Podiumsdiskussion

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Bei einer Podiumsdiskussion oder einem Podiumsgespräch kommen Fachleute oder Vertreter von Interessengruppen zum Gespräch vor einer größeren Zuhörerschaft zusammen, um ihre Auffassungen darzustellen und zu vergleichen, und um gemeinsam einen Mehrwert zu erzeugen. Auch Übertragungen von Diskussionen in Funk und Fernsehen werden als Podiumsdiskussionen bezeichnet, wobei hier das Übertragungsmedium als imaginäres Podium gilt.

Podiumsdiskussion des BDI 2011 auf der Hannover Messe

Bühne[Bearbeiten]

Das Gespräch wird auf einer erhöhten Fläche wie einer Bühne (einem Podium) abgehalten, damit möglichst viele Zuhörer und Zuschauer der Diskussion folgen können. Die Podiumsteilnehmer sitzen meist nebeneinander an einem langen Tisch, ihre Beiträge werden über Mikrofone und eine Lautsprecheranlage verstärkt.

Moderator[Bearbeiten]

Ein Moderator unterstützt die Teilnehmer in der Gesprächsrunde. Er begrüßt die Zuhörer, erklärt einleitend das Thema des Gespräches, den Ablauf und die Regeln, und er stellt die Teilnehmer vor. Er steuert die einzelnen Redebeiträge, greift wichtige Kernsätze auf, fasst zusammen, bremst übereifrige und unterstützt stille Teilnehmer, vermittelt bei Konflikten, behält den Überblick und versucht die Zeiten einzuhalten. Er lenkt den Umgang mit dem Thema und bezieht die Zuhörer mit ein. Am Ende fasst er die Erkenntnisse und offenen Punkte zusammen, bedankt sich bei den Teilnehmern und verabschiedet die Zuhörer.

Zuhörer[Bearbeiten]

Die Zuhörer haben in der zweiten Hälfte des Podiumsgesprächs meist Gelegenheit, Fragen zu stellen. Fragen werden häufig nicht direkt beantwortet, sondern als Anregung für eine weitere Folge von kurzen Redebeiträgen der Podiumsmitglieder zu dem in der Frage aufgeworfenen Aspekt verwendet. Je nach Größe des Raumes werden die Redebeiträge der Diskussionsteilnehmer mit Mikrofonen oder einer speziellen Diskussionsanlage verstärkt.

Oft wird in der Veranstaltung eine Pause eingeplant, in der die Zuhörer in Pausengesprächen die gehörten Meinungen diskutieren, bewerten und vertiefen. Auch im Anschluss an die Veranstaltung wird oft bei Snacks und Getränken Gelegenheit geboten, das Gehörte zu diskutieren und mit anderen Zuhörern Kontakte zu knüpfen. Manchmal wird vor Beginn zum „Aperitif“ (Stehempfang mit Getränken) eingeladen, damit sich die Zuhörer kennenlernen und auf das Thema einstimmen können. Diese Peergespräche sind wesentlich für den Lernerfolg.

Problem der Kontextverschiebung[Bearbeiten]

Eine besondere Herausforderung ist die Auswahl der Podiumsteilnehmer und deren Moderation. Die Idee ist, dass die Teilnehmer ihre Meinung äußern und einander aufmerksam zuhören, damit sie diese diskutieren und so gemeinsam einen Beitrag zum gestellten Thema leisten und das Interesse der Zuhörer befriedigen. Die Zusammenarbeit und der Diskussionsgegenstand stehen im Mittelpunkt.

Aus der sorgfältigen Betrachtung und dem „Gegeneinander im Dialog“ entsteht aber oft ein Wettstreit. Das geht oft soweit, dass die Selbstdarstellung und Profilierung der Teilnehmer das Thema völlig verdrängt und die Zuhörer keinen inhaltlichen Gewinn mehr haben.[1] Bei politischen Themen ist diese Form manchmal als Wahlkampf gewünscht.

Oft versteckt sich hinter Zuhörer-Fragen der Wunsch, einen eigenen „Experten“-Beitrag zu leisten, also eigentlich selbst auf dem Podium sitzen zu wollen.

Quelle[Bearbeiten]

  1. Matteo Selvini: Mara Selvinis Revolutionen. ISBN 978-3-89670-658-4 . S. 71

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Podiumsdiskussion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien