Quecksilber(II)-thiocyanat

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Strukturformel
Quecksilber(II)-Ion    2 · Thiocyanat-Ion
Allgemeines
Name Quecksilber(II)-thiocyanat
Andere Namen
  • Quecksilberthiocyanat
  • Quecksilberrhodanid
Summenformel Hg(SCN)2
CAS-Nummer 592-85-8
PubChem 11615
Kurzbeschreibung

weißer, geruchloser, brennbarer Feststoff[1][2]

Eigenschaften
Molare Masse 316,75 g·mol−1[1]
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,71 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

165 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit

schlecht in Wasser (0,7 g·l−1 bei 25 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 330​‐​310​‐​300​‐​373​‐​410
EUH: 032
P: 273​‐​280​‐​304+340​‐​302+352​‐​309+310 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
Sehr giftig Umweltgefährlich
Sehr giftig Umwelt-
gefährlich
(T+) (N)
R- und S-Sätze R: 26/27/28​‐​33​‐​50/53
S: (1/2)​‐​13​‐​28​‐​36​‐​45​‐​60Vorlage:S-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze​‐​61
MAK

0,1 mg·m−3[1]

Toxikologische Daten

46 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[5]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Quecksilber(II)-thiocyanat ist eine chemische Verbindung des Quecksilbers, die in Form eines weißen geruchlosen Pulvers vorliegt.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Quecksilber(II)-thiocyanat kann durch Reaktion von Ammoniumthiocyanat mit Quecksilberchlorid dargestellt werden.

Es kann auch durch Reaktion von Quecksilber(II)-nitrat mit Kaliumthiocyanat gewonnen werden.[6]

\mathrm{Hg(NO_3)_2 +  2 \ KSCN \longrightarrow Hg(SCN)_2 + 2 \ KNO_3}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Quecksilber(II)-thiocyanat ist ein weißer, geruchloser, brennbarer Feststoff, der schlecht löslich in Wasser ist.[1] Es liegt als farblose, strahlige Nadeln oder perlmuttglänzende Blättchen vor. Es ist löslich in Alkohol sowie in Kaliumthiocyanat-Lösung, jedoch wenig löslich in Ether. Beim Erhitzen auf 165 °C erfolgt eine Zersetzung unter Aufblähen. Quecksilber(II)-thiocyanat besitzt eine monokline Kristallstruktur (a = 10,88 Å, b = 4,050 Å, c = 6,446 Å, ß = 95,35°).[6]

Verwendung[Bearbeiten]

Quecksilber(II)-thiocyanat wird verwendet:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Eintrag zu CAS-Nr. 592-85-8 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 21. Dezember 2007 (JavaScript erforderlich).
  2. Datenblatt Quecksilber(II)-thiocyanat bei Merck, abgerufen am 18. Januar 2011.
  3. a b Nicht explizit in EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber dort mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Sammelbegriff „Anorganische Quecksilberverbindungen“; Eintrag aus der CLP-Verordnung zu Anorganische Quecksilberverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 8. April 2012 (JavaScript erforderlich).
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. Datenblatt bei Merck
  6. a b  Georg Brauer (Hrsg.): Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band II, Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 1064.
  7. Bericht über Trinkwasseruntersuchungen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (PDF; 87 kB)