Petermanns Geographische Mitteilungen

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Petermanns Geographische Mitteilungen
Titelblatt der ersten Ausgabe, 1855
Fachgebiet Geographie
Verlag Klett-Perthes (bis 1937: Justus Perthes), Gotha
Erstausgabe 16. März 1855
Einstellung 2004
Erscheinungsweise zweimonatlich
Weblink www.pgm-online.de
ISSN 0031-6229
ZDB 205968-x
CODEN PGGMA

Die Zeitschrift Petermanns Geographische Mitteilungen (kurz PGM), gegründet von August Heinrich Petermann, war die älteste deutschsprachige Fachzeitschrift für Geographie, in der alle bedeutenden geographischen Entdeckungen des 19. und 20. Jahrhunderts publiziert wurden.

Geschichte[Bearbeiten]

„Petermanns Mitteilungen“ erschienen erstmals am 16. März 1855 im Verlag Justus Perthes in Gotha unter dem Titel „Mittheilungen aus Justus Perthes’ Geographischer Anstalt über wichtige neue Erforschungen auf dem Gesammtgebiete der Geographie von Dr. A. Petermann“. Die Veröffentlichung der Entdeckungen der großen Nordafrikaexpedition 1849–1855 von Heinrich Barth und Adolf Overweg brachte der jungen Zeitschrift erstmals eine Auflage von mehr als 4.000 Exemplaren. Petermann gelang es, weitere Expeditionen zur Erforschung Australiens und der Polarregionen anzuregen und die Veröffentlichung ihrer Berichte und Forschungsergebnisse für die „Mitteilungen“ zu sichern. Da die Popularität der Zeitschrift zunahm, erweiterte Petermann die „Mitteilungen“ durch die Ergänzungshefte, in denen ab 1860 die größeren originalen Forschungsberichte publiziert wurden. Sven Hedin veröffentlichte hier die Forschungsberichte über seine Expeditionen. Auch Alfred Wegeners Kontinentaldrift-Theorie „Die Entstehung der Kontinente“ wurde 1912 in der Zeitschrift abgedruckt.[1] Bis in das zweite Viertel des 20. Jahrhunderts wurde die offizielle Titulatur „Dr. A. Petermanns Mitteilungen aus Justus Perthes geographischer Anstalt“ beibehalten. Erst danach ließ man diese zu Gunsten des eingängigeren Titels PGM fallen.

Das Erfolgsrezept der Zeitschrift beruhte auf der Verbindung der exklusiven Veröffentlichung von Forschungsberichten aus aller Welt mit der Ergänzung durch ausgezeichnetes kartographisches Material. Neben dem Fachpublikum bediente die Zeitschrift auch die Interessen des Bildungsbürgertums in ganz Europa. Auch in theoretischer Hinsicht gehörte sie zu den führenden Organen der Geowissenschaften.

Der Abenteuerschriftsteller Karl May verwendete Angaben zur Entdeckungsgeschichte des Yellowstone-Gebietes und zur Größe des Yellowstone-Parks aus dem 1872 in Petersmanns Geographische Mittheilungen erschienenen Artikel „Die neu entdeckten Geyser-Gebiete am oberen Yellowstone und Madison River“ für die Geschichte um Winnetous Tod und den Roman „Der Sohn des Bärenjägers“.[2]

Das Erscheinen der PGM wurde im 149. Jahrgang zum Ende des Jahres 2004 eingestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Imre Josef Demhardt (Hrsg.): Der Erde ein Gesicht geben. Petermanns Geographische Mitteilungen und die Anfänge der modernen Geographie in Deutschland (= Veröffentlichungen der Forschungsbibliothek Gotha. Bd. 42). Universität Erfurt, Erfurt 2006, ISBN 3-910027-21-0.
  • Sebastian Lentz, Ferjan Ormeling (Hrsg.): Die Verräumlichung des Welt-Bildes. Petermanns Geographische Mitteilungen zwischen „explorativer Geographie“ und der „Vermessenheit“ europäischer Raumphantasien (= Friedenstein-Forschungen. Bd. 2). Steiner, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-515-08830-5.
  • Steffen Siegel, Petra Weigel (Hrsg.): Die Werkstatt des Kartographen. Materialien und Praktiken visueller Welterzeugung (= Laboratorium Aufklärung. Bd. 9). Fink, Paderborn 2011, ISBN 978-3-7705-5187-3.
  • Jan Smits: Petermann's Maps. Carto-bibliography of the maps in Petermanns Geographische Mitteilungen. 1855–1945 (= Utrechtse historisch-kartografische Studies. Vol. 3). Hes & de Graaf, 't Goy-Houten 2004, ISBN 90-6194-249-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Alfred Wegener: Die Entstehung der Kontinente. In: Petermanns Mitteilungen. 1912, S. 185–195, 253–256, 305–309.
  2. Bernhard Kosciuszko: Eine gefährliche Gegend.

Weblinks[Bearbeiten]