Prix du polar européen
Der Prix du polar européen (dt.: „Europäischer Krimipreis“) ist ein französischer Literaturpreis der jedes Jahr für den besten Kriminalroman eines europäischen Autors in französischer Übersetzung verliehen wird. Die Auszeichnung wurde 2003 von der französischen Wochenzeitschrift Le Point ins Leben gerufen.
Über den Preisträger, der im Frühjahr auf dem auf dem Literaturfestival Quais du polar in Lyon (früher auf dem Festival du livre in Nizza) geehrt wird, entscheidet eine Jury bestehend aus Mitgliedern der Zeitschriftenredaktion, Kriminalpolizisten und prominenten Kriminalschriftstellern. So kürte bei der ersten Verleihung des Prix du polar européen unter anderem Didier Daeninckx und Dominique Manotti den Sieger, unter Vorsitz des Jurypräsidenten Charles Diaz, dem damaligen Generalinspektor der Police nationale (IGPN). Die sechs Finalteilnehmer, unter denen die Jury den besten europäischen Kriminalroman ermittelt, setzen sich aus den Einsendungen der Verleger zusammen, die sich jährlich auf etwa 60 bis 80 Neuerscheinungen belaufen.
[Bearbeiten] Preisträger
Bei der achten Verleihung des französischen Krimipreises Anfang April 2010 kürte eine Jury um den Vorsitzenden Jean-Louis Pietri (Schriftsteller und ehemaliger Polizei-Kommandant)[1] den Franzosen Pierre Lemaitre mit seinem Roman Cadres noirs zum Sieger, der Anfang Februar 2010 im Pariser Verlag Calmann-Lévy erschienen war. Das Buch stellt einen arbeitslosen 57-jährigen Personalberater in den Mittelpunkt, der nach erniedrigenden Gelegenheitsarbeiten an einer simulierten Geiselnahme teilnimmt.
Der Roman setzte sich im Finale gegen die Briten R. J. Ellory (Vendetta, Originaltitel: A quiet vendetta) und Simon Lewis (Trafic sordide, Original- und Dt. Titel: Bad traffic), die Schweden Thomas Kanger (Les Disparus de Monte Angelo, Originaltitel: Gränslandet, dt. Titel: Der blinde Fleck), Leif G. W. Persson (Comme dans un rêve – Un roman sur un crime; Originaltitel: Faller fritt som i en dröm, dt. Titel: Zweifel) und Johan Theorin (L'écho des morts, Originaltitel: Nattfåk, dt. Titel: Nebelsturm) sowie den Deutschen Jan Costin Wagner (Le Silence, Originaltitel: Das Schweigen) durch.
| Jahr | Preisträger | Französischer Romantitel (Originaltitel) | Deutscher Titel |
| 2003 | Laura Grimaldi (Italien) |
La faute (La colpa) |
Tod einer Anwältin |
| 2004 | Bill James (Vereinigtes Königreich) |
Protection (Protection) |
|
| 2005 | Laura Wilson (Vereinigtes Königreich) |
L'amant anglais (The Lover) |
Wenn die Nacht kommt |
| 2006 | Giancarlo De Cataldo (Italien) |
Romanzo criminale (Romanzo criminale) |
Romanzo Criminale |
| 2007 | John Harvey (Vereinigtes Königreich) |
De cendre et d'os (Ash and Bone) |
Schau nicht zurück |
| 2008 | Arnaldur Indriðason (Island) |
L'homme du lac (Kleifarvatn) |
Kältezone |
| 2009 | Philip Kerr (Vereinigtes Königreich) |
La mort, entre autres (The one from the other) |
Das Janusprojekt |
| 2010 | Pierre Lemaitre (Frankreich) |
Cadres noirs | |
| 2011 | Declan Hughes (Irland) |
Coup de sang (The Wrong Kind of Blood) |
Blut von meinem Blut |
[Bearbeiten] Weblinks
- Prix du polar européen 2010 – Preisträger und nominierte Werke bei lepoint.fr (französisch)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ vgl. Hernandez, Brigitte: Lemaitre, prix du Polar européen 2010 bei lepoint.fr (aufgerufen am 4. September 2010)