Petrolether

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Petrolether
Andere Namen
  • Petroleumäther (I)
  • Wundbenzin
  • (niedrigstsiedendes) Leichtbenzin
Kurzbeschreibung farbloses, sehr leicht flüchtiges [1]
Herkunft

fossil

Eigenschaften
Aggregatzustand flüssig
Oktanzahl

ca. 72 ROZ [2]

Siedebereich

25/35–65 °C [1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
02 – Leicht-/Hochentzündlich 07 – Achtung 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 225​‐​304​‐​315​‐​336​‐​361f​‐​373Vorlage:H-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze​‐​411
P: 201​‐​210​‐​233​‐​240​‐​273​‐​280Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze​‐​281​‐​301+310​‐​302+352​‐​304+340​‐​308+313​‐​331​‐​403+233​‐​501 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
Leichtentzündlich Gesundheitsschädlich Umweltgefährlich
Leicht-
entzündlich
Gesundheits-
schädlich
Umwelt-
gefährlich
(F) (Xn) (N)
R- und S-Sätze R: 11​‐​38​‐​65​‐​62​‐​67​‐​51/53Vorlage:R-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze
S: 9​‐​16​‐​29​‐​33​‐​60​‐​61Vorlage:S-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze​‐​62
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Petrolether ist ein farbloses Gemisch verschiedener gesättigter Kohlenwasserstoffe (üblicherweise Alkane wie Pentan/Hexan). Es handelt sich also nicht um einen Ether im Sinne der allgemeinen chemischen Nomenklatur.

Petrolether sind aromatenarme, niedrig siedende (zwischen ca. 30 und 60 °C), leichtentzündliche Kohlenwasserstoff-Fraktionen. Sie werden verwendet bei Verfahren, bei denen eine schnelle, leichte (d. h. auch energiesparende) Verdampfung des Lösungsmittels gewünscht ist.

Petrolether findet in der Organischen Chemie als Lösungsmittel und in der Chromatographie als mobile Phase Verwendung.

Namensgebung[Bearbeiten]

Bei Petrolether handelt es sich nicht um einen chemischen Stoff aus der Gruppe der Ether, sondern um ein Gemisch von verschiedenen Alkanen. Die irreführende Namensgebung lässt sich darauf zurückführen, dass Petrolether, was seine Eigenschaften als Lösungsmittel angeht (flüchtig, apolar, aprotisch), den Ethern (z. B. Diethylether) ähnelt.

Wundbenzin[Bearbeiten]

Als Wundbenzin (Benzinum medicinale) wird ein besonders reiner Petrolether bezeichnet. Wegen seiner fettlösenden Eigenschaften können damit Ölreste, aber auch Rückstände von Heftpflastern entfernt werden. Wundbenzin selbst ist steril, hat aber im Gegensatz zu Alkoholen wie Ethanol und iso-Propanol keine antibakterielle Wirkung.

Da n-Hexan, einer der Hauptbestandteile des Wundbenzins, im Körper zu neurotoxischen Stoffen metabolisiert wird[3] und möglicherweise die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigt[4], sollte Wundbenzin nicht mehr am Menschen angewandt werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Eintrag zu Benzin, leicht in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 17. März 2013 (JavaScript erforderlich).
  2. TU Delft: Modern Oil Refinery (PDF; 559 kB)
  3. Stephen R. Clough, Leyna Mulholland: Hexane, Encyclopedia of Toxicology Volume 2, 2nd edition, 2005, Elsevier. Seiten 522–525.
  4. Datenblatt Petrolether (PDF) bei Merck, abgerufen am 17. Juni 2010.