Quelicai

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Quelicai (Begriffsklärung) aufgeführt.
Quelicai
Quelicai (Osttimor)
Quelicai
Quelicai
Koordinaten 8° 36′ S, 126° 34′ O-8.6013470091667126.55904531472Koordinaten: 8° 36′ S, 126° 34′ O
Baucau subdistricts.png
Basisdaten
Staat Osttimor

Distrikt

Baucau
Subdistrikt Quelicai
Suco Baguia und Letemumo
Höhe 713 m

Quelicai (Kelikai) ist der Hauptort des Subdistrikts Quelicai im osttimoresischen Distrikt Baucau.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt im Südosten des Distrikts, auf der Grenze zwischen den Sucos Baguia und Letemumo, in einer Meereshöhe von 713 m. Zur Distriktshauptstadt Baucau sind es in Luftlinie 18 km nach Nordwesten und zur Landeshauptstadt Dili etwa 107 km nach Westen. Am Ort gibt es zweimal die Woche einen regionalen Markt. Auffällig ist die Kirche Igrja da Sta. Teresinha. Die weiß-rosa Fassade besteht aus zwei hohen Dreiecken. Außerdem gibt es hier einen Hubschrauberlandeplatz, ein kommunales Gesundheitszentrum, eine Grundschule und eine präsekundäre Schule.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Flüchtlinge in Osttimor nach den Parlamentswahlen 2007.[2]

Ende 1979 befand sich in der Stadt Quelicai ein indonesisches Umsiedlungslager für Osttimoresen, die zur besseren Kontrolle von den Besatzern umgesiedelt werden sollten. Zwischen 1979 und 1981 wurden 205 Familien der Orte Quelicai, Quelicai in Afaçá, Afaçá, Guruça, Abafala, Uaitame und Bualale durch die Indonesier über das Lager in eine neue Siedlung namens Mulia in Laga zwangsumgesiedelt. Man befürchtete, die Dörfer, die nah an den Wäldern lagen, könnten die FALINTIL unterstützen. Die alten Wohnhäuser wurden nach der Räumung niedergebrannt, Felder zerstört und das Vieh getötet. Mehrere Bewohner wurden verletzt. Unter schwerer Bewachung wurden die Einwohner auf Lastwagen nach Mulia gebracht.[3]

In den 1980er Jahren wurde Quelicai von der indonesischen Armee im Kampf gegen die FALINTIL bombardiert und mehrfach durchkämmt, was zu Toten unter den Einwohnern führte. Am 31. Mai 1997 geriet ein indonesischer Sicherheitstransport in Quelicai in einen Hinterhalt. Männer in indonesischer Militäruniform stoppten den Lastwagen mit 28 Polizisten und Soldaten. Als der Lastwagen hielt, wurde eine Handgranate auf die Ladefläche geworfen. Ein Fass mit Treibstoff, das sich dort befand, explodierte. 18 Indonesier wurden getötet.[4] Bei der indonesischen Militäraktion, die darauf folgte, wurden 114 Einwohner verhaftet. Während der Gewalttaten rund um das Unabhängigkeitsreferendum von 1999 kam Quelicai vergleichsweise glimpflich davon. Pro-indonesische Milizionäre brannten nur einige Häuser nieder.

Bei Unruhen im Ort 2001 gab es Tote.[5]

Nachdem Xanana Gusmão am 8. August 2007 infolge der Parlamentswahlen 2007 den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten hatte, randalierten enttäuschte FRETILIN-Anhänger auch in Quelicai. 520 Menschen flohen aus ihren Häusern und versammelten sich am Berg Matebian.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Nah Quelicai fand man ein Phosphatvorkommen.[6]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 488 kB)
  2. a b Internal Displacement Monitoring Centre (PDF; 464 kB)
  3. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,2 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  4. (INDONESIA-L) HRW/ASIA - East Timor Guerrilla Attacks : East Timor Guerrilla Attacks vom 4. Juni 1997
  5. Fundasaun Mahein: Victims of Independence, aufgerufen am 26. Mai 2012
  6. Ministry of State Administration & Territorial Management, Timor-Leste: Baucau District profile (PDF; 269 kB)