiel während der Revolution von 1848/49. Ab 1803 gab es zunächst zwei Bürgermeister, ab 1822 einen auf Lebenszeit vom König eingesetzten Stadtschultheißen. Ab 1891 erfolgte die Wahl durch die Bürgerschaft, 1906 fiel die Lebenslänglichkeit des Stadtschultheißenamtes. Ab 1930 führte das Stadtoberhaupt den Titel „Bürgermeister“, seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1960 ist dessen Bezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird von den Wahlberechtigten auf acht Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der Erste Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung Erster Bürgermeister.

  • 1803–1819: Georg Karl Haspel
  • 1819–1828: Johann Friedrich Hezel
  • 1829–1848: Lorenz Wibel
  • 1848–1881: Friedrich Hager
  • 1881: Gemeinderat Krumrey, Amtsverweser
  • 1882–1887: Otto Wunderlich
  • 1887: Gemeinderat Krumrey, Amtsverweser
  • 1888–1899: Friedrich Helber
  • 1899–1926: Emil Hauber
  • 1927–1945: Dr. jur. Wilhelm Prinzing
  • 1945–1954: Ernst Hornung
  • 1954–1974: Theodor Hartmann
  • 1974–1996: Karl-Friedrich Binder
  • Seit 1997: Hermann-Josef Pelgrim (SPD)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt ist zweigeteilt. In der oberen Hälfte zeigt es ein gelbes Kreuz in einem roten Kreis auf gelbem Hintergrund, im unteren Teil eine weiße Hand, die nach oben zeigt, in einem weiß umrandeten blauen Kreis auf rotem Hintergrund. Das Wappen zeigt die beiden Seiten des Hellers, einer mittelalterlichen Münze, die in Schwäbisch Hall geprägt wurde.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Globe Theater auf der Kocherinsel Unterwöhrd, vom Roten Steg aus

Theater[Bearbeiten]

  • Die von Juni bis August auf der 500 Jahre alten Treppe von St. Michael stattfindenden Freilichtspiele Schwäbisch Hall wurden 1925 als Jedermann-Festspiele gegründet. Drei Inszenierungen auf der Treppe bilden den Kern der Festspiele. Seit dem Jahr 2000 gibt es zusätzlich jährlich zwei Inszenierungen im Haller Globe-Theater, einem Rundbau aus Holz auf der Kocherinsel. Das Kindertheater und ein Rahmenprogramm runden die Festspiele ab.
  • Der Theaterring e. V. bietet pro Saison sechs Theaterstücke für Erwachsene und zwei Kindertheaterstücke an. Aufführungsort ist der Neubausaal.
  • Gerhards Marionettentheater e. V.[13] führt im Schafstall vor allem zahlreiche Kinderstücke, aber auch Stücke für Erwachsene auf.
  • Das Prinzessin-Gisela-Theater[14] führt im Haus der Bildung und als Tourneetheater Kinderstücke, aber auch amüsantes Zaubertheater für Erwachsene auf.

Museen[Bearbeiten]

  • Die Kunsthalle Würth, 2001 von Gerhard Schröder eröffnet, fällt durch ihre architektonische Qualität auf. Der dänische Architekt Prof. Henning Larsen hat das moderne Gebäude geschickt in die Haller Altstadt eingebettet. Es werden Wechselausstellungen gezeigt, gespeist vor allem aus Beständen des Sammlers und namengebenden Unternehmers Reinhold Würth. Bisher waren in der Kunsthalle unter anderem große Werkschauen von Eduardo Chillida, Max Liebermann, Henry Moore, Horst Antes, Fernando Botero, Edvard Munch, Alfred Hrdlicka sowie verschiedene Themenausstellungen zu sehen. Ein Rahmenprogramm aus Führungen, museumspädagogischen Aktivitäten und anderem begleitet die Ausstellungen. Im Adolf-Würth-Saal der Kunsthalle finden regelmäßig Vorträge, Konzerte und Lesungen statt.
  • Die Johanniterkirche ist eine ursprünglich romanische (Ende 12. Jahrhundert), später gotisch erweiterte Kirche an der Henkersbrücke. Die Kirche wurde 1812 profaniert. Nach dem Erwerb des Gebäudes von der Stadt wurde die Kirche durch die Würth-Gruppe umfangreich renoviert und mit einem Erweiterungsanbau versehen. Seit November 2008 werden in der Johanniterhalle Alte Meister aus der Sammlung Würth gezeigt, darunter Werke von Lucas Cranach dem Älteren (Heilige Barbara, Christus segnet die Kinder, Bildnisse von Martin Luther und Philipp Melanchthon). Seit Januar 2012 ist als wertvollstes Stück dieser Sammlung die Madonna des Bürgermeisters Jakob Meyer zum Hasen von Hans Holbein dem Jüngeren (auch als Darmstädter Madonna bekannt) im Chor der Johanniterhalle ausgestellt.
  • Im Hällisch-Fränkischen Museum wird die Stadt- und Regionalgeschichte vom Mittelalter bis zur Neuzeit dargestellt, daneben die örtliche Geologie. Es gründet auf der seit 1851 angelegten Sammlung des Historischen Vereins für Württembergisch-Franken. Das Museum befindet sich im „Keckenturm“ aus staufischer Zeit und sechs weiteren mit ihm verbundenen Gebäuden.
  • Das Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen, 1979 gegründet, ist ein Museumsdorf im Stadtteil Wackershofen auf 40 Hektar Fläche. Hier sind inzwischen über 70 historische Gebäude originalgetreu wieder aufgebaut worden. Die Häuser zeigen die originale Einrichtung oder entsprechende Stücke aus der gleichen Zeit. Sie erlauben einen Einblick in die ländliche Vergangenheit und Kultur.
  • Die Galerie am Markt zeigt moderne Kunst.
  • Das Haus Lange Straße 49 ist ein Armleutehaus von 1470. Es werden die Ergebnisse seiner binnenarchäologischen Untersuchung vorgestellt.
  • Das Haller Feuerwehrmuseum in der Alten Spinnerei hält rund 6000 Ausstellungsstücke auf 1600 m² vor.

Musik[Bearbeiten]

Seit 1971 gibt es in Schwäbisch Hall eine städtische Musikschule. Im Herbst 2011 ist diese vom Engelhardt-Palais in der Gelbinger Gasse ins neue Haus der Bildung umgezogen. Hall hat auch ein Stadtorchester.

Bauwerke[Bearbeiten]

Kriegsgräberstätten[Bearbeiten]

Auf dem Haller Nikolaifriedhof befinden sich 306 Kriegsgräber. In seinem oberen Teil steht die Grabanlage für die Bombenopfer des amerikanischen Luftangriffs auf den Schwäbisch Haller Bahnhof am 23. Februar 1945, der zwischen 48 und 53 Menschenleben forderte.

Sonstige Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Comburg
  • Comburg: Die Großcomburg, ein ehemaliges Benediktinerkloster, wurde im Jahr 1078 gegründet. Die burgartige Anlage erhebt sich auf einem alten Umlaufberg des Kochers über Steinbach. Die Außenanlagen, unter anderem ein Wehrgang um den gesamten Gebäudekomplex, sind frei zugänglich. Die Stiftskirche St. Nikolas ist geprägt durch die romanischen Türme und den Umbau der Barockzeit (1706–1715). Die reiche Innenausstattung umfasst romanische Kunstschätze wie den Radleuchter und das Altarantependium, die mit Führung besichtigt werden können. Die Großcomburg beherbergt heute die Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen. Bei der Kleincomburg handelt es sich um die 1108 gestiftete Kirche St. Ägidius. Das romanische Bauwerk liegt halb auf einem Talhang gegenüber der Großcomburg und ist 15 Gehminuten entfernt.
  • Burgruine Limpurg oberhalb der Vorstadt Unterlimpurg mit nahen Resten eines vorgeschichtlichen Abschnittswalls.
  • Einkorn, Bergsporn oberhalb von Schwäbisch Hall-Hessental mit Aussichtsturm und Ruine der barocken Wallfahrtskirche zu den 14 Nothelfern.
  • KZ-Gedenkstätte beim Schwäbisch Hall-Hessentaler Bahnhof, erinnert an das KZ Hessental (1944/1945).
  • Jüdischer Friedhof in Steinbach
  • Kunstautomaten von Bernhard Deutsch u.a. an der Henkersbrücke, auf dem Sulfersteg und in Steinbach.
  • Aquädukt in der unteren Wettbachklinge. Das Bauwerk überbrückte früher einen Taleinschnitt auf der Trasse der alten Haller „Röhrenfahrt”, in der Wasser für die Versorgung der Stadt in natürlichem Gefälle aus dem Quellgebiet bei Breitenstein in die Stadt floss.

Günstige Sichtpunkte für einen Überblick über die Altstadt sind:

Sport[Bearbeiten]

  • das Freizeitbad Schenkensee umfasst ein Freibad sowie ein Hallenbad mit Außenbereich und Saunapark; weitere Attraktionen sind mehrere Rutschen und ein 10 m-Sprungturm im Außenbereich
  • das Solebad bietet neben 500 m² Wasserfläche und einer 120 m² großen Salzgrotte eine Saunalandschaft und verschiedene therapeutische Einrichtungen; der Salzgehalt der Sole, der 3–4 % beträgt, dient zur Behandlung vieler Krankheiten und lockte schon vor 100 Jahren Kurgäste an den Kocher
  • das Waldbad Gelbingen, ein Freibad, wird von einem gemeinnützigen Verein getragen
  • der Golfclub Schwäbisch Hall betreibt eine Golfanlage in Dörrenzimmern mit einer Gesamtfläche von 85 ha
  • der Verein Schwäbisch Hall Unicorns spielt in der ersten Football-Bundesliga GFL, er gewann 2011 und 2012 die Deutsche Meisterschaft
  • jeweils am 6. Januar findet der Schwäbisch Haller Dreikönigslauf statt
  • seit 2004 findet jeden Sommer auf der Auwiese der Sparkassen Bundesliga-Cup statt
  • nahezu 60 Sportvereine bieten ein breitgefächertes Angebot.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • HALLia VENEZiA: venezianischer Karneval, immer acht Tage vor Rosenmontag
  • Kuchen- und Brunnenfest: historisches Fest der Salzsieder an Pfingsten, seit dem 16. Jahrhundert belegt
  • Jakobimarkt: Krämermarkt auf dem Haalplatz und Vergnügungspark auf den Kocherwiesen in Steinbach
  • Sommernachtsfest: romantisches Lichterfest im Stadtpark „Ackeranlagen“ mit viel Musik und Feuerwerk
  • Mittelalterlicher Markt der Spielleute: in jedem geraden Jahr
  • Süddeutscher Käsemarkt: im Hohenloher Freilandmuseum, jeweils im Mai; mit vielen handwerklichen Käseherstellern aus allen Regionen Deutschlands und dem benachbarten Ausland
  • Backofenfest: das große Jahresfest im Hohenloher Freilandmuseum mit Markt, frischem Blootz aus den Backöfen, Tanzgruppen, Viehprämierung, Gaukler und Musik; jeweils am letzten Wochenende im September
  • Kunsthandwerklicher Weihnachtsmarkt: einer der traditionellsten Kunsthandwerkermärkte Deutschlands, bei dem alle Künstler und Handwerker ihre Arbeit öffentlich vorführen müssen; jeweils am Wochenende des ersten Advents
  • Weihnachtsmarkt: seit 2011 auf dem historischen Marktplatz, zuvor in der Gelbinger Gasse
  • Formula Mundi: Filmfestival.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Handel ist für Schwäbisch Halls Dienstleistungssektor von großer Bedeutung. Das Einzugsgebiet der Stadt umfasst ca. 160.000 Einwohner. Die Handelszentren außerhalb der Innenstadt, wo im April 2011 mit dem neuen Kocherquartier der Abwanderung des Handels in die Vororte Einhalt geboten wurde, liegen im Westen in der Stadtheide und dem Kerz (gemeinsam mit Michelfeld) und im Osten im Hessentaler Gründle.[15] Seit 2011 findet in Schwäbisch Hall alljährlich im Januar der Deutsche Kongress der Weltmarktführer statt.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Schwäbisch Hall hat eine Anschlussstelle an der Bundesautobahn 6 (Heilbronn–Nürnberg). Ferner führen die Bundesstraßen 14 (Stuttgart–Nürnberg) und 19 (Ulm–Aalen–Schwäbisch Hall–Würzburg) durch das Stadtgebiet.

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten]

Im Bahnhof Schwäbisch Hall-Hessental trifft die Bahnstrecke Waiblingen–Schwäbisch Hall-Hessental auf die Bahnstrecke Crailsheim–Öhringen–Heilbronn, deren nächster Haltepunkt der Schwäbisch Haller Stadtbahnhof ist.

