PECH-Regel

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Die PECH-Regel (PECH für Pause – Eis – Compression – Hochlagern) fasst die Behandlungsmaßnahmen zusammen, deren Anwendung bei Muskel- und Gelenkverletzungen empfohlen wird, um den Schaden so gering wie möglich zu halten.[1][2] In englischsprachigen Ländern spricht man von RICE, was für rest, ice, compression, elevation steht.

Pause
Sofort nach der Verletzung sollte die Betätigung eingestellt werden. Der betroffene Körperteil sollte ruhiggestellt und weitere Belastung vermieden werden.
Eis
Durch Kühlung des betroffenen Körperteils mit geeigneten Kühlmitteln wird eine Verengung der Blutgefäße erreicht. Blutungen und Schwellungen werden vermindert. Der Stoffwechsel im Gewebe wird durch die Kühlung verlangsamt, ein Gewebeschaden breitet sich demnach auch langsamer aus. Des Weiteren lindert die Kälte den Schmerz in der betroffenen Körperregion. Eis und Kältepackungen sollten niemals auf die nackte Haut gelegt werden, da es zu Kälteschäden kommen kann.
Compression
Ein umgehend angelegter Kompressionsverband verlangsamt die Ausweitung von Blutungen und Schwellungen.
Hochlagern
Der verletzte Körperteil sollte hochgelagert werden, wenn möglich über Herzhöhe. Dadurch wird der Rückfluss des Blutes verbessert bzw. der tatsächliche, statische Blutdruck an der Verletzung verringert. Die Schwellungen und die damit verbundenen Schmerzen verringern sich. Es dringt weniger Blut in das umliegende Gewebe.

Diese Maßnahmen können sofort von dem Patienten oder einem helfenden Laien durchgeführt werden, sind jedoch in der Regel keine abschließende Versorgung oder Therapie, sondern die vorläufige Erstversorgung einer offensichtlich nur leichten Verletzung. Es sollte immer versucht werden, eine qualifizierte Beurteilung und Versorgung zu erhalten. Laienhafte Ratschläge, wie „Da sieht man nichts, da ist auch nichts! Und jetzt die Verletzung durch Bewegung an der Schmerzgrenze herausarbeiten!“ müssen unterbleiben, sind unverantwortlich und keinesfalls zu befolgen, besonders gegenüber Schutzbefohlenen oder anders Abhängigen (z.B. Untergebene). Dies gilt auch, wenn es die Ansicht des Patienten selbst ist („Die Arbeit muß noch erledigt oder das Spiel gewonnen werden.“). Subjektiv kann der Schmerz durch Weitermachen oft nachlassen, was auf die vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen, insbesondere Adrenalin (Fluchtreflex, Schmerzunterdrückung) und nach den ersten erfolgreichen Bewegungen auch Dopamin (Glückshormon), zurückzuführen ist. Durch die Hormone kann die Leistung sogar kurzzeitig und objektiv gesteigert werden. Der Effekt entspricht der Leistungssteigerung von durch zugefügte Schmerzen (z.B. Schlagen) angetriebenen Tieren und Menschen. Anschließend ist die zu therapierende Verletzung aber wesentlich schlimmer und es kann den Unterschied ausmachen zwischen einer kurzfristigen, langfristigen oder bleibenden Schädigung.

Diese Überlegungen sind jedoch nicht anzustellen, wenn es gilt, sich selbst oder den Patienten aus einem Gefahrenbereich zu entfernen oder Hilfe zu erreichen.

Differenzierung[Bearbeiten]

Die PECH-Regel, insbesondere die Kühlung, ist kein geeignetes Mittel zur Behandlung von Muskelkrämpfen, obwohl P(ause) und H(ochlegen) zu einer Schmerzlinderung und Regenerierung beitragen können.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.schulsport-aktiv.de/cms/front_content.php?idart=207 P.E.C.H.-Regel der Landesstelle für den Schulsport NRW bei der Bezirksregierung Düsseldorf
  2. http://www.tk.de/tk/bewegung/sportverletzungen/die-pech-regel/36742 Die PECH-Regel bei der Techniker Krankenkasse
Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!