Phallogozentrismus

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Phallogozentrismus ist ein Begriff aus dem dekonstruktivistischen Feminismus. Die zentrale Aussage ist, dass alle Weiblichkeitsentwürfe aus der Perspektive des Mannes betrachtet und formuliert werden, was sich vor allem in einer "phallozentrischen" (abgeleitet von Phallus) Sprache zeigt und damit die eigentliche Einteilung in zwei menschliche Geschlechter aufhebt. Die Frau ist innerhalb dieser männlich dominierten Sprache „kein Geschlecht, sondern das Männliche, das anders auftritt.“[1]

Theorie des Phallogozentrismus[Bearbeiten]

Die Theorie beschäftigt sich vor allem mit der Verwendung der Sprache im Kontext des Geschlechts (Gender). Kritisiert wird die binäre, hierarchische Opposition abendländischen Denkens, die dazu führe, dass sich eine metaphysische Logik eines Begriffspaares bilde, in dem das eine als originär und das andere als Ableitung[2] desselben verstanden werde.[3] Die von der französischen Feministin und Psychoanalytikerin Luce Irigaray auf dieser Basis erstellte kritische Theorie versteht sich als Gegenargument zur Freud'schen Theorie des Penisneides. Für Irigaray werden Frauen nur als Spiegel des Mannes verstanden und nicht als eigenständiges Geschlecht in der Literatur wahrgenommen.[4] Andere poststruktuelle Feministinnen, wie beispielsweise Julia Kristeva, Hélène Cixous und Sarah Kofman, haben diese Theorie aufgegriffen. Spätere Studien, beispielsweise von Judith Butler, beschäftigen sich mit dem Gedanken des Phallogozentrismus und den Möglichkeiten seiner Aufhebung.

Die Theorie des Phallogozentrismus basiert unter anderem auf den Ideen von Jacques Lacans Spiegelstadium von Jacques Derridas Logozentrismus.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Universität Münster: Zur Theorie der Geschlechterunterschiede
  2. Beispielsweise Subjekt/Objekt, Selbst/Andere, Mann/Frau
  3. Irene Sigmund-Wild: Anerkennung des Ver-Rückten: Zu Luce Irigarays Entwurf einer "Ethik der sexuellen Differenz, Tectum Verlag, 2000, Seite 30 ff., ISBN 3828881696
  4. Ingrid Galster: Französischer Feminismus: Zum Verhältnis von Egalität und Differenz. in Ruth Becker, Beate Kortendiek, Barbara Budrich: Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung: Theorie, Methoden, Empirie, VS Verlag, 2004, Seiten 42-48, ISBN 353114278X

Literatur[Bearbeiten]

  • Potsdamer Studien zur Frauen und Geschlechterforschung, Heft 2/1999 (3. Jahrgang): Feminismus in der Kritik. Frauen und Geschlechterforschung in der »dritten Generation«?
  • Irene Sigmund-Wild: Anerkennung des Ver-Rückten: Zu Luce Irigarays Entwurf einer "Ethik der sexuellen Differenz, Tectum Verlag, 2000, ISBN 3828881696

Weblinks[Bearbeiten]