Petermann-Insel

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Petermann-Insel
Petermann-Insel
Petermann-Insel
Gewässer Südlicher Ozean
Inselgruppe Wilhelm-Archipel
Geographische Lage 65° 10′ 5″ S, 64° 8′ 32″ W-65.168055555556-64.142222222222150Koordinaten: 65° 10′ 5″ S, 64° 8′ 32″ W
Petermann-Insel (Antarktische Halbinsel)
Petermann-Insel
Länge 1,5 km
Breite 1 km
Höchste Erhebung 150 m
Einwohner (unbewohnt)
Adeliepinguine auf der Petermann-Insel
Adeliepinguine auf der Petermann-Insel

Die Petermann-Insel ist eine unbewohnte Insel in der Antarktis. Sie liegt südlich des Palmer-Archipels und nördlich der Argentinischen Inseln vor der Küste der Antarktischen Halbinsel. Die Insel wurde im Januar 1874 vom deutschen Walfänger Eduard Dallmann entdeckt und nach dem Geographen August Petermann benannt.

Die höchste Erhebung der etwa 1,5 km langen Insel[1] erreicht 150 m.[2] Die Insel ist nicht vollständig vergletschert, ihr nordwestlicher Teil besitzt jedoch eine kleine Eiskappe. Die Petermann-Insel befindet sich am südlichen Ende des engen, von hohen, scharfen Klippen gesäumten, landschaftlich reizvollen Lemaire-Kanals. Sie ist der südlichste Punkt vieler Kreuzfahrten in die Antarktis.

Auf der Insel befinden sich Brutkolonien von Esels- und Adeliepinguinen. 2010/11 wurde außerdem ein Brutpaar des Zügelpinguins beobachtet. Weiterhin brüten hier Antarktis-Skuas, Buntfuß-Sturmschwalben, Weißgesicht-Scheidenschnäbel und Blauaugenscharben.[2] An Robben gibt es Seeleoparden und Krabbenfresser. Die Vegetation ist kärglich und besteht aus Moosen und Flechten. Schneealgen sind oft weit verbreitet[2] und geben den Schneefeldern eine rosafarbene Tönung.

Jean-Baptiste Charcot überwinterte vom 3. Februar 1909 bis zum 26. November 1909 mit seinem Schiff Pourquoi Pas? auf der Petermann-Insel in einer kleinen Bucht, die er, weil sie am 1. Januar 1909, dem Tag der Beschneidung Christi, gefunden wurde, „Port Circumcision“ nannte. Auf dem Megalestris-Hügel gegenüber dem alten Ankerplatz der Pourquoi Pas? erinnern ein Steinmann und die Kopie einer historischen Plakette an die Charcot-Expedition. Beide stehen als Historische Stätte und Denkmal unter dem Schutz des Antarktisvertrags.[3] Auf der Petermann-Insel gibt es eine argentinische Schutzhütte aus den 1950er Jahren, die von der Besatzung der ukrainischen Forschungsstation Wernadski auf der Galindez-Insel instand gehalten wird. Ein Kreuz erinnert an drei Männer der britischen Faraday-Station[4], die im Winter 1982 beim Rückmarsch von einer Klettertour ums Leben kamen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Petermann-Insel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  John Stewart: Antarctica – An Encyclopedia. 2. Auflage. Bd. 2, McFarland & Co., Jefferson und London 2011, ISBN 978-0-7864-3590-6, S. 1206.
  2. a b c  Ron Naveen, Heather Lynch: Antarctic Peninsula Compendium. 3. Auflage. Oceanites, Inc., Chevy Chase 2011, S. 175–177 (PDF; 37,5 MB).
  3. HSM 27: Charcot’s cairn 1909 in der Antarctic Protected Areas Database auf der Website des Sekretariats des Antarktisvertrags (englisch, spanisch, französisch, russisch), abgerufen am 23. August 2013
  4. Die Wernadski-Station war bis 1996 unter dem Namen Faraday-Station eine britische Antarktis-Station.