Paul Gottlieb Werlhof

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Paul Gottlieb Werlhof, Kupferstich nach einem Gemälde von Dominicus van der Smissen, 1740
Werlhofs Frau Johanna Christina (1703−1742)

Paul Gottlieb Werlhof (* 24. März 1699 in Helmstedt; † 26. Juli 1767 in Hannover) war ein deutscher Arzt und Dichter.

Leben[Bearbeiten]

Werlhof studierte an der Universität Helmstedt Medizin bei Brandanus Meibom (1695−1740), dem Sohn seines Großonkels Heinrich Meibom, bei dem Professor der Anatomie und Chirurgie Alexander Christian Gackenholz († 1717), Andreas Julius Bötticher, Johann Carl Spies und Lorenz Heister (1683−1758). Nach seinem Studium zog er 1721 nach Peine und arbeitet dort für vier Jahre als praktischer Arzt. 1723 erwarb er den Doktortitel an der Universität in Helmstedt.

1725 zog Werlhof auf Rat des Leibarztes August Johann von Hugo nach Hannover, übernahm die Praxis des verstorbenen Johann Andreas Plohr und heiratete dessen Tochter Johanna Christina (1703−1742). Seine Fähigkeiten als Arzt verschafften ihm bald große Anerkennung. Er hatte eine außerordentlich hohe Zahl an Patienten, auch aus höheren gesellschaftlichen Kreisen, und wurde einer der bekanntesten Ärzte seiner Zeit in Europa, der sogar aus Moskau und Rom konsultiert wurde. 1729 wurde er Hofmedicus, 1742 königlicher Leibarzt und 1760 als Nachfolger Hugos erster Leibarzt. Die Einladung auf eine Professur in Helmstedt lehnte er ab und blieb bis zu seinem Tod in Hannover. 1733 fertigte er ein Gutachten für die neue medizinische Fakultät. Auf seine Empfehlung wurde Albrecht von Haller 1736 nach Göttingen berufen.

Nach Werlhof ist die Idiopathische Thrombozytopenie als Morbus Werlhof benannt.

Nach dem Tode seiner ersten Frau heiratete er 1743 die verwitwete Frau des Professors der Rechte Hartmann in Kiel, Sarah Elisabeth (1709−1768), geb. Scriver, Tochter des Etatsraths Scriver in Kiel. Aus dieser Ehe entstammte der spätere hannoversche Jurist Wilhelm Gottfried Werlhof (1744−1832).[1]

Werlhof war nicht nur ein begnadeter Arzt, sondern ein hervorragender Poet. Er schrieb Gedichte und Hymnen. Werlhof war ein Freund von Albrecht von Haller (1708−1777), ebenfalls ein anerkannter Arzt und Dichter.

Werke[Bearbeiten]

  • Observationes de febribus, praecipue intermittentibus et ex harum genere continuis etc. Hannover, 1732, 1745. Venedig, 1757, 1764, 1784.
  • Cautiones medicae de limitandis laudibus et vituperiis morborum et remediorum. Hannover, 1734.
  • Disquisitio medica et philologica de variolis et anthracibus, signis differentiis, medelis disserit etc. Hannoverae, sumt. haered. Nicolai Foersteri, 1735.
  • Gedichte. 1749. 2nd edition, 1756.
  • Opera Medica. 3 Bände. Hannoverae, imp. frat. Helwingiorum, 1775−1776.

Literatur[Bearbeiten]

  • Julius Pagel (1851−1912): Paul Gottlieb Werlhof. In: August Hirsch: Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte aller Zeiten und Völker. Urban & Schwarzenberg. 2nd Auflage. Berlin, 1929. Pp. 905.
  • Udo Benzenhöfer: Der hannoversche Hof- und Leibarzt Paul Gottlieb Werlhof (1699−1767). Mainz, 1992. 53 pages.
  • Julius Leopold Pagel: Werlhof, Paul Gottlieb. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 42, Duncker & Humblot, Leipzig 1897, S. 16 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Blätter für literarische Unterhaltung, Band 2, S. 1032

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paul Gottlieb Werlhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien