Persistent sexual arousal syndrome

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Persistent sexual arousal syndrome (PSAS) oder Persistent genital arousal disorder (PGAD; dt.: „andauernde genitale Erregungsstörung“) ist eine Krankheit, bei der Personen an einer sexuellen Dauererregung leiden. In einigen Fällen bekommen die Betroffenen bis zu 250 Orgasmen am Tag. Die Krankheit tritt zumeist bei Frauen auf, in seltenen Fällen können jedoch auch Männer betroffen sein.[1] Die Orgasmen treten unerwartet und ungewollt auf, es reichen leichte Vibrationen, etwa beim Bus- oder Aufzugfahren. Teilweise löst schon ein vibrationsähnliches Geräusch, wie etwa das eines Föhns, einen Orgasmus aus.[2][3]

Das Syndrom wurde 2001 erstmals beschrieben[4] und ist noch relativ unerforscht – es gibt weder Medikamente noch andere Therapien, die die Krankheit heilen könnten.[5] Bestimmte Medikamente können anscheinend die Symptome mildern,[6] andere Arzneimittel können bisweilen die Symptome aber auch auslösen.[7][8]

Diagnose[Bearbeiten]

Die Diagnose wird anhand von fünf Kriterien erstellt[9]

  • Die sexuelle Erregung der Genitalien und Klitoris hält über einen Zeitraum von mehreren Stunden oder Tagen an.
  • Die sexuelle Erregung kommt nicht von einem echten Verlangen nach Sex.
  • Die sexuelle Erregung verschwindet nicht nach einem Orgasmus, sondern erfordert in der Regel mehr Orgasmen.
  • Das Gefühl der sexuellen Erregung ist aufdringlich und unerwünscht.
  • Die sexuelle Erregung der Genitalien und Klitoris ist zumindest mäßig schmerzhaft.

Symptome[Bearbeiten]

Zu den im Zusammenhang mit PSAS genannten Symptomen zählen Kribbeln in der Klitoris, Schwellung der Genitalien, Lubrikation, Orgasmen bei Kontraktionen in der Scheide, Kribbeln in der Scheide, Schmerzen in der Klitoris und Schmerzen in der Scheide. Bei vielen Betroffenen ist der Zustand der sexuellen Erregung dauerhaft. Bei anderen treten die Beschwerden hingegen nur periodisch auf. Zu psychischen Auswirkungen des PSAS zählen bei den Betroffenen allgemeines Unwohlsein und Gefühle der Scham, Schuld, Sorge und Angst, bis hin zu depressiven Stimmungen.

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. http://www.rp-online.de/gesundheit/sexualitaet/alles-ueber-die-mysterioese-orgasmus-krankheit-1.2097685
  2. Ryann Connell: Deadly „iku iku byo“ reaches a climax. In: The Mainichi Daily News. 16. November 2006 (Internet Archive)
  3. Krankheit: Orgasmen im Minutentakt. In: Die Welt. 22. November 2007, abgerufen am 10. August 2011.
  4. S. R. Leiblum & S. G. Nathan: Persistent sexual arousal syndrome: a newly discovered pattern of female sexuality. In: J. Sex. Marital Ther. Nr. 27 (4), 2001, S. 365–380. PMID 11441520
  5. D. Goldmeier & S. R. Leiblum: Persistent genital arousal in women -- a new syndrome entity. In: Int J STD AIDS. Nr. 17 (4), April 2006, S. 215-6. PMID 16595040
  6. Elizabeth Landau: When being turned on is a turnoff. In: CNN. 17. April 2010, abgerufen am 10. August 2011.
  7. S. R. Leiblum & D. Goldmeier: Persistent genital arousal disorder in women: case reports of association with anti-depressant usage and withdrawal. In: Sex Marital Ther. Nr. 34 (2), März/April 2008, S. 150-9. PMID 18224549
  8. W. W. Finger, M. Lund & M. A. Slagle: Medications that may contribute to sexual disorders. A guide to assessment and treatment in family practice. In: J Fam Pract. Nr. 44 (1), Januar 1997, S. 33-43. PMID 9010369
  9. Damien Mascret: Le syndrome d'excitation génitale persistante, In: Le Généraliste Nr. 24131 vom 6. Januar 2007
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