Pinus amamiana

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Pinus amamiana
Systematik
Ordnung: Koniferen (Coniferales)
Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)
Unterfamilie: Pinoideae
Gattung: Kiefern (Pinus)
Untergattung: Strobus
Art: Pinus amamiana
Wissenschaftlicher Name
Pinus amamiana
Koidz.

Pinus amamiana ist ein Nadelbaum aus der Gattung der Kiefern (Pinus) mit zu fünft wachsenden, meist 5 bis 8 Zentimeter langen Nadeln. Die Samenzapfen erreichen eine Länge von 5 bis 7 Zentimetern. Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt auf zwei Inseln im Süden von Japan. Die Art wird in der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet eingestuft. Häufig wird sie als Varietät der Art Pinus armandii zugerechnet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Erscheinungsbild[Bearbeiten]

Pinus amamiana wächst als immergrüner, 20 bis 30 Meter hoher Baum. Der Stamm erreicht Brusthöhendurchmesser von bis zu 2 Metern. Die Stammborke junger Bäume ist glatt und graubraun, bei älteren Bäumen reißt sie auf und zerbricht im unteren Teil des Stammes in große, abblätternde, graue bis schwarzgraue Platten. Die Äste junger Bäume sind in Scheinwirteln angeordnet und bilden eine konische Baumkrone. Später verbreitert sie sich zu einer runden offenen Krone. Benadelte Zweige sind glatt. Die jungen Triebe sind schwach flaumhaarig und bald verkahlend, anfangs graugrün und später graubraun.[1]

Knospen und Nadeln[Bearbeiten]

Die vegetativen Knospen sind zylindrisch und leicht harzig. Endständige Knospen sind 10 bis 15 Millimeter lang, seitständige kürzer. Die Schuppenblätter sind rötlich braun und eiförmig-linealisch. Die Nadeln wachsen zu fünft in einer bald abfallenden Nadelscheide aus dünnen Schuppen. Die Nadeln sind dünn, abstehend, gerade oder leicht gebogen, selten nur 3, meist 5 bis 8 und manchmal bis 9 Zentimeter lang, dreieckig im Querschnitt und 0,8 bis 1 Millimeter breit. Nur die adaxialen Seiten zeigen Spaltöffnungslinien.[2] Je Nadel werden drei Harzkanäle gebildet.[3] Die Nadeln bleiben zwei bis drei Jahre am Baum.[2]

Zapfen und Samen[Bearbeiten]

Die Pollenzapfen wachsen spiralig angeordnet in langen Gruppen an der Basis junger Triebe. Sie sind zylindrisch oder eiförmig-elliptisch, 1,5 bis 2,5 selten bis 3 Zentimeter lang, dünn oder kräftig, grünlich weiß mit einer leicht rötlichen Spitze.[2]

Die Samenzapfen wachsen einzeln oder in Paaren, anfangs grün und aufrecht und später dunkel purpurn braun und mehr und mehr hängend an kräftigen, gebogenen, 1 bis 2 Zentimeter langen Stielen. Die Zapfen sind häufig harzig und öffnen sich nur wenig. Sie sind 5 bis 7 Zentimeter lang und haben geöffnet Durchmesser von 3 bis 4 Zentimetern. Die Samenschuppen sind holzig, steif, leicht nach innen gebogen, 1,5 bis 2 Zentimeter lang und 2 bis 3 Zentimeter breit. Basale Schuppen sind jedoch kaum gebogen. An der adaxialen Seite gibt es zwei Vertiefungen, in der die Samen wachsen. Die Apophyse ist rhombisch, oder außen mehr oder weniger gerundet, hell gelblich braun bis dunkler rotbraun, dick holzig mit einem geraden oder leicht gekrümmten Rand, der in den unscheinbaren und stumpfen Umbo ausläuft.[2]

Die Samen sind ellipsoid, 10 bis 12 Millimeter lang, 5 bis 6 Millimeter breit und etwa 4 Millimeter dick, grau bis fast schwarz, flügellos, manchmal mit einem kleinen Kamm am abaxialen Rand oder selten mit einem rudimentären Flügel.[2]

Verbreitung und Ökologie[Bearbeiten]

Verbreitungskarte von Pinus amamiana

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Pinus amamiana liegt auf den beiden japanischen Inseln Yakushima und Tanegashima, die südlich von Kyūshū liegen. Dort wächst sie in offenen, dem Wetter ausgesetzten Beständen in sonst häufig kaum bewachsenen Gebieten auf felsigen Hängen.[2] Auf Yakushima findet man sie in Höhen von 250 bis 900 Metern, auf Tanegashima in 50 bis 200 Metern Höhe.[4]

Gefährdung und Schutz[Bearbeiten]

In der Roten Liste der IUCN wird Pinus amamiana als stark gefährdet („Endangered“) geführt. Das Verbreitungsgebiet („extent of occurrence“) erstreckt sich nur über 600 Quadratkilometer, Bestände sind von zwei Gebieten bekannt und bedecken zusammen nur etwa 50 Quadratkilometer („area of occupancy“). Auf Yakushima gibt es drei Subpopulationen, eine in Seibu mit etwa 2000 bis 3000 Bäumen, eine in Hirauchi mit weniger als 1000, und eine in Takahira mit weniger als 100 Individuen. In Tanegashima gibt es nur eine Population in der Mitte der Insel mit etwa 300 ausgewachsenen Bäumen. Jedoch gehen alle Bestände zurück. Die Bäume wurden früher wegen des Holzes gefällt. Fadenwürmer (Nematoda), die unbeabsichtigt aus den Vereinigten Staaten eingeführt wurden, bewirken zusätzlich das Absterben junger Bäume. Auf Tanegashima sind auch ausgewachsene Bäume betroffen. Die Bestände auf Yakushima befinden sich jedoch in einem geschützten Gebiet.[4]

Systematik und Etymologie[Bearbeiten]

Pinus amamiana ist eine Art aus der Gattung der Kiefern (Pinus), in der sie der Untergattung Strobus, Sektion Quinquefoliae, Untersektion Strobus zugeordnet ist.[5] Die Art wurde 1924 von Gen’ichi Koidzumi als Pinus amamiana erstbeschrieben.[6][7] 1974 schlug Sumihiko Hatusima vor, sie als Varietät Pinus armandii var. amamiana (Koidz.) Hatus. der Art Pinus armandii zuzuordnen.[8] Dem folgt auch James E. Eckenwalder.[3] Der Verwandtschaftsgrad der Art mit Pinus armandii, Pinus fenzeliana und Pinus morrisonicola wurde noch nicht ausreichend untersucht. Pinus amamiana dürfte sich durch die eher kleinen Zapfen und die flügellosen Samen, die an eine Ausbreitung durch Vögel angepasst sind, am stärksten von den anderen Arten unterscheiden. Andererseits ist von anderen Kiefernarten wie Pinus albicaulis und Pinus cembra bekannt, dass sich diese Anpassungen durch selektiven Druck sehr rasch entwickeln können und sie daher keine guten Indikatoren für die Verwandtschaftsverhältnisse sind.[2]

Der Gattungsname Pinus wurde schon von den Römern für mehrere Kiefernarten verwendet.[9] Das Artepitheton amamiana ist vom Volk der Amami abgeleitet, das die Ryūkyū-Inseln bewohnt.[10]

Verwendung[Bearbeiten]

Pinus amamiana wird nicht wirtschaftlich genutzt. Früher wurde das Holz von der lokalen Bevölkerung als Bauholz und für Tischlerarbeiten verwendet. Die Art wird auch nur selten kultiviert, jedoch etwas häufiger in Japan.[2]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. 2, Brill, Leiden-Boston 2010, ISBN 978-90-04-17718-5, S. 609, 619–620.
  •  James E. Eckenwalder: Conifers of the World. The Complete Reference. Timber Press, Portland, OR/London 2009, ISBN 978-0-88192-974-4, S. 411.
  •  Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 487.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. Band 2, S. 619–620
  2. a b c d e f g h Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. Band 2, S. 620
  3. a b James E. Eckenwalder: Conifers of the World, S. 411
  4. a b Pinus amamiana in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013. Eingestellt von: T. Katsuki, A. Farjon, 2010. Abgerufen am 7. Dezember 2013
  5. Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. Band 2, S. 609
  6. Pinus amamiana. In: The International Plant Name Index. Abgerufen am 7. Dezember 2013 (englisch).
  7. Pinus amamiana. In: The Plant List. Abgerufen am 7. Dezember 2013.
  8. Pinus armandii var. amamiana. In: The Plant List. Abgerufen am 7. Dezember 2013.
  9. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. S. 487
  10. Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. Band 2, S. 619

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pinus amamiana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Pinus amamiana bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 7. Dezember 2013.