Odakyū Baureihe 3000 SE

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Odakyū Baureihe 3000 SE
Model 3000 SE of Odakyu Electric Railway.JPG
Baujahr(e): 1957
Ausmusterung: 1991
Spurweite: 1067 mm (Kapspur)
Länge: 15.950 mm (Steuerwagen der Originalserie und der 1962er-Serie)
16.150 mm (Steuerwagen der 1968er-Serie)
12.700 mm (Mittelwagen)
Höhe: 3.450 mm (Steuerwagen und normale Mittelwagen)
4.015 mm (Panorama-Mittelwagen)
Breite: 2.864 mm
Leermasse: 146,75 t (Originalserie)
159 t (1962er-Serie)
113,47 t (1968er-Serie)
Höchstgeschwindigkeit: 145 km/h (Weltrekordfahrt)
110 km/h (Regelbetrieb)
Dauerleistung: 100 KW
Beschleunigung: 1,6 km/h/s
Stromsystem: 1500 V
Stromübertragung: Oberleitung
Bremse: Motorbremsen,
Scheibenbremse
Zugsicherung: OM-ATS, ATS-S
Sitzplätze: 348 (Originalserie)
316 (1962er-Serie)
222 (1968er-Serie)
Klassen: normal (2. Klasse), green class (1. Klasse)

Die Odakyū Baureihe 3000 (jap. 小田急3000形電車, Odakyū 3000-gata densha) war ein „Romance Car“-Schnellzug des privaten, japanischen Eisenbahnverkehrsunternehmen Odakyū Dentetsu, der von 1957 bis 1991 im Einsatz war. Er wurde für den Tourismusverkehr im Großraum Tokio eingesetzt, wo er vom Zentrum Tokios über die Odawara-Linie zu touristischen Zielen im Hinterland verkehrte.

Geschichte[Bearbeiten]

Mit zunehmenden Wohlstand in der japanischen Gesellschaft im Zuge des Wirtschaftswachstums in der Nachkriegszeit wuchs der Bedarf an Binnentourismus. Odakyū Dentetsu entschied sich daher für die Entwicklung eines elektrischen Triebzugs, der speziell für den Einsatz im Tourismusverkehr konzipiert sein sollte. Die Entwicklung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem staatlichen Railway Technical Research Institute (RTRI).[1] Für die staatliche japanische Eisenbahngesellschaft JNR und ihr Forschungsinstitut RTRI ergab diese Kooperation durchaus einen Sinn, denn zu dieser Zeit wurde innerhalb der JNR noch intensiv darüber diskutiert, ob die Zukunft des geplanten japanischen Hochgeschwindigkeitsnetzes Shinkansen mit Triebzügen oder mit lokbespannten Zügen betrieben werden sollte. Da sich Odakyū Dentetsu für einen Triebzug entschieden hatte, konnten JNR und RTRI an den Erkenntnissen teilhaben.

Bei einer Testfahrt auf der Tōkaidō-Hauptlinie im Jahr 1957 konnte die Odakyū-Baureihe 3000 mit 145 km/h einen neuen Weltrekord für Züge der Kapspur-Breite erzielen. Dieser neue Weltrekord stellte den wesentlichen Auslöser dafür dar, dass die Hochgeschwindigkeitstriebzüge der Shinkansen-Baureihe 0 entwickelt wurden.

Einsatz[Bearbeiten]

Die Fahrzeuge der Odakyū-Baureihe 3000 SE kamen ab 1957 als erste „Romance Car“-Züge zwischen Tokio und Hakone als 8-Wagen-Einheit zum Einsatz. Das „SE“ stand dabei für „Super Express“.

Ab 1968 wurden die Züge neu zusammengestellt und mehrere neue Steuerwagen beschafft, um sie fortan als 5-Wagen-Einheiten betreiben zu könnten. Damit änderte sich der Zusatz von „SE“ auf „SSE“, was für "Short Super Express" stand. In dieser Formation blieben die Fahrzeuge bis 1991 im Einsatz.

Technik[Bearbeiten]

Die Odakyū-Baureihe 3000 war ein durchgängiger Gelenktriebzug in Leichtbauweise. Sie hatte einen sehr niedrigen Schwerpunkt, und die äußere Gestaltung war besonders aerodynamisch. Beides sollte zu einer möglichst hohen Durchschnittsgeschwindigkeit beitragen. Auf Grund der sehr kurvenreichen Strecke konnten die Züge allerdings im Regelbetrieb nie die technologische Höchstgeschwindigkeit erreichen.

Insgesamt wurden bei ihrer Konstruktion die neusten technologischen Erkenntnisse angewendet.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kenji Inayama (2001): JNR's Choice of Traction System - From Loco-hauled to Multiple-unit Trains (Englisch; PDF-Datei; 1,05 MB)