Ogawa Mimei

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Ogawa Mimei (jap. 小川未明, Ogawa Mimei, eigentlich Ogawa Kensaku; * 1882 in Takada in der jap. Präfektur Niigata; † 1961 in Tokio) ist Autor von Erzählungen, Kindergeschichten und Märchen.

Leben[Bearbeiten]

Ogawa Mimei studierte an der Fakultät für Englische Literatur der Universität Waseda und promovierte dort 1905. Im selben Jahr veröffentlichte Ogawa seine ersten literarischen Arbeiten. Waseda war zu der Zeit das akademische Zentrum des japanischen Naturalismus. Da Ogawa dem Ideal der Romantik zuneigte, blieb sein schriftstellerischer Erfolg zunächst aus. 1910 veröffentlichte er seine ersten Märchen.

Werk[Bearbeiten]

Gedenkstein für Ogawa Mimei hinter der Sporthalle einer Grundschule in Jōetsu mit einem Ausschnitt aus dem Gedicht "Nobara"

In seinen Märchen spiegeln sich natürliche Romantik und reine Liebe wider. Ogawa ist in Japan bekannt als Begründer der modernen japanischen Kinderliteratur. Ogawas Bedeutung ist vergleichbar mit der Hans Christian Andersens. Seine Erzählungen sind oft ergreifend und von beträchtlicher künstlerischer Vollendung. Sie trugen dazu bei, in Japan einen neuen Maßstab für Kinder- und Jugendliteratur aufzustellen. Ogawa wählt für seine Kindergeschichten vor allem Stoffe aus dem Alltag; viele von ihnen geben seine starke soziale Anteilnahme wieder.

Eines der berühmtesten Märchen Ogawas ist „Die Meerjungfrau und die roten Kerzen“ (The Mermaid and the Red Candles). Ein anderes, „The cow woman“ von 1919, beschreibt eine Mutter, deren Seele nach ihrem Tod nicht zur Ruhe kommt. Sie irrt umher, weil ihr kleiner Sohn alleine gelassen ist in elender Armut. Die Mutter erscheint ihrem Sohn in verschiedenen Aufmachungen, um ihm zu helfen und zu führen.

Die Besonderheit von Ogawa liegt in dem Ausdruck religiöser und philosophischer Symbolik, die den immerwährenden Kreislauf des Lebens aufzeigt. Der Untergang von Lebewesen ist nicht endgültig, sondern das Leben nimmt nur eine andere Gestalt an: in der Erzählung „The cow woman“ wandelt sich die Mutter um zur Mutterliebe.

1946 erhielt sie den Noma-Literaturpreis.

Auswahl[Bearbeiten]

  • Kūchū no geirto (空中の芸当)
    • dt. Wette im Äther, übersetzt von Monique Humbert, in: Nippon, 1965, S. 215-238

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Ivan Morris (Hrsg.): Nippon. Diogenes Verlag, Zürich 1965
  • Donald Keene: Japanische Literatur. Orell Füssli Verlag, Zürich 1962 (Originaltitel: Japanese Literature, John Murray, London 1953)

Weblinks[Bearbeiten]

Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Ogawa der Familienname, Mimei der Vorname.