Operation Last Chance

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Die Operation Last Chance ist eine internationale Kampagne um gesuchte NS-Kriegsverbrecher der Justiz zuzuführen. Das Motto der Aktion lautet: „Spät, aber nicht zu spät.“ Für Hinweise, die zur Verurteilung einer der gesuchten Personen führen, sind jeweils 10.000 Euro ausgesetzt.

Organisation[Bearbeiten]

Träger des Projekts sind das Simon Wiesenthal Center und die Targum Shlishi Foundation. Die Aktivitäten werden von Efraim Zuroff geleitet.

Derzeit ist die Initiative in neun Ländern aktiv:

  • seit 2002: Estland, Lettland und Litauen
  • seit 2003: Österreich, Polen und Rumänien
  • seit 2004: Kroatien und Ungarn
  • seit 2005: Deutschland

Kritik[Bearbeiten]

Der jüdische Historiker Michael Wolffsohn kritisierte das Projekt in einem Interview mit dem Deutschlandfunk für die Aussetzung eines Kopfgelds als „geschmacklos“. Im selben Zusammenhang bezeichnete er auch die Rückführung von John Demjanjuk als mögliche „institutionelle und vielleicht sogar personelle Wichtigtuerei“, sowie die Arbeit des Wiesenthal Centers als „Klamauk [der] aber nicht für eine wirklich intensive, pietätvolle Aufarbeitung“ stehe.[1]

Fahndungsliste[Bearbeiten]

Mit Stand 1. April 2014: [2]

A. Alle ehemals in den Konzentrationslagern Auschwitz-Birkenau, Treblinka, Belzec, Majdanek, Chelmno und Sobibor dienenden Personen
B. Alle ehemaligen Mitglieder der Einsatzgruppen A-D
  1. Gerhard Sommer: In Italien verurteilt - Auslieferung von Deutschland abgelehnt; Verfahren in Deutschland Ende September 2012 eingestellt.[3] [4] Am 5. August 2014 hob das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe den Einstellungsbeschluss der Staatsanwaltschaft Stuttgart im Fall Sommers auf.[5] Damit kann die Hamburger Staatsanwaltschaft Anklage gegen Sommer erheben.[6] Er lebt in einem Altenheim in Hamburg.
  2. Wladimir Katriuk[7]
  3. Hans Lipschis (geb. als Antanas Lipšys): Im Dezember 2013 wurde Lipschis jedoch aus der Untersuchungshaft entlassen, nachdem ein Psychiater eine beginnende Demenz diagnostizierte. Das Landgericht Ellwangen hatte am 27. Februar 2014 (1 Ks 9 Js 94162/12) die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt, weil Hans Lipschis nicht mehr in der Lage sei, sich angemessen zu verteidigen. Staatsanwaltschaft Stuttgart und Nebenkläger akzeptierten dies letztendlich.
  4. John Kalymon (geboren als Iwan Kalymon, † 2014)
  5. Sören Kam
  6. Algimantas Dailidė: Von einem litauischen Gericht verurteilt. Er muss die Haftstrafe aber Aufgrund seines hohen Alters nicht antreten. Seit 2003 lebt er in Kirchberg in Sachsen. [8] [8]
  7. Theodor Szehinskyj
  8. Helmut Oberlander[7]

Ehemals auf der Liste[Bearbeiten]

Einzelbelege: [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [23] [24] [25] [26] [27] [28] [29] [30] [31] [32] [33]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.deutschlandradiokultur.de/wolffsohn-kritisiert-plakataktion-zu-nazi-verbrechen-als.1008.de.html?dram:article_id=255064
  2. Wiesenthal Center 2014 Annual Report Praises New Legal Strategy by German Prosecutors Which Has Led to Impressive Results. 6. Mai 2014
  3. http://www.kontextwochenzeitung.de/pulsschlag/136/die-biologische-loesung-1820.html
  4. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/ss-massaker-in-sant-anna-di-stazzema-verfahren-wird-eingestellt-a-858910.html
  5. Massaker von Sant' Anna, Gericht sieht hinreichenden Tatverdacht gegen früheren SS-Mann. In: Spiegel Online. 5. August 2014, abgerufen am 30. November 2014.
  6. Bericht des Hamburger Abendblattes vom 5. August 2014. http://www.abendblatt.de/hamburg/article130916965/Hamburger-soll-fuer-Massaker-in-der-Toskana-vor-Gericht.html. Eingesehen 30. November 2014
  7. a b c Three new names on Wiesenthal Center’s most-wanted Nazi list have Canadian links. In: The Times of Israel. 22. April 2012, abgerufen am 15. Juli 2012.
  8. a b Lithuania: 85-year-old Nazi evades prison (en) ynetnews.com. Abgerufen am 6. April 2012.
  9. derStandard.at - Österreichischer Nationalsozialist Brunner offenbar 2009 gestorben. APA-Meldung vom 30. November 2014, abgerufen am 30. November 2014.
  10. „Der Fall Michail Gorschkow “, Baltische Rundschau, abgerufen am 7. Mai 2013
  11. Brian Flynn und Ryan Parry: The Sun finds Nazi who sent 15,700 to die. auf der Webseite von The Sun, 15. Juli 2012
  12. Polizei nimmt mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher Csatáry fest. In: Spiegel Online. 18. Juli 2012.
  13. Laszlo Csatary, Hungarian man charged with Nazi-era war crimes, dies at 98. Washington Post. Archiviert vom Original am 12. August 2013. Abgerufen am 12. August 2013.
  14. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/mutmasslicher-nazi-kriegsverbrecher-csatary-laut-anwalt-gestorben-a-916011.html
  15. Nazi suspect Charles Zentai wins Australia extradition case. BBC, 15. August 2012, abgerufen am 20. Juni 2013.
  16. Efraim Zuroff: Worldwide Investigation and Prosecution of Nazi War Criminals (April 1, 2003 – March 31, 2004). An Annual Status Report. (PDF; 615 kB) August 2004, S. 42–43
  17. SWC Annual Report on Nazi War Criminals Reveals Dramatic Rise in New Investigations; Slams Ukraine and Others; & Praises US for Outstanding Success. 4. Mai 2005
  18. Wiesenthal Center Annual Report on Worldwide Investigation and Prosecution of Nazi War Criminals. 23. April 2006
  19. Wiesenthal Center Annual Report Notes Rise in Number of Convictions of Nazi War Criminals During Past Year. 15. April 2007;
    Efraim Zuroff: Worldwide Investigation and Prosecution of Nazi War Criminals (April 1, 2006 – March 31, 2007). An Annual Status Report. (MS Word; 401 kB) August 2007
  20. SWC Annual Worldwide Report and Most Wanted List for Nazi War Criminals. 30. April 2008
  21. Wiesenthal Center Annual Report on the Prosecution of Nazi War Criminals. 20. April 2009
  22. SWC Annual Nazi War Criminal Report. 11. April 2010;
    Efraim Zuroff: Worldwide Investigation and Prosecution of Nazi War Criminals (April 1, 2009 – March 31, 2010). An Annual Status Report. November 2010, S. 38–42
  23. Simon Wiesenthal Center's Tenth Annual Report on the Investigation and Prosecution of Nazi War Criminals. 1. Mai 2011;
    Efraim Zuroff: Worldwide Investigation and Prosecution of Nazi War Criminals (April 1, 2010 – March 31, 2011). An Annual Status Report. November 2011
  24. SWC Annual Status Report on the Worldwide Investigation and Prosecution of Nazi War Criminals. (PDF; 95 kB) 2012;
    Efraim Zuroff: Worldwide Investigation and Prosecution of Nazi War Criminals (April 1, 2011 – March 31, 2012). An Annual Status Report. (PDF; 502 kB) Dezember 2012, S. 39–43
  25. Efraim Zuroff: Simon Wiesenthal Center 2013 Annual Report on the Status of Nazi War Criminals. (PDF; 379 kB) April 2013
  26. „Die Jagd nach den letzten Kriegsverbrechern“, FAZ, 10. Juli 2007, Interview mit Efraim Zuroff
  27. „Karadzic, Heim, Bin Ladin – Gesucht: Kriegsverbrecher“, FAZ, 29. Juli 2008, Interview mit Efraim Zuroff [1]
  28. Nazi-Liste: Österreicher Heim an 1. Stelle [2]
  29. Vorarlberg Online: Die Liste der zehn meistgesuchten Nazi-Kriegsverbrecher. [3]
  30. „Auf der Suche nach den Klägern“, Jungle World, 6. November 2008, Interview mit Efraim Zuroff
  31. USA: Mutmaßlicher Kriegsverbrecher Peter Egner gestorben [4]
  32. Letztes Holocaust-Verfahren eingestellt [5]
  33. Primary Findings of the Simon Wiesenthal Center's 2013 Annual Report on the Worldwide Investigation and Prosecution of Nazi War Criminals (MS Word; 27 kB), operationlastchance.org

Weblinks[Bearbeiten]