Phlegmone

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Klassifikation nach ICD-10
L03 Phlegmone
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Die Phlegmone (phlegma Schleim) ist eine eitrige, sich diffus ausbreitende Infektionserkrankung der Weichteile (des interstitiellen Bindegewebes).

Eine besondere Form der phlegmonösen Entzündung der Haut wird phlegmonöses Erysipel (Wundrose) genannt.

Symptome und Beschwerden[Bearbeiten]

Eine Phlegmone geht mit Fieber, Schmerzen und Entzündung der betroffenen Körperstelle einher. An der entzündeten Stelle bildet sich eine eitrige Entzündung, die sich ausbreitet.

Ursache[Bearbeiten]

Erreger sind meist β-hämolysierende Streptokokken, seltener Staphylococcus aureus. Äußere Ursachen sind häufig kleinere Hautverletzungen (z. B. Rhagaden).

Phlegmone finden sich unter und in den Hautgeweben, im Mediastinum, am hinteren Teil des Bauchfells und in und um Muskeln, Faszien und Sehnen. Häufig sind die Gliedmaßen betroffen, wo dann flächig ein überwärmtes, livides Erythem sichtbar ist.

Folgen und Komplikationen[Bearbeiten]

Erhebliche Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens, Ausbreitung der Infektion und damit Zerstörung von Körpergewebe, bei unzureichender Behandlung Gefahr einer unter Umständen lebensbedrohlichen Blutvergiftung.

Behandlung[Bearbeiten]

Die Behandlung erfolgt in erster Linie medikamentös mit geeigneten Antibiotika, im Regelfall hochdosiertem penicillinasefestem Penicillin. Bei einer Penicillinallergie sollten keine Cephalosporine verabreicht werden, da eine Kreuzreaktion möglich ist, weswegen man eine Therapie mit Makrolidantibiotika in Betracht zieht. Bei „Einschmelzen“ der Phlegmone kann auch eine chirurgische Wundbehandlung mit Entfernung des abgestorbenen (avitalen) Gewebes und Eiters (Debridement/Drainage) notwendig werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dorothea Terhorst: Basics Dermatologie. = Dermatologie. Elsevier, Urban & Fischer, München u. a. 2005, ISBN 3-437-42136-0.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!