Goggomobil

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Glas
Goggomobil Limousine mit zu seiner Zeit modischem Zubehör und einem Wackeldackel auf der Hutablage

Goggomobil Limousine mit zu seiner Zeit modischem Zubehör und einem Wackeldackel auf der Hutablage

Goggomobil
Produktionszeitraum: 1955–1969
Klasse: Kleinstwagen
Karosserieversionen: Limousine, Coupé, Kastenwagen, Pritschenwagen
Motoren: Ottomotoren:
0,25–0,4 Liter
(10–15 kW)[1]
Länge: 2900–3035[1] mm
Breite: 1280–1370[1] mm
Höhe: 1235–1700[1] mm
Radstand: 1800[1] mm
Leergewicht: 415–480[1] kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines
Goggomobil Limousine
Goggomobil Limousine (1965)
Goggomobil TS 250 Coupé
Goggomobil Coupé 250
Goggomobil Coupé 250
Goggomobil TL
Goggomobil TL400 Pickup (1962, 18,5 PS)
Schriftzug an den vorderen Kotflügeln eines Goggomobil T 250

Das Goggomobil war ein Kleinstwagen (Rollermobil) der Hans Glas GmbH in Dingolfing, der von 1955 bis 1969 in verschiedenen Versionen hergestellt wurde. Es war das erste Auto dieses Herstellers.

Namensursprung[Bearbeiten]

Der Name Goggomobil leitet sich von Glas’ Sohn „Goggi“ ab.[2]

Allgemeines[Bearbeiten]

Vorgestellt wurde das Goggomobil im Jahr 1954 auf der Internationalen Fahrrad- und Motorrad-Ausstellung (IFMA) in Köln, die ersten Serienfahrzeuge rollten am 19. Januar 1955 vom Band. Es war eine kleine viersitzige Limousine; das Design der Karosserie orientierte sich an herkömmlichen Automobilen.

Der gebläsegekühlte Zweizylinder-Zweitaktmotor und ein daran verblocktes teilsynchronisiertes Vierganggetriebe befanden sich im Stufenheck. Mit diesem Motor ausgestattet durfte das Goggomobil auch von Inhabern eines Motorradführerscheins der Klasse 4 (Fahrzeuge bis 250 cm³) gefahren werden. Der Preis betrug etwa 3.500 DM.

Das Urmodell des Goggomobils war noch ein Minimalauto ohne jeglichen Komfort. So gab es erst 1957 einen zweiten Scheibenwischer und Kurbel- statt Schiebefenster. Seit diesem Jahr wurden neben dem 250-cm³-Motor auch Motoren mit 300 und 400 cm³ geliefert. Ab 1964 waren die Türen vorn und nicht mehr an der B-Säule (Selbstmordtüren) angeschlagen.

Neben der Limousine wurde von 1957 bis 1969 eine Coupé-Variante unter der Bezeichnung TS angeboten, ein Zweisitzer mit zwei zusätzlichen Not- bzw. Kindersitzen und Panorama-Heckscheibe. Eine technische Besonderheit dieses Fahrzeugs war die von