Philokalie

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Dieser Artikel erläutert die Anthologie orthodoxer kontemplativer Theologie aus dem 4. bis 15. Jh.; für den gleichnamigen, von Basilius von Caesarea und Gregor von Nazianz angefertigten Auszug aus Origenes siehe Origenes.

Die Philokalie (griechisch Φιλοκαλία) ist eine Anthologie von Auszügen aus Werken, Sprüchen (Apophthegma), Belehrungen von ursprünglich 26, später 38 asketischen christlich-orthodoxen Schriftstellern (Altvätern, Wüstenvätern) aus dem 4. bis 15. Jahrhundert. Das griechische Wort Philokalia bedeutet Liebe zur Schönheit, d.h. zur Tugend oder geistigen Schönheit, und wird auch mit Tugendliebe übersetzt. Nach Walter Nigg müsste der Titel wiederzugeben sein mit: „Die Liebe der heilig Nüchternen zur geistigen Schönheit.“ In der Philokalie wird das Ziel der östlichen Askese beschrieben, durch das rein geistige Gebet oder die Gottversenkung (Hesychia) zur Vereinigung mit Gott zu gelangen. Die Philokalie ist die Grundlage des immerwährenden Herzensgebets. Die erste Sammlung erfolgte auf dem Berg Athos durch den Mönch Nikodemos Hagioreites, der von 1748-1819 dort lebte. Sie erschien erstmals auf Griechisch mit 1207 doppelspaltig bedruckten Seiten im Jahr 1782 in Venedig, finanziell unterstützt von Johann Maurogordatus aus einer damals einflussreichen griechischen Dynastenfamilie in der Moldau und Walachei.

Der Archimandrit und Starez Paissij Welitschowski (1722-1794) übersetzte die Sammlung des Nikodemos Hagioreites ins Kirchenslawische. Dieses Werk wurde 1793 in zwei Foliobänden in Sankt Petersburg als Dobrotoljubie („Liebe zur Tugendschönheit“) gedruckt. 1877 gab das russische Panteleimonkloster auf dem Athos eine erweiterte 5-bändige Philokalie in modernem Russisch heraus. Die Übersetzung stammte vom Einsiedler Theophan Goworow (auch Feofan der Klausner genannt), dem früheren Bischof von Tambow und Wladimir.

Bedeutende Autoren der Philokalie sind Gregor Sinaites, Symeon der Neue Theologe, Johannes von Damaskus, Makarios der Ägypter, Isaak von Ninive und Ephraem der Syrer, Euagrios Pontikos, Johannes Klimakos, Gregor Palamas.

Literatur[Bearbeiten]