Busverkehr[Bearbeiten]

Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen mehrere lokale und regionale Buslinien. Alle gehören dem Verkehrsverbund KreisVerkehr Schwäbisch Hall an. Im Stadtgebiet verbinden aktuell 11 Linien des Stadtbusses Schwäbisch Hall GmbH die Stadt mit ihren Teilorten. Durch die Verknüpfung der Stadtbuslinien mit den übrigen Linien des Kreisverkehrs Schwäbisch Hall ist die Stadt von allen bedeutenderen Wohnorten des Landkreises mit dem ÖPNV erreichbar. Im Juli 2011 wurde der neue Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) in der Nähe des Kocherquartiers eingeweiht.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Über den 2004 neu gestalteten und erweiterten Verkehrslandeplatz Adolf-Würth-Airport ist Schwäbisch Hall mit dem Flugzeug erreichbar. Die Start- und Landebahn hat eine Länge von 1.540 Metern und ist für die Betriebsarten Sicht-, Instrumenten- und Nachtflug ausgestattet.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Das bekannteste Unternehmen der Stadt ist die Bausparkasse Schwäbisch Hall, deren Tochterunternehmen Schwäbisch Hall Kreditservice ebenfalls hier seinen Sitz hat. Als weitere Bank hat die Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim einen ihrer Hauptsitze in der Stadt. Mittelständische Unternehmen, die zum Teil Marktführer in ihren Segmenten sind, dominieren Industrie und Handel in Schwäbisch Hall. Klafs Saunabau ist nach eigenen Aussagen der führende Hersteller von Wellnessanlagen. Die Optima Packaging Group GmbH ist Weltmarktführer bei Maschinen für die Verpackung von Windeln und Damenhygieneprodukten in Folienbeuteln, bei Portionspackungen wie Pads oder Kapseln für Kaffee und Tee und bei Funktionsverschlüssen für Lebensmittel.[16] Mit einem Werk in der Stadt vertreten sind die Manz AG, die Recaro Aircraft Seating und der Automobilzulieferer Behr. Die Stadtwerke Schwäbisch Hall sind der stadteigene Energie- und Wärmeversorger.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Das Schwäbisch-Hällische Landschwein ist eine Hausschweinrasse, die vor allem im Nordosten Baden-Württembergs gezüchtet wird. Seit 1988 gibt es mit der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (besh) einen Zusammenschluss von Bauernhöfen aus der Region Hohenlohe.

Medien[Bearbeiten]

  • als Tageszeitung erscheint das Haller Tagblatt, gegründet 1788
  • mittwochs das Anzeigenblatt KreisKurier
  • die Monatszeitschrift alpha press, wird seit 1970 vom Club Alpha 60 e. V. herausgegeben
  • das freie, nichtkommerzielle Radio StHörfunk sendet seit 1995
  • das Stadtmagazin HALLo, herausgegeben von der Stadt, erscheint alle zwei Monate

Open Source[Bearbeiten]

In Schwäbisch Hall wird die EDV der Stadtverwaltung mit Open-Source-Software betrieben.[17] Die Stadt entwickelte überdies ein Ratsinformationssystem auf Basis von MediaWiki. Das System wird öffentlich angeboten, und für dessen Nutzung fallen keine Lizenzkosten an.[18]

Behörden, Gericht und Einrichtungen[Bearbeiten]

Die ehemalige Justizvollzugsanstalt und das neu errichtete Kocherquartier

Schwäbisch Hall ist Kreissitz des gleichnamigen Landkreises. Ferner gibt es eine Agentur für Arbeit, ein Finanzamt und ein Notariat. Schwäbisch Hall verfügt auch über ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Heilbronn und zum Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört.

Mit der Einführung des neuen Württembergischen Strafgesetzbuches im Jahr 1839 wurde ein neues Kreisgefängnis in Schwäbisch Hall errichtet, das im Jahre 1847 voll bezogen wurde. Es wurde in einem äußeren Winkel der Stadtmauer auf einem sumpfigen Uferstück am Kocher errichtet („Froschgraben“). Seit 1953 diente das Gebäude als Jugendstrafanstalt des Landes Baden-Württemberg. Im April 1998 wurde nach Fertigstellung neuer Baulichkeiten am Südrand der Haller Stadtheide nahe der Straße nach Gaildorf die jetzige multifunktionale neue Justizvollzugsanstalt in Betrieb genommen.[19] Das Altgebäude der ehemaligen Jugendstrafanstalt dicht an der Altstadt dient nach Leerstand und Umbau ab 2011 als Haus der Bildung.

Die Stadt ist auch Sitz des Kirchenbezirks Schwäbisch Hall der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und des Dekanats Schwäbisch Hall des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

Das Evangelische Diakoniewerk Schwäbisch Hall ist eine der größten diakonischen Einrichtungen in Baden-Württemberg. Neben einem Krankenhaus der Zentralversorgung, welches umgangssprachlich als Diak bezeichnet wird, werden Wohn- und Pflegestifte, ambulante Pflege sowie Ausbildungsstätten für Pflegeberufe betrieben. Das Krankenhaus ist ein akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Heidelberg. Insgesamt werden rund 2300 Mitarbeiter beschäftigt.

Bildung[Bearbeiten]

Am 2008 gegründeten Campus Schwäbisch Hall, einem Ableger der Hochschule Heilbronn studieren zum WS 2012/13 ca. 750 Studierende. Außerdem gab es von 1984 bis 2013 eine private, staatlich anerkannte Fachhochschule Schwäbisch Hall.

An allgemeinbildenden Schulen hat Schwäbisch Hall zwei Gymnasien (Erasmus-Widmann-Gymnasium im Schulzentrum West und Gymnasium bei St. Michael), zwei Realschulen (Leonhard-Kern-Realschule im Schulzentrum West und Realschule Schenkensee), zwei Hauptschulen (Hauptschule mit Werkrealschule Schenkensee und Thomas-Schweicker-Hauptschule mit Werkrealschule im Schulzentrum West), eine Förderschule (Friedensbergschule) sowie mehrere Grundschulen (Grundschule am Langen Graben sowie je eine Grundschule in den Stadtteilen Bibersfeld, Breitenstein, Gailenkirchen, Gottwollshausen, Hessental, Kreuzäcker, Rollhof, Steinbach und Sulzdorf).

Der Landkreis Schwäbisch Hall ist Träger der drei Beruflichen Schulen (Gewerbliche Schule, Kaufmännische Schule und Sibilla-Egen-Schule – Hauswirtschaftliche Schule), an denen auch jeweils ein Berufliches Gymnasium für Technik, Wirtschaft, Ernährungswissenschaft und Biotechnologie ansässig ist, sowie der Wolfgang-Wendlandt-Schule für Sprachbehinderte.

Folgende Privatschulen runden das schulische Angebot Schwäbisch Halls ab: Altenpflegeschule des Verbandes Schwäbischer Feierabendheime e. V., Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Schwäbisch Hall, Evangelische Schule für Heilerziehungspflege am Heim Sonnenhof, Freie Waldorfschule Schwäbisch Hall, eine Private Schule für Kranke und Krankenpflegeschule am Diakoniekrankenhaus Schwäbisch Hall sowie die Sonnenhofschule für Geistigbehinderte am Heim in freier Trägerschaft mit Schulkindergarten für Geistigbehinderte.

Auf der Comburg befindet sich die Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen.

Seit 1965 beherbergt Schwäbisch Hall auch ein Goethe-Institut. Studenten aus aller Welt lernen hier die deutsche Sprache und Kultur kennen. Das Institut befindet sich im Zentrum der Altstadt im Gebäudekomplex des früheren Haller Spitals, wo bis zu ihrer Schließung auch die Fachhochschule untergebracht war. Neben Deutschkursen finden auch Konzerte, Vorträge, Ausstellungen und das traditionelle Sommerfest statt.

Namenspatenschaften[Bearbeiten]

Schwäbisch Hall ist Namenspatin des ICE 3 Tz4685 der Deutschen Bahn. Dieser Zug war der erste ICE-Triebzug, der den Londoner Bahnhof St Pancras erreichte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Stadt Schwäbisch Hall hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

  • 1874: Adolf von Daniel (1816–1893), Oberamtmann, Regierungsrat
  • 1877: Wilhelm Ludwig Wullen (1806–1890), evangelischer Dekan
  • 1899: Friedrich Helber (1829–1909), Stadtschultheiß
  • 1901: Wilhelm Freiherr von Hügel (1828–1908), Oberforstrat
  • 1924: Georg Fehleisen (1855–1934), Lehrer
  • 1935: Max Kade (1882–1967), Fabrikant
  • 1951: Emil Schmidt sen. (1871–1959), Kunstschlossermeister
  • 1971: Rudolf Popp (1892–1972), Gutsbesitzer
  • 1972: Wilhelm Dürr (1887–1979), Arzt
  • 1993: Wilhelm Pfeifer (* 1913−1999), Rechtsanwalt, CDU-Kommunalpolitiker (1994 wegen seiner Nazivergangenheit zurückgegeben)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Folgende Personen wurden nicht in Schwäbisch Hall geboren, wirkten aber dort oder stehen in anderer enger Verbindung zur Stadt:

  • Johannes Brenz (1499–1570), Reformator und protestantischer Theologe
  • Sem Schlör († 1597), Bildhauer, seit 1563 Bürger in Hall
  • Leonhard Kern (1588–1662), Bildhauer, seit 1620 in Hall
  • Johann Samuel Welter (1650–1720), Komponist
  • Eduard Mörike (1804–1875), Dichter der Romantik
  • Christian Mergenthaler (1884–1980), Politiker (NSDAP), Mitglied des württembergischen Landtags, des Reichstags sowie württembergischer Ministerpräsident, Kultusminister und verurteilter 'Hauptschuldiger'
  • Gerhard Storz (1898–1983), Schriftsteller, Politiker (CDU) und Kultusminister des Landes Baden-Württemberg
  • Hermann Müller (1913–1991), Politiker (FDP) und Finanzminister von Baden-Württemberg
  • Paul Swiridoff (1914–2002), Fotograf, Essayist, Publizist, Verlagsgründer
  • Alfred Leikam (1915–1992), Notar und Widerstandskämpfer; 2002 posthum Gerechter unter den Völkern
  • Erhard Eppler (* 1926), Politiker (SPD)
  • Herbert Malecha (1927–2011), Gymnasialprofessor und Schriftsteller
  • Oliver Storz (1929–2011), Regisseur, Drehbuchautor und Schriftsteller
  • Walter Döring (* 1954), Politiker (FDP) und ehemaliger Wirtschaftsminister des Landes Baden-Württemberg

Literatur[Bearbeiten]

  • Eugen Gradmann: Die Kunst- und Altertums-Denkmale der Stadt und des Oberamtes Schwäbisch-Hall. Esslingen 1907, (Volltext).
  • Alexandra Kaiser, Jens Wietschorke: Kulturgeschichtliches Stadtlexikon Schwäbisch Hall. Swiridoff, Künzelsau 2006, ISBN 3-89929-079-8
  • Gerhard Lubich: Geschichte der Stadt Schwäbisch Hall. Von den Anfängen bis zum Ausgang des Mittelalters. Gesellschaft für fränkische Geschichte, Würzburg 2006, ISBN 3-86652-952-X (Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte, Reihe IX: Darstellungen aus der fränkischen Geschichte. Band 52)
  • Andreas Maisch, Daniel Stihler: Schwäbisch Hall. Geschichte einer Stadt. Swiridoff, Künzelsau 2006, ISBN 3-89929-078-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwäbisch Hall – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Schwäbisch Hall – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  3. Teilortverzeichnis Schwäbisch Hall
  4. Hauptsatzung Schwäbisch Hall, S. 9
  5. Nach der Statistik über die Fläche von Schwäbisch Hall auf der Stadtwebsite. Sonstige Fläche aggregiert.
  6. Vgl. BSLK, S. 765; vgl. S. 17
  7. http://www.daniel-riecke.de/hexenprozess.html
  8. Gerd Wunder: Die Bürger von Hall – Sozialgeschichte einer Reichsstadt 1216–1802. Sigmaringen 1980; Seite 104f.
  9. http://www.swp.de/schwaebisch_hall/lokales/schwaebisch_hall/Hexenverfolgung-und-Zauberei;art1159738,453923
  10. Bilder zur Stadtgeschichte. Stadt Schwäbisch Hall, abgerufen am 20. Dezember 2009.
  11. a b Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0. S. 80f.
  12. www.statistik.baden-wuerttemberg.de
  13. www.Gerhards-Marionettentheater.de Internetauftritt des größten und ältesten Marionettentheaters in Baden-Württemberg.
  14. www.Prinzessin-Gisela-Theater.de Internetauftritt des seit fast 3 Jahrzehnten bestehenden Handpuppentheaters.
  15. http://www.schwaebischhall.de/wirtschaftsstadt/stadtmarketing/neueroeffnung-schwaebisch-hall-jetzt-mit-kq.html
  16. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2
  17. OpenSource im Rathaus
  18. Über Ratsinformationssystem Schwäbisch Hall
  19. [1] (abgerufen am 5. September 2011).