Helmstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Helmstedt
Helmstedt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Helmstedt hervorgehoben
52.22805555555611.010555555556123Koordinaten: 52° 14′ N, 11° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Helmstedt
Höhe: 123 m ü. NN
Fläche: 46,97 km²
Einwohner: 24 792 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 528 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38350
Vorwahlen: 05351, 05356
Kfz-Kennzeichen: HE
Gemeindeschlüssel: 03 1 54 010
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 1
38350 Helmstedt
Webpräsenz:
Bürgermeister: Heinz-Dieter Eisermann (parteilos)
Stadtansicht von Helmstedt um 1654 nach einem Kupferstich von Matthäus Merian

Helmstedt ist die Kreisstadt des Landkreises Helmstedt in Niedersachsen (Deutschland). Sie liegt zwischen Elm und Lappwald, jeweils ca. 40 km östlich von Braunschweig und westlich von Magdeburg an der Grenze zu Sachsen-Anhalt.

Während der Deutschen Teilung befand sich hier an der Bundesautobahn 2 der wichtigste Grenzübergang (Kontrollpunkt Helmstedt) zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik sowie der westliche Endpunkt einer der Transitstrecken nach West-Berlin.

Helmstedt kann mit Bauwerken seit der Romanik aufwarten. Hervorzuheben sind Beispiele aus der Renaissancezeit sowie über 400 Professoren- und Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Die ehemalige Universitäts- und Hansestadt liegt inmitten des Naturparks Elm-Lappwald. Die Stadt ist zudem Mitglied im kulturellen Städtebund der „Neuen Hanse“.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Helmstedt gliedert sich in 4 Stadtteile:

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Frühgeschichte

Helmstedt und die Umgebung sind reich an archäologischen Fundstätten. Die ältesten Spuren hier anwesender Menschen wurden während der Ausgrabungen im Braunkohletagebau gefunden. Quer durch das Helmstedter Kreisgebiet verlief mit der Löß- auch eine Kulturgrenze. Während sich auf den fruchtbaren Lößböden bereits bäuerliche Kulturen niedergelassen hatten, lebten nördlich von Helmstedt in den Gebieten mit minderer Bodenqualität noch mittelsteinzeitliche Jäger und Sammler. Die ältesten Siedlungen errichteten die Bauern der Jungsteinzeit im 6. Jahrtausend vor Chr. Die erste bäuerliche Kultur nördlich der Lößgrenze zeichnete sich durch ihre besondere Keramik in Form von Trichterbechern aus. Diese Menschen bestatteten ihre Toten in Großsteingräbern. Bekannt sind auch die Lübbensteine westlich von Helmstedt aus dem 4. Jahrtausend vor Chr. sowie die Großsteingräber bei Süpplingenburg und Groß Steinum.

[Bearbeiten] Mittelalter

Helmstedt entwickelte sich in der Nähe des Benediktinerklosters St. Ludgeri, das um 800 als Missionszelle von Liudger, dem ersten Bischof von Münster, gegründet wurde. Es bestand stets eine enge Verbindung zum Kloster Werden (heute ein Stadtteil von Essen). Die älteste politische Einteilung der Region geht bis ins frühe Mittelalter auf die Gaue zurück. Die Region Helmstedt war Teil von Derlingau und Nordthüringgau. Im Laufe des Mittelalters ersetzten die Grafschaften die Gaue. Über Kaiser Lothar III. von Süpplingenburg fielen die umliegenden Helmstedter Besitzungen an die Welfen. Bis zum Jahr 1490 waren noch die Äbte des Klosters Werden-Ludgeri die Stadtherren von Helmstedt, die anschließend ihre Rechte an die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg abtraten.

Helmstedt wurde als Helmonstede das erste Mal in einer Urkunde von Kaiser Otto I. im Jahr 952 erwähnt. Verbriefte Stadtrechte sind für Helmstedt bereits im Jahr 1247 durch den Abt von Werden dokumentiert.

Im Zuge des Deutschen Thronstreites zwischen den Welfen und Staufern wurde die Stadt zur Jahreswende 1199/1200 von Truppen des magdeburgischen Erzbischofs Ludolf und des Königs Philipp von Schwaben fast vollständig zerstört. Nach dem Wiederaufbau wurden die Befestigungsanlagen der Stadt verstärkt, so dass einer Belagerung im Jahr 1279 während der welfischen Erbstreitigkeiten zwischen den Söhnen des verstorbenen Herzogs Albrecht dem Großen Stand gehalten werden konnte. Nach jahrelangen kriegerischen Auseinandersetzungen wurde der als Vermittler zwischen den Kriegsparteien tätige Abt von Werden Otto II. im Jahr 1288 unter nicht näher geklärten Umständen von aufgebrachten Helmstedter Bürgern getötet. Daraufhin wurde über die Stadt und deren Bürger die Reichsacht verhängt, die erst 1290 von König Rudolf I. aufgehoben wurde.

Auf Grund seiner günstigen Verkehrslage zwischen den Handelsstraßen Lüneburg-Halberstadt und Braunschweig-Magdeburg entwickelte sich Helmstedt frühzeitig zu einem nicht unbedeutenden Handelsort. Zwischen 1426 und 1518 bestand eine Mitgliedschaft im Städtebund der Hanse, wenngleich auch als kleinstes Mitglied.

[Bearbeiten] Christianisierung und Reformation

Auf die Missionszeit um das Jahr 800 geht die Klosteranlage von St. Ludgeri in Helmstedt zurück. Gegründet als Ableger des Klosters Werden bei Essen widerstand St. Ludgeri der Reformation und bildete lange Zeit die einzige katholische Gemeinde der Region. Im Jahre 1530 fand in der Stephani-Kirche in Helmstedt die erste evangelische Predigt statt. Die Reformation setzte sich in der Stadt Helmstedt gegen den Widerstand des Klosters Ludgeri und des katholischen Herzogs Heinrich durch, wobei unter anderem das Kloster gebrandschatzt wurde. Das Umland blieb katholisch. Erst Herzog Julius führte unmittelbar nach seiner Regierungsübernahme 1568 im Land Braunschweig, und damit auch im Gebiet des späteren Landkreises Helmstedt, die Reformation ein.

[Bearbeiten] Universität Helmstedt

Die Universität Academia Julia wurde von Herzog Julius am 15. Oktober 1576 gestiftet; sein Sohn Heinrich Julius war der erste Rektor. Die Universität prägte das Leben von 1576-1810 in der Stadt, die inzwischen Mitglied der Hanse geworden war, erheblich. Die Herzöge holten Gelehrte wie den Humanisten Georg Calixt, den großen Einigungstheologen, der hier eine Schule der Philosophie gründete, den Universalgelehrten Hermann Conring, Doktor der Medizin, der Theologie, der Philosophie und Jurist zugleich, oder den berühmten Italiener Giordano Bruno, der die Lehre des Kopernikus vertrat und deswegen Jahre später in Rom auf einem Scheiterhaufen endete, an die Universität nach Helmstedt. Die Universität beeinflusste die Entwicklung der Stadt beinahe 234 Jahre. Das Ensemble der Universitätsbauten mit dem Juleum als Hauptgebäude ist bis heute eine architektonische Augenweide. Grundlegende Veränderungen ergaben sich während der „Franzosenzeit“ 1806 bis 1813. Jérôme Bonaparte, der Bruder Napoleons, regierte das Königreich Westphalen, zu dem auch Helmstedt gehörte. Auf seinen Befehl vom 10. Dezember 1809 wurde der Universitätsbetrieb nach Ende des Wintersemesters zum 1. Mai 1810 endgültig eingestellt. Interventionen zahlreicher bedeutender Universitätsangehöriger, darunter auch der Theologieprofessor Henke, blieben erfolglos.

In der Folgezeit konnte sich Helmstedt einen Ruf als „Schulstadt“ über die Landesgrenzen hinaus erwerben. Berühmte Schüler des örtlichen Gymnasiums waren u.a. Hoffmann von Fallersleben und die Brüder Adolf und Bruno Heusinger.

Hauptartikel: Universität Helmstedt

[Bearbeiten] Helmstedt grenzenlos

Autobahnkontrollpunkt Helmstedt im November 1989

Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte der Landkreis Helmstedt nach Rückzug der Amerikaner zur britischen Besatzungszone. Für viele Jahre verlief östlich von Helmstedt die Trennung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Der Grenzübergang Helmstedt-Marienborn an der A 2 nach Berlin gelangte zu traurigem Ruhm. Familiäre, freundschaftliche und wirtschaftliche Verbindungen zwischen Ost und West wurden unterbrochen. Als am 9. November 1989 die Grenze wieder geöffnet wurde, erlebte Helmstedt einen nie gesehenen Besucheransturm und ist seither im wahrsten Sinne des Wortes „grenzenlos“. Hier war die Freude über die Grenzöffnung und die Wiedervereinigung Deutschlands besonders groß. Um für zukünftige Generationen diesen Teil der Geschichte lebendig zu erhalten, werden Rundfahrten zu ehemaligen Grenzobjekten der Region angeboten. Diese Touren bieten eine Exkursion in die jüngste Geschichte Deutschlands.

Hauptartikel: Grenzübergang Helmstedt-Marienborn

[Bearbeiten] Landschaftsbestimmend: Die Braunkohle

Der Braunkohleabbau im Helmstedter Revier hat das Bild der Region entscheidend geprägt. Die Helmstedter Braunkohle entstand vor 50 bis 60 Millionen Jahren. 1725 wurde bei Frellstedt das erste Kohleflöz entdeckt. 1795 errichtete der Theologiestudent Johann Koch die erste Helmstedter Kohlengrube. Der Kohleabbau erfolgte unter Tage. 1872 verkaufte der Braunschweiger Herzog Wilhelm seine Braunkohlefelder an ein Bankenkonsortium, aus dem die Braunschweigische Kohlen-Bergwerke AG entstand. Sie wurde zum größten Bergbaubetrieb in der Helmstedt-Oschersleber Mulde. 1874 wurde mit „Trendelbusch“ der erste Tagebau in Betrieb genommen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen durch die Sperrung der Grenze die östlichen Produktionsanlagen verloren. Der durch die Teilung Deutschlands entstandene „Tagebau Helmstedt“ wurde im Jahr 2002 stillgelegt. An dessen Stelle ist langfristig ein 4 Quadratkilometer großer See mit entsprechendem Freizeitwert geplant.

Hauptartikel: Helmstedter Revier, Braunschweigische Kohlen-Bergwerke AG

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung hatten u.a. die Pest 1625/26, die Vertriebenenzuwanderung nach dem Zweiten Weltkrieg sowie Eingemeindungen im Jahr 1974.

Einwohnerentwicklung von Helmstedt
zwischen 1600 - 2005
Jahr Einwohner
1600 3.000
1620 3.115
1639 1.645
1700 3.800
1793 4.321
1830 6.237
1855 6.234
1871 7.783
Jahr Einwohner
1900 14.259
1919 16.446
1925 17.166
1940 18.349
1945 26.219
1956 29.025
1964 29.768
1970 27.326
Jahr Einwohner
1975 28.095
1980 26.718
1989 26.043
1991 26.419
1995 26.434
2000 26.152
2005 25.426

Hinweis: Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1830 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter bzw. der Stadtverwaltung selbst.

[Bearbeiten] Postgeschichte

Postgeschichtler gehen davon aus, dass in Helmstedt schon seit 1665 ein Postamt bestanden hat. In der Zeit des Königreichs Westphalen (1808-1813) gehörte die Stadt zum Département Oker mit der Hauptstadt Braunschweig. Distriktsstädte waren Braunschweig, Helmstedt, Hildesheim und Goslar.

Hauptartikel: Postgeschichte von Helmstedt

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Wappen

Im oberen Teil des Stadtwappens wird der geistliche Einfluss auf Helmstedt durch den heiligen Ludger deutlich gemacht. Er thront unter einem kleeblattförmigen Architekturbogen mit roten Dächern und der Inschrift „S.LUDGER“. Der Heilige trägt ein weißes Gewand mit roter Kasel. In seiner Rechten hält er einen goldenen Krummstab. In seiner Linken ein goldenes Buch und einen ebensolchen Heiligenschein. Im unteren Teil des Wappens wird eine silberne Zinnmauer mit offener Tür gezeigt, was damals den Begriff „Stadt“ wiedergab. Für die Farbe des Helmstedter Wappenschildes wurde blau gewählt, für die Figur des Heiligen und für das Mauerwerk weiß. Die Stadtfarben sind daher naturgemäß blau-weiß. Das Bild des Heiligen Ludger wurde am 25. Mai 1900 als endgültiges Wappen der Stadt von Prinz Albrecht, dem damaligen Regenten des Herzogtums Braunschweig, genehmigt.

[Bearbeiten] Rat

Helmstedter Rathaus (erbaut 1904 - 1906)

Der Rat der Stadt Helmstedt zählt in der gegenwärtigen Legislaturperiode 34 Ratsmitglieder. Derzeitiger Bürgermeister ist Heinz-Dieter Eisermann. Die Kommunalwahl am 10. September 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 36,8 13 44,0 17
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 32,9 11 39,9 16
FDP Freie Demokratische Partei 10,0 3 7,4 2
BfH Bürgerforum Helmstedt 6,3 2 - -
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 4,6 2 4,2 1
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 4,6 2 3,1 1
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft 3,9 1 - -
--- Sonstige 0,9 - 1,4 -
gesamt 100,0 34 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 41,6 53,8

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Bereits seit den 1950er Jahren unterhält Helmstedt freundschaftliche Verbindungen zu anderen westeuropäischen Städten. Nach dem Fall des Eiserner Vorhanges wurden diese Aktivitäten nach Osteuropa ausgedehnt. Derzeit besteht mit folgenden Städten eine offizielle internationale Partnerschaft:

Frankreich Vitré in Frankreich seit 1978
Vereinigtes Königreich Chard im Vereinigten Königreich seit 1980
USA Albuquerque in den Vereinigten Staaten von Amerika seit 1983
Italien Fiuggi in Italien seit 1986
Sachsen-Anhalt Haldensleben in Sachsen-Anhalt seit 1990
Weißrussland Swetlahorsk in Weißrussland seit 1991
Rumänien Orăştie in Rumänien seit 2002
Türkei Konakli in der Türkei seit 2008[1]

[Bearbeiten] Patenschaften

Seit dem Jahr 1999 ist die Stadt Namenspate eines Verkehrsflugzeuges vom Typ CRJ100LR, das zur Flotte der Lufthansa CityLine gehört und die Luftfahrzeug-Kennung D-ACJJ trägt.[2]

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Aufgrund seiner historischen Bausubstanz, seiner schief liegenden Plätze und seiner die Altstadt umgebenden Befestigungsanlagen besitzt Helmstedt ein unverwechselbares Profil in der Braunschweiger Region.

Das Stadtbild wird u.a. geprägt durch die Doppelkapelle St. Peter und Paul / St. Johannes, eines der ältesten Bauwerke der Region, die St. Felicitas-Krypta der Klosterkirche St. Ludgeri, die Pfarrkirche St. Stephani, das Kloster St. Marienberg, der Komplex der ehemaligen Universität mit dem Aulagebäude Juleum sowie eine Vielzahl von Fachwerk- und Professorenhäusern. Als ein Helmstedter Professor 1755 herausfand, dass Quellen im Brunnental heilkräftiges Wasser führten, entstand in der waldigen Umgebung der Stadt ein mondänes Modebad. Die Quellen sind zwar zwischenzeitlich versiegt, geblieben aber ist in einer parkähnlichen Landschaft eine Siedlung mit Theater und einem Hotel-Restaurant, die bis heute die Ortsteilbezeichnung Bad Helmstedt führt und staatlich als Erholungsort anerkannt wurde. Sie liegt mitten im Lappwald, einem Grenzforst zwischen dem Herzogtum Braunschweig und Preußen, der in früheren Zeiten dem „Räuberhauptmann Rose“ und anderen Schmugglern als Zufluchtsort diente.

Helmstedt ist zudem Mitglied der in den 1980er Jahren wiederbelebten hanseatischen Tradition der Lebens- und Kulturgemeinschaft des internationalen Städtebundes, der „Neuen Hanse“.

[Bearbeiten] Bauwerke

Als sehenswerte Bauwerke der Stadt sind u.a. zu nennen:

  • das romanische Kloster St. Marienberg mit Schatzkammer und Paramentenwerkstatt. Sitz des Ausbildungsseminars für Grund-, Haupt- und Realschulen Helmstedt und der „Helmstedter Chorknaben“
  • romanische Bauwerke des Klosters St. Ludgeri: die Doppelkapelle St. Peter und Paul / St. Johannes und die St. Ludgeri-Kirche mit der St. Felicitas-Krypta
  • das Türkentor, ehemaliger Eingang des Klosters St. Ludgeri
  • das Juleum, Aula-Gebäude der ehemaligen Helmstedter Universität im Baustil der Weserrenaissance mit Universitätsbibliothek und Kreis- und Universitätsmuseum
  • der Hausmannsturm als Teil der mittelalterlichen Befestigungsanlage und dem einzigen erhaltene Stadttor im Braunschweiger Land
  • die gotische St. Stephanikirche
  • eine Vielzahl von mittelalterlichen Professorenhäuser
  • das neugotische Rathaus
  • die Anlagen der Helmstedter Landwehr mit Beobachtungstürmen im angrenzenden Lappwald
  • das Zonengrenz-Museum
  • die GroßsteingräberLübbensteine
  • das im Ortsteil Bad Helmstedt liegende „Brunnentheater
  • das „Herzogliche Hoflager“, ein Fachwerkhaus aus dem Jahr 1567 mit umfangreichen Schmuckformen

[Bearbeiten] Theater

Das Brunnentheater in Bad Helmstedt.

Das Brunnentheater befindet sich ca. 4 km vom Stadtzentrum entfernt mitten im Lappwald in dem Ortsteil Bad Helmstedt. Das 1927 fertiggestellte Gebäude ist ein Nachfolgebau des im Jahr 1815 eröffneten Kurtheaters und umfasst gegenwärtig mehr als 600 Sitzplätze. Die Spielsaison erstreckt sich von den Monaten September bis April und beinhaltet wechselnde Vorstellungen, die von Tourneetheatern aufgeführt werden.

[Bearbeiten] Museen

Zonengrenz-Museum

Das ehemalige Kreisheimatmuseum und im Oktober 2003 als „Kreis- und Universitätsmuseum“ im Kellergeschoss des Juleums eröffnete Museum bietet eine Dauerausstellung zu zwei Hauptthemen an: der Universitätsgeschichte von Helmstedt und dem Leben im Landkreis Helmstedt seit 400.000 Jahren. Im Obergeschoss des Juleums sind die Reste der ehemaligen Universitätsbibliothek mit aktuell noch ca. 35.000 Bänden zu besichtigen.

Auf Grund der über Jahrzehnte währenden exponierten Lage der Stadt Helmstedt zur Grenze der DDR wurde im Jahr 1994 das „Zonengrenz-Museum“ eröffnet, das als Informationszentrum die Geschichte der Innerdeutschen Grenze in der Zeit von 1945 bis 1990 anhand von Exponaten und Zeitdokumenten abbildet.

Der „Museumshof Emmerstedt“ ist im gleichnamigen Ortsteil angesiedelt und stellt die Landwirtschaft und das örtliche Handwerk vergangener Zeiten vor. Zudem wird die Ortsgeschichte von Emmerstedt gezeigt.

[Bearbeiten] Sport

In Helmstedt gibt es mehrere Sportvereine, die sich überwiegend dem Breitensport widmen. Es werden u.a. die klassischen Feld- und Hallensportarten angeboten. Weiterhin bestehen Sportmöglichkeiten zum Angeln, Reiten und Segelfliegen. Die „Helmstedter Schützenbruderschaft“ kann auf eine Vereinsgeschichte verweisen, die auf das Jahr 1370 zurückgeht und ist damit eine der traditionsreichsten in Niedersachsen.

An Sport- und Freizeitmöglichkeiten in Helmstedt können u.a. genutzt werden:

  • das 1952 eröffnete Freibad „Waldbad Birkerteich“ im Lappwald
  • das 1976 eröffnete Hallenbad „Julius-Bad“
  • das 1980 fertiggestellte „Maschstadion“ für Fußball- und Leichtathletikveranstaltungen
  • das ebenfalls im Jahr 1980 eröffnete „Bürgerhaus“ mit einem Bowling- und Kegelcenter

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

Anknüpfend an die Helmstedter Universitätstradition werden seit 1995 jeweils in zeitlicher Nähe zum Tag der deutschen Einheit alljährlich die „Helmstedter Universitätstage“ durchgeführt. Vorträge und Diskussionen über alle Fragen des Zusammenwachsens von Ost und West sind Gegenstand der öffentlichen „Helmstedter Universitätstage“, die jedes Jahr unter einem bestimmten Thema stehen. Im alten Hauptgebäude der früheren Universität, dem Juleum, treffen deutsche und internationale Historiker, Politiker, Schriftsteller etc. zum Gedankenaustausch zusammen. Der Veranstaltungsort wurde in Anlehnung an die Bedeutung der ehemaligen Grenzstadt während der Deutschen Teilung gewählt.

Die im Jahr 1983 ins Leben gerufene „Elm-Lappwald-Messe“ findet üblicherweise im dreijährigen Intervall im Helmstedter Stadtgebiet statt. Diese regionale Wirtschaftsmesse versteht sich als Ergänzung zu den Großveranstaltungen in den angrenzenden Oberzentren Braunschweig, Wolfsburg und Magdeburg. Sie wird überwiegend von klein- und mittelständischen Betrieben geprägt, die in der Region um Elm und Lappwald angesiedelt sind. Im Jahr 2008 wurde die Veranstaltung von rund 70.000 Besuchern an sieben Messetagen frequentiert.[3]

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Wirtschaftliche Entwicklung

Hauptverwaltung der E.ON Avacon

Wirtschaftlich wurde Helmstedt in den letzten Jahrzehnten stets durch die Entwicklung des Volkswagenwerkes in Wolfsburg und die Braunschweigische Kohlen-Bergwerke (BKB) geprägt. Diese monostrukturelle Abhängigkeit blieb bis in die Gegenwart bestehen. Die Ansiedelung alternativer Industrien oder anderer Beschäftigungsmöglichkeiten geschah in der Vergangenheit nur ungenügend. Durch den Wegfall der „Zonenrandförderung“ nach der deutschen Einheit ergab sich zudem ein Subventionsgefälle zu den durch das Förderprogramm Aufbau Ost begünstigten Kommunen im angrenzenden Sachsen-Anhalt. Qualifizierte Ausbildungs- und Arbeitsplätze werden deshalb in der Region immer seltener. Die Bemühungen der BKB zum Ausgleich für das bevorstehende Ende des Kohleabbaus neue Geschäftsfelder zu erschließen waren mit dem Ausbau des Abfallverbrennungsgeschäfts zwar erfolgreich, konnten lokal aber keinen gleichwertigen Ersatz schaffen. Zumindest im Bereich der Verwaltung konnte unter anderem auch durch Fusion eines Tochterunternehmens (Überland-Zentrale Helmstedt AG), mit anderen Konzernunternehmen zur heutigen E.ON Avacon eine Stärkung des Standortes erreicht werden. Die Einwohnerzahl, erhöht durch die Eingemeindung der Dörfer Emmerstedt und Barmke, nimmt momentan ab. Der Wohnungsleerstand in einigen Stadtvierteln nimmt hingegen zu.

Die Sparkassen-Funktion im Ort wird seit dem 1. Januar 2008 von der Braunschweigischen Landessparkasse wahrgenommen, die zur NORD/LB gehört. Die Marktführerschaft der NORD/LB im Gebiet des früheren Herzogtum Braunschweig, zu dem auch Helmstedt lange gehörte, ist geschichtlich bedingt.

[Bearbeiten] Wohn- und Gewerbequartiere

Wie in vielen westdeutschen Städten setzte durch den wirtschaftlichen Aufschwung seit den 1950er Jahre auch in Helmstedt eine ausgeprägte Flächenerschließung und -bebauung ein. In den neueren Wohngebieten „Ziegelberg“ im Norden, „Gartenstadt“ und „Steinmühlenkamp“ (im Volksmund häufig Brandtsche Wiesen) im Osten sowie im westlichen „Elzwegviertel“ leben heute weitaus mehr Einwohner als im traditionellen Innenstadtbereich.

Alteingesessen Unternehmen und hinzukommende flächenintensive Betriebe wurden in den letzten Jahren verstärkt in neu geschaffenen Gewerbegebieten an den Stadtrand um- bzw. angesiedelt.

[Bearbeiten] Verkehrsanbindung

Helmstedter Bahnhof

[Bearbeiten] Schienenverkehr

Helmstedt liegt an der Bahnstrecke Braunschweig–Magdeburg. Der Bahnbetrieb auf der südlich des Elms verlaufenden Bahnstrecke Wolfenbüttel–Helmstedt wurde im Dezember 2007 stillgelegt.

Hier halten alle zwei Stunden Intercity-Züge auf der Linie LeipzigMagdeburgHannoverBremenOldenburg (– Norddeich Mole) sowie stündlich Regionalbahnen in Richtung Magdeburg und Braunschweig.

Im Jahr 2006 übernahm die Lappwaldbahn GmbH die Bahnstrecke Helmstedt–Grasleben von der Deutschen Bahn[4] und investierte 460.000 Euro an Eigenmitteln[5], um den Betrieb auf der Strecke wieder aufnehmen zu können. Am 7. Mai 2009 wurde die Strecke offiziell wiedereröffnet[6]. Ziel der Reaktivierung der Strecke ist eine Entlastung für die Straße durch den Schwerlastverkehr.

[Bearbeiten] Straßenverkehr

Helmstedt ist an die A2 DortmundHannoverMagdeburgBerlin über die drei Anschlussstellen Helmstedt West (61), Helmstedt Zentrum (62) und Helmstedt Ost (63) angebunden. In west-östliche Richtung führt die B1 seit dem Jahr 2005 um die Stadt herum. Die B244 und die B245a führen von Norden und Süden an die Stadt heran. An den innerdeutschen Fernbuslinien-Verkehr ist Helmstedt über den Berlin Linien Bus mit täglichen Verbindungen angeschlossen.

[Bearbeiten] Öffentlichen Personennahverkehr

Der öffentliche innerstädtische Busverkehr in Helmstedt wird von der Kraftverkehrsgesellschaft Braunschweig (KVG) abgewickelt, die auch mehrere regionale Überlandverbindungen betreibt.

[Bearbeiten] Flughäfen

Der nächste größere internationale Verkehrsflughafen ist der Flughafen Hannover-Langenhagen in ca. 100 Kilometer Entfernung. Mit dem Flughafen Braunschweig-Wolfsburg (ca. 38 km) und dem Flughafen Magdeburg-Cochstedt (ca. 60 km) befinden sich zwei weitere nationale Flughäfen in der Nähe.

[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen

Helmstedt ist Sitz folgender Einrichtungen beziehungsweise Institutionen:

[Bearbeiten] Bildung

Helmstedt steht in der Tradition der ehemaligen Universität und konnte sich in der Folgezeit als „Schulstadt“ einen überregional bedeutenden Namen machen. Heute gibt es in Helmstedt neben den allgemeinbildenden Schulen berufsbildende und fortbildende Einrichtungen.

Allgemeinbildende Schulen

Insgesamt bestehen in Helmstedt sechs Grundschulen, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind. An weiterführenden Schulen sind eine Gesamtschule (Giordano-Bruno-Gesamtschule), eine Hauptschule (Lutherschule) und eine Realschule (Lademann-Realschule) angesiedelt. Die zwei Gymnasien (Gymnasium am Bötschenberg, Gymnasium Julianum) der Stadt vervollständigen das Schulangebot.

Politische Bildungsstätte Helmstedt
Sonstige Bildungs- und Forschungseinrichtungen

Neben den allgemeinbildenden Schulen befinden sich noch weitere Bildungseinrichtungen in der Stadt. Der Landkreis Helmstedt unterhält eine Berufsschule, daneben existiert die private berufsbildende Oskar-Kämmer-Schule. Darüber hinaus werden eine Kreismusikschule sowie die Kreisvolkshochschule vom Landkreis betrieben. Die Kreisvolkshochschule fungiert gleichzeitig als eine Außenstelle der Fernuniversität Hagen. Weiterhin ist die „Politische Bildungsstätte Helmstedt“ eine seit vielen Jahren bestehende Heimvolkshochschule zur Erwachsenenbildung. Seit dem Jahr 1921 besteht in der Stadt eine „Schule für Lernhilfe“ (Wichern-Schule) zur Förderung von Kindern mit Lernproblemen.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Ehrenbürger

Die Stadt Helmstedt hat in ihrer Geschichte u.a. folgende Personen mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet:

  • Carl Adolph Heinrich von Hohnhorst (1850), Kreisdirektor (1844-1850)
  • Robert Hasenfuß (1968), ehemaliger Bürgermeister der Stadt
  • Robert Schaper (1993), Stadtarchivar und Ratsmitglied
  • Ilse Moshagen (1995), Ratsmitglied
  • Heinz Niemann (1996), Ratsmitglied
  • Hans-Otto Kieschke (2008), ehemaliger Bürgermeister der Stadt

In Klammern das Jahr der Ernennung.

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

[Bearbeiten] Literatur

  • Melsene Johansen, Helgard Helmich: Helmstedt. Sutton Verlag, Erfurt 2004, ISBN 3-89702-758-5
  • Hans-Ehrhard Müller: Helmstedt - die Geschichte einer deutschen Stadt. 2. Aufl. 2004
  • Hans Haase: Die Universität Helmstedt 1576-1810. Bremen/Wolfenbüttel 1976.
  • Otto Stelzer: Helmstedt und das Land um den Elm (Deutsche Lande - Deutsche Kunst) 2. Auflage, München/Berlin 1964.
  • Helmstädt. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bd. 8, Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1892, ‎ S. 368.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Helmstedt – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiquote Wikiquote: Helmstedt – Zitate
Wiktionary Wiktionary: Helmstedt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Städtepartnerschaft zwischen Konakli und Helmstedt besiegelt Abfrage bei stadt-helmstedt.de (Stand 8. September 2008)
  2. Canadair Regional Jet „Helmstedt“ auf airfleets.net
  3. Elm-Lappwald-Messe 2008 auf newsklick.de
  4. Unternehmensgeschichte der Lappwaldbahn GmbH, (Homepage der Lappwaldbahn GmbH, 13. Mai 2009).
  5. Helmstedter Blitz, „Bahnlinie zwischen Helmstedt und Grasleben wurde wiedereröffnet“, Ausgabe vom 13. Mai 2009
  6. Helmstedter Blitz, „Bahnlinie zwischen Helmstedt und Grasleben wurde wiedereröffnet“, Ausgabe vom 13. Mai 2009
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