PKD2

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Schematische Darstellung von Polycystin-1 und Polycystin-2 an einer Zelle.[1]

PKD2 (engl. Abk. für polycystic kidney disease 2 (autosomal dominant) = „polyzystische Nierenerkrankung 2 (autosomal-dominant)“) ist ein Gen, das sowohl beim Menschen als auch anderen Säugetier-Arten im Genom enthalten ist.

Funktion[Bearbeiten]

Das PKD2-Gen kodiert das Glycoprotein Polycystin-2. Mutationen in PKD2 können autosomal-dominant vererbt werden und führen dann zur autosomal-dominanten Zystenniere (ADPKD). Während Mutationen in PKD1 für etwa 85 % der Zystennieren verantwortlich ist, sind es bei PKD2 etwa 15 %.[2] Signifikante Mutationen in PKD2 führen zu einer milderen Form der Zystenniere. Bei den betroffenen Patienten stellt sich das terminale Nierenversagen mit etwa 70 Jahren ein, während dies bei Mutationen in PKD1 10 bis 20 Jahre früher eintritt.[3]

Genetik[Bearbeiten]

Das PKD2-Gen befindet sich beim Menschen auf Chromosom 4 Genlocus q21-q23.[4]

Über 68 kb umfasst das PKD2-Gen[5] und es enthält 15 Exons.[6] Die korrespondierende mRNA hat ungefähr 5,4 kb und das daraus kodierte Polycystin-2 968 Aminosäuren.[7][8] Im Gegensatz zu PKD1 enthält es keine Polypyrimidin-Sequenz. Exon 1 hat eine relativ hohe Mutationswahrscheinlichkeit, da es reich an Guanin und Cytosin ist. PKD2 hat beim Menschen keine Gen-Homologe. Es liegt als Single-Copy-Gen vor.[9][10]

Mutationen[Bearbeiten]

Bis 2005 waren etwa 45 verschiedene Mutationen auf PKD2 bekannt. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um einfache Basenaustausche oder Insertionen beziehungsweise Deletionen von wenigen Basenpaaren oder um Frameshifts.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. C. Stayner und J. Zhou: Polycystin channels and kidney disease. In: Trends in Pharmacological Sciences 22, 2001, S. 543–546. PMID 11698076.
  2. S. Rossetti u. a.: Mutation analysis of the entire PKD1 gene: genetic and diagnostic implications. In: Am. J. Hum. Genet. 68, 2001, S. 46–63. PMID 11115377.
  3. C. C. Deltas: Mutations of the human polycystic kidney disease 2 (PKD2) gene. In: Hum. Mutat. 18, 2001, S. 13–24. PMID 11438989.
  4. National Center for Biotechnology Information: PKD2 polycystic kidney disease 2 (autosomal dominant) ( Homo sapiens ) eingesehen am 3. Oktober 2008.
  5. T. Mochizuki u. a.: PKD2, a gene for polycystic kidney disease that encodes an integral membrane protein. In: Science 272, 1996, S. 1339–1342. PMID 8650545.
  6. T. Hayashi u. a.: Characterization of the exon structure of the polycystic kidney disease 2 gene (PKD2). In: Genomics 44, 1997, S. 131–136. PMID 9286709.
  7. J. P. Calvet: Molecular genetics of polycystic kidney disease. In: J Nephrol 11, 1998, S. 24–34. PMID 9561482.
  8. T. Mochizuki u. a.: PKD 2, a gene for polycystic kidney disease that encodes an integral membrane protein. In: Science 272, 1996, S. 1339–1342. PMID 8650545.
  9. M. Koptides und C. C. Deltas: Autosomal dominant polycystic kidney disease: molecular genetics and molecular pathogenesis. In: Hum Genet 107, 2000, S. 115–126. PMID 11030408.
  10. a b S. Helmig: Populationsgenetische Untersuchung an dem PKD 1 Gen der Katze im Hinblick auf das Polyzystische Syndrom. Dissertation, Justus-Liebig-Universität Gießen, 2005.

Weblinks[Bearbeiten]