Pieter van Laer

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Pieter van Laer

Pieter Bodding van Laer, oder Pietro Vuandher[1] (* zwischen 1592 und 1599 in Laaren bei Haarlem; † 1642 ebenda) war ein holländischer Maler. Il Bamboccio war der Spottname.

Leben[Bearbeiten]

Laer könnte evtl. ein Schüler von Esaias van de Velde gewesen sein. Nach einer Studienreise durch Frankreich ging er zusammen mit seinem Bruder Roelant nach Italien und ließ sich in Rom nieder. Es ist davon auszugehen, dass van Lear bereits vor seiner Abreise nach Rom 1625/26 mit der Vielfalt des Soldatenthemas, also des militärischen Genre, vertraut war. Thematisch blieb van Lear seiner Herkunft treu; sein Stil zeigt aber bald den Einfluss der neuen künstlerischen Umgebung. Die Beliebtheit seiner Werke gründet vor allem in seinem geistreich-ironischen Spiel mit dem heroisch-antikisierenden Bildgut.[2]

In Rom machte er einerseits die Bekanntschaft der Maler Claude Lorrain, Nicolas Poussin und Joachim von Sandrart. Andererseits begründete Laer aber auch den Stil der Bambocciade, benannt nach seinem Äußeren ("bamboccio" = Lumpenpuppe). Kollegen, wie Michelangelo Cerquozzi, Viviano Codazzi oder Michiel Sweerts konnten sich für diese zum Teil sehr derben Szenen aus dem Volksleben begeistern.

Nach 16-jährigem Aufenthalt in Italien kehrte er 1639 nach Haarlem zurück. Dort starb er dann 1642.

Neben seinen Ölgemälden, welche fast zur Gänze dem Stil der Bambocciade zugeschrieben werden, sind auch noch ungefähr 20 Radierungen bekannt. In diesen finden sich die Sujets ebenfalls in ländlichen Szenen, aber mit dem Schwerpunkt auf Tiere.

Landschaft mit Morraspielern

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Giulia Briganti u.a.: The Bamboccianti. The painters of everyday life in 17th century Rome. Bozzi, Rom 1983, ISBN 88-7003-010-3 (formal falsche ISBN).
  • David A. Levine: The art of the Bamboccianti. Dissertation, Princeton University 1986.
  • David A. Levine (Hrsg.): I bamboccianti. Niederländische Malerrebellen im Rom des Barock. Wallfaf-Museum, Köln 1991, ISBN 88-435-3604-4.
  • Joseph Eduard WesselyLaar, Peter van. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 17, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 461 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Passeri, Giovanni Battista: Die Künstlerbiographien, hg. von Jacob Hess, Leipzig/Wien 1934, S.72-74.
  2. Klaus Bußmann, Heinz Schilling: 1648 – Krieg und Frieden in Europa. Katalogband und zwei Textbände, Münster 1998 [Dokumentation der Europaratsausstellung zum 350-jährigen Jubiläum des Westfälischen Friedens in Münster und Osnabrück.] Münster/ Osnabrück 1998, ISBN 3-88789-127-9, S. 148.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pieter van Laer – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien