Pro-Choice

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Pro-Choice (engl. „für die Wahlmöglichkeit“) ist der Name einer US-amerikanischen sozialen Bewegung, die sich für die reproduktiven Selbstbestimmungsrechte von Frauen einsetzt. Sie vertritt die Auffassung, dass eine schwangere Frau die Wahl haben solle, sich frei und rechtmäßig für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden zu können. Der Name der Bewegung ist dem Begriff Pro-Life entgegengesetzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Pro-Choice Demonstration 2008

Die Bürgerrechtsbewegung, die als Pro-Choice bekannt wurde,[1] entstand aus einem losen Zusammenschluss von Gruppen der Frauengesundheitsbewegung und anderen Aktivisten von Basisbewegungen in den 1960er Jahren in den USA. Sie gründet in der liberalen Idee des individuellen Selbstbestimmungsrechts und der Entscheidungsfreiheit der Frau. Den spektakulärsten Erfolg erzielte sie, bevor Pro-Choice zu einer gut organisierten internationalen Bewegung wurde, mit der Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen 1973 in den Vereinigten Staaten. Dies ging auf das Urteil des Obersten Gerichts der USA, dem Supreme Court, im Fall Roe vs. Wade zurück, der entschied, dass während des ersten und zweiten Trimesters einer Schwangerschaft die Frau das Entscheidungsrecht über einen Schwangerschaftsabbruch hat, dass jedoch ein Bundesstaat einen Schwangerschaftsabbruch während des dritten Trimesters verbieten darf, außer wenn das Leben der Frau oder ihre Gesundheit gefährdet sind.[2] Die Entscheidung des Supreme Court von 1973 beschleunigte das Anwachsen von zwei gegensätzlichen sozialen Bewegungen zum Thema Schwangerschaftsabbruch: die Pro-Life- und die Pro-Choice-Bewegung.[3][4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pro-choice movement – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Im Oxford English Dictionary taucht der Begriff Pro-Choice erst seit 1975 auf.
  2. Suzanne Staggenborg: The Pro-Choice Movement. Organization and Activism in the Abortion Conflict, Oxford University Press 1994, ISBN 978-0-19-508925-7, S. 3f.
  3. Tracy A. Weitz, Carole Joffe: Pro-Choice and Pro-Life Movements. In: George Ritzer (Hrsg.): Blackwell Encyclopedia of Sociology. Wiley-Blackwell 2007, doi:10.1111/b.9781405124331.2007.x.
  4. Marlene Gerber Fried: Reproductive Rights Activism in the Post-Roe Era. In: American Journal of Public Health. 103, Nr. 1, Januar 2013, S. 10–14. doi:10.2105/AJPH.2012.301125.

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]