Hermann Haack (Kartograf)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hermann Haack (1957)
Gedenktafel am Haus Gotha, Emminghausstr. 18

Hermann Haack (* 29. Oktober 1872 in Friedrichswerth; † 22. Februar 1966 in Gotha) war ein deutscher Kartograf.

Leben[Bearbeiten]

Hermann Haack stammte aus einfachen Verhältnissen. Durch einen Zufall machte er die Bekanntschaft von Bernhard Perthes, der ihn finanziell förderte und dadurch ein Studium in Halle ermöglichte. Zum Frühjahrssemester 1893 begann Haack dort sein Studium der Geografie und Kartografie.

Später wechselte er an die Universität Göttingen und wurde dort Schüler des Kartografen Hermann Wagner. Durch dessen Empfehlung wurde Haack dann in Berlin Assistent von Ferdinand von Richthofen. 1896 beendete Haack das Studium erfolgreich mit seiner Dissertation „Über die mittlere Höhe von Südamerika“.

Nach Beendigung seiner Militärzeit 1897 als Einjährig-Freiwilliger bekam Haack eine feste Anstellung bei der Geographischen Anstalt Justus Perthes in Gotha, wo er bereits als Student immer wieder gearbeitet hatte. Das erste große Projekt, an dem Haack beteiligt war, war der „Deutsche Schulatlas“ von Richard Lüddecke.

Ab 1898 war Haack federführend bei der Entwicklung der Perthes'schen Schulwandkarten. Von jeder Karte wurden drei Ausgaben (geografisch, historisch, physikalisch) angefertigt. Sehr kräftige Farben gewährleisteten, dass die wesentlichen Karteninhalte in den Klassenräumen auch auf Entfernung gut erkennbar waren. Hier setzte er auch die bereits vorhandene Farbsymbolik für physikalische Karten fort: grün = Ebene; rot = Städte; blau = Gewässer; braun = Gebirge. Diese bereits im 19. Jahrhundert bei Justus Perthes entwickelte "physische Farbgebung" (auch: physikalische F.) hat ihre Bedeutung für den Schulunterricht bis heute kaum verloren.

Auch an einer vollständigen Überarbeitung von "Stieler's Hand-Atlas" war Haack maßgeblich beteiligt. Die zehnte Ausgabe erschien von 1920 bis 1945 in mehreren Lieferungen mit über 250 Karten (in Kupfer gestochen).

Haack mit seiner Sekretärin Goetsch (1953)

1903 gründete Haack die Zeitschrift Der geographische Anzeiger. Als er 1912 den Verband Deutscher Schulgeographen gründete, fungierte der Anzeiger als Vereinszeitschrift. Der Verband wurde 1935 durch die Gleichschaltung in den NS-Lehrerbund eingegliedert (Neugründung 1949 in der Bundesrepublik Deutschland). 1944 zog sich Haack ins Privatleben zurück. Nach Kriegsende holte die damalige sowjetische Besatzungsmacht Haack wieder in die Geographische Anstalt zurück, wo er fast bis an sein Lebensende arbeitete. Er galt der Besatzungsmacht sowie später in der DDR als Vertrauensperson, da er seit 1932 "Korrespondierendes Mitglied der Geographischen Gesellschaft der UdSSR" war.

Nach der entschädigungslosen Enteignung durch den Rat der Stadt Gotha (DDR) im Januar 1953 wurde der nun "volkseigene" Gothaer Justus Perthes Verlag im Oktober 1955 umbenannt in VEB Hermann Haack Geographisch-Kartographische Anstalt Gotha. Haack Gotha war bis 1989 Monopolverlag der DDR für kartographische Schulpublikationen (v.a. Atlanten und Wandkarten). Schon vor der Wiedervereinigung begannen im Dezember 1989 erste Gespräche – auch mit Konkurrenten des Gothaer Verlages – über die Zukunft des Hauses. Nach der erfolgreichen Reprivatisierung firmierte der Verlag 1992 in Justus Perthes Verlag Gotha GmbH um. Er gehört seither zur Firmengruppe Klett. Seit 2003 firmierte der Gothaer Verlag als Klett-Perthes Verlag GmbH, seit 2008 als Ernst Klett Verlag GmbH, Zweigniederlassung Gotha, Sekundarstufenverlag, Programmbereich Klett-Perthes und hat damit nach rund 223 Jahren seine firmenrechtliche Selbständigkeit verloren.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hermann Haack – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien