Querlenker

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Ein Querlenker ist ein Teil der Radaufhängung von zweispurigen Fahrzeugen. Er ist quer zur Fahrtrichtung eingebaut und über Gelenke mit Karosserie und Radträger verbunden („angelenkt“).

Anwendungsbeispiele[Bearbeiten]

Einzelaufhängung eines angetriebenen Vorderrades, Fahrtrichtung nach links
* Rot: Achsschenkel
* Gelb: Federbein, unterer Federteller
* Blau/Magenta:
  entweder (Originalpatent MacPherson):
   *Blau: einfacher Querlenker,
   *Magenta: ein Ende des Stabilisators,
  oder:Blau und Magenta zusammen:
    Dreiecksquerlenker
*Cyan: Spurstange
*Grün: Karosserie, Rahmen oder
   Fahrschemel
Starre PKW-Hinterachse mit Panhardstab
Einzelaufhängung eines angetriebenen Vorderrades mit Dreiecks-Querlenker und MacPherson-Federbein

Starrachse[Bearbeiten]

Ein typischer Querlenker zur Querführung einer Starrachse ist der Panhardstab (Bild rechts).

Einzelradaufhängung[Bearbeiten]

Querlenker kommen sowohl bei der Einzelaufhängung eines Vorder- als auch eines Hinterrades vor. Varianten sind Doppelquerlenker, die seltenere Mehrlenkeraufhängung und die heute mehrheitlich verwendete Kombination eines Einzellenkers mit einem MacPherson-Federbein.

Einzellenker und MacPherson-Federbein

Typische Form eines Querlenkers zur Radaufhängung ist ein entlang einer Seite am Fahrzeug angelenktes Dreieck. In modernen Fahrzeugen ist der Lenker oft ein gekrümmter Balken (Sichellenker oder Biegebalken genannt), bei dem die Fahrzeug-seitigen Lager in Längsrichtung versetzt sind, um so Platz für die Antriebswellen zu gewinnen. Beim Vorderrad sind manchmal zwei in einer Ebene liegende einzelne Querlenker eingebaut, deren Drehpunkte auf der Radseite direkt nebeneinander in der Felge liegen, um den Lenkrollradius zu verkleinern.

Querlenker nehmen zusammen mit dem Federbeindom (der auch die vertikalen Kräfte trägt, also das Gewicht des Fahrzeugs) die beim Beschleunigen, Bremsen und Kurvenfahren auftretenden horizontalen Kräfte auf. Er ist außen mit dem unteren Ende des Federbeins gelenkig verbunden (beim Vorderrad drehbar um die vertikale Achse, um die die Lenkbewegungen ausgeführt werden; das Domlager ist das obere Lager des Federbeins). Innen ist er um eine in Fahrtrichtung und durch die beiden Lager (meistens Verbundlager aus Gummi und Metall) führende Achse drehbar, um die vertikalen Bewegungen im Federbein (Federung) zuzulassen.