Pierre Belon Lapisse

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Pierre Belon Lapisse (* 25. November 1762 in Lyon; † 30. Juli 1809 in Santa Olalla, Spanien) war ein französischer Divisionsgeneral der Infanterie.

Leben[Bearbeiten]

Lapisse entstammte einer alteingesessenen Familie von Handwerkern; seine Eltern waren Gobelinweber.

Am 5. April 1779 trat Lapisse als Kadett in die königliche Armee ein und mit Erlaubnis von König Ludwig XVI. kämpfte er 1780/83 unter Marquis de La Fayette im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten. Anschließend kehrte er nach Frankreich zurück und wurde ein Anhänger Napoleons.

Seinen bereits erreichten Dienstgrad blieb ihm erhalten und er konnte sich weiterhin durch Tapferkeit auszeichnen. Zu Beginn der Revolution diente er im Rang eines Lieutenants in Italien. Später kämpfte er unter General Nicolas Jean-de-Dieu Soult in der Schlacht bei Stockach (25. März 1799) und am 19. Oktober desselben Jahres ernannte ihn Napoleon zum Brigadegeneral.

Lapisse schloss sich der Grande Armée an und nahm an den Koalitionskriegen teil. Er wurde dem Stab von Marschall Charles Pierre François Augereau zugeteilt. Unter dessen Befehl nahm er an den Kämpfen bei Ulm (16./19. Oktober 1805) teil.

Später kämpfte er neben Jacques Desjardin bei Jena (14. Oktober 1806), bei Czarnowo (23./24. Dezember 1806), bei Golymin (26. Dezember 1806) und Preußisch Eylau (7./9. Februar 1807).

Ab 1808 half Lapisse mit, Napoleonische Interessen in Spanien durchzusetzen. Er nahm u.a. an den Kämpfen bei Espinosa de los Monteros (10./11. November 1808) und Talavera (27./28. Juli 1809) teil. Auch auf den Schlachtfeldern bei Bailén (18./22. Juli 1808) und Oporto (12. Mai 1809) konnte er sich durch Tapferkeit auszeichnen.

Am Alberche kam es am 27. Juli 1809 zwischen französischen Truppen unter Lapisse und britischen unter Führung von Feldmarschall Arthur Wellesley zu einem erbitterten Gefecht. Dabei wurde Lapisse schwer verwundet und starb zwei Tage später im Lazarett von Santa Olalla.

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • David Chandler: The campaigns of Napoleon. Weidenfeld, London 1993, ISBN 0-297-81367-6 (Nachdr. d. Ausg. London 1966).
  • David Gates: The Spanish Ulcer. A history of the peninsular war. Pimlico, London 2002, ISBN 0-7126-9730-6.
  • Charles Mullié: Biographie des célébrités militaires des armées de terre et de mer de 1789 à 1850. Poignavant, Paris 1851 (2 Bde.).
  • Digby Smith: The Greenhill Napoleonic Wars Data Book. Greenhill, London 1998, ISBN 1-85367-276-9.
  • Jean Tulard (Hrsg.): Dictionnaire Napoléon. Fayard, Paris 1995, ISBN 2-213-02286-0.