Peter Schickele

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Peter Schickele

Peter Schickele (* 17. Juli 1935 in Ames, Iowa) ist ein US-amerikanischer Komponist und Enkel des elsässischen Schriftstellers Rene Schickele (1883-1940).

Seine erdachte Biographie des P. D. Q. Bach, eines fiktiven letzten Sohnes des großen Barockkomponisten Johann Sebastian Bach, hat er mit einer großen Anzahl selbst komponierter parodistischer Musikstücke, die er unter diesem Pseudonym veröffentlichte, „ergänzt“. Mit schöner Regelmäßigkeit „entdeckt“ Prof. Schickele neue alte Werke des P. D. Q. Bach, gibt diese heraus und führt sie erstmals auf, insbesondere in seinen legendären Weihnachtskonzerten in der Carnegie Hall. Inzwischen sind 17 CDs mit diesen Kompositionen erschienen (Werkauswahl unter P. D. Q. Bach).

Schickele ist jedoch auch durch eigene, nicht unter dem Namen P. D. Q. Bach veröffentlichte Kompositionen hervorgetreten, zum Beispiel mit dem Soundtrack zum amerikanischen Science-Fiction-Film Lautlos im Weltraum von 1972.

Leben[Bearbeiten]

Peter Schickele wuchs in Washington D. C. und in Fargo in North Dakota auf, seine Eltern waren aus dem Elsass in die Vereinigten Staaten eingewandert. In Fargo schloss er 1952 die High School ab, bei Sigvald Thompson studierte er Kompositionslehre. Das Musikstudium am Swarthmore College schloss er 1957 ab, an der Juilliard School of Music erlangte er einen Abschluss als M. S. für Komposition. Zu seinen Lehrern an der Juilliard School gehörten neben Roy Harris, den er in den Folgejahren oftmals als denjenigen bezeichnete, der ihn am meisten beeinflusst habe, auch Darius Milhaud, Vincent Persichetti und William Bergsma. Von 1961 bis 1965 lehrte er selbst an der Juilliard School, danach ist er wie bereits vorher schon freiberuflich tätig.

Schickele ist mit Susan Sindall verheiratet, das in New York City wohnende Paar hat zwei Kinder, Matt und Karla, die verschiedenen Indie-Rockbands angehörten, darunter Beekeeper, Ida, K. and M Shanghai String Band [1]. Sein Bruder war der Filmregisseur und Musiker David Schickele († 1999) [2].

Werk[Bearbeiten]

Schickele schuf mehr als 100 Lieder und Musikwerke für Symphonieorchester, Chöre, Kammermusikensemble, Film (darunter Silent Running (deutsch: Lautlos im Weltraum) sowie Animationsfilme nach den Büchern Where the Wild Things Are und In the Night Kitchen)[3] und Fernsehen. Darüber hinaus entstanden Werke für Schulorchester und für einige Folkmusiker, die bekannteste dürfte Joan Baez sein. Für sie arrangierte und orchestrierte er in den 1960er Jahren die drei Alben Noël, Joan, und Baptism. Er schrieb mehrere Musicals, für die er auch verschiedene Preise erhielt, und gab als Musiker und als Dirigent zahlreiche Konzerte in Nordamerika und auch in anderen Ländern.

In seinem Gesamtwerk lassen sich sowohl Einflüsse der europäischen klassischen Musik als auch der amerikanischen Musik erkennen. So entstanden auch Folgen der Radioprogrammserie Schickele Mix unter seinem maßgeblichen Einfluss, die als Teil des Bildungsprogramms von vielen öffentlichen Rundfunkstationen in den Vereinigten Staaten ausgestrahlt wurden. Die Produktion der Radioserie musste aus finanziellen Gründen in den späten 1990er Jahren eingestellt werden, die Ausstrahlung von Programmwiederholungen erfolgte noch bis zum Juni 2007.[4] Lediglich 119 der 169 Programmfolgen wurden wiederholt, da einige frühere Folgen im Rahmen des nationalen öffentlichen Rundfunkprogramms American Public Radio entstanden sind, die späteren Sendungen entstanden im Rahmen des nationalen öffentlichen Rundfunkprogramms von Public Radio International. Ab März 2006 konnten einige der bisher nicht wiederholten Folgen in die Wiederholung der Sendereihe wieder aufgenommen werden. Die bekannte Folge Periodic Table of Musics war jedoch nicht darunter, in der Schickele Musiker und Komponisten vergleichbar den Elementen in der Periodentafel der Elemente aufführt[5].

Schickele gehörte als Fagottspieler dem Rocktrio Open Window an, das die Musik zur Revue Oh! Calcutta! schrieb und aufführte.

Seine Werke erscheinen bei der Theodore Presser Company.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. M Shanghai String Band: Biography. M Shanghai String Band. Abgerufen am 30. November 2009 (englisch).
  2. "David Schickele, 62, Filmmaker And, With Brother, a Parodist" von Allan Kozinn in The New York Times vom 11. November 1999 (englisch)
  3. The Tennessean 12. März 2009, "The Nashville Scene", S. 46 (englisch)
  4. Dedicated to the Proposition that All Musics are Created Equal. In: The Peter Schickele/P.D.Q. Bach Web Site. Abgerufen am 29. November 2009 (englisch).
  5. Schickele Mix Program Database Search. In: The Peter Schickele/P.D.Q. Bach Web Site. Abgerufen am 30. November 2009 (englisch).