Querbinder

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bindevorgang

Der Querbinder, auch Schleife (Krawattenschleife) oder umgangssprachlich Fliege, in Österreich auch Mascherl und in der Schweiz auch Schlips (nicht zu verwechseln mit der bundesdeutschen Bedeutung dieses Wortes) genannt, ist ein Stoffband, das um den Hemdkragen getragen (Unterschied zum Halstuch) und vorne mittels Schleifen-Knoten (Unterschied zum Langbinder) gebunden wird.

Geschichte und Verwendung[Bearbeiten]

Querbinder als Dekoration auf einer Schabracke

Obwohl älter als die heute wesentlich stärker verbreitete Krawatte, hat der Querbinder im Laufe der Kleidungsgeschichte stark an Bedeutung verloren. Ursprünglich waren die von vornehmen Herren getragenen Schleifen noch wesentlich größer, bis sie etwa 1870 auf das noch heute bekannte kompakte Format reduziert wurden.

Bis in die Gegenwart hat sie sich als einzig akzeptierter Binder zum Frack (weiße Schleife) und zum Smoking (schwarze Schleife) noch ihre Bedeutung anlässlich hoher Festlichkeiten und Abendgesellschaften erhalten. Bei manchen Gelegenheiten ist allerdings eine schwarze Fliege ausschließlich vom Kellner zu tragen.

Als Teil der Amtstracht der Richter und Staatsanwälte ist eine weiße Schleife alternativ zur weißen Krawatte zulässig. Zum Dienstanzug der Bundeswehr kann ebenfalls eine schwarze Schleife getragen werden, zum Gesellschaftsanzug ist diese vorgeschrieben.

Im Snooker- und English-Billiards-Sport ist bei Profiturnieren das Tragen einer Fliege vorgeschrieben.

Damen tragen auch vereinzelt Schleifen zur Bluse.

Material und Knoten[Bearbeiten]

Die gleiche Bindung wie eine Schuhschleife

Hochwertige Schleifen werden ebenso wie hochwertige Krawatten aus bunt bedrucktem oder gewebtem, reinem Seidenstoff hergestellt. Die weißen Frackschleifen sind hingegen immer aus Baumwollpikee. Meist sind die Schleifen schon fertig vorgebunden und werden mit einem verstellbaren Gummiband am Hemdkragen befestigt. Die Schleife kann aber auch selbst gebunden werden, was für den Ungeübten zunächst recht schwierig ist – obwohl der Knoten wie eine gewöhnliche Schuhschleife mit doppelten Schlaufen gebunden wird.

Bekannte Schleifenträger[Bearbeiten]

Reale Personen[Bearbeiten]

Literarische und fiktive Personen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Davide Mosconi, Riccardo Villarosa: Fliegen und Krawatten. Die verbindliche Kunst des feinen Knotens. 188 verschlungene Möglichkeiten. DuMont, Köln 1985, ISBN 3-7701-1755-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Querbinder – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Black tie – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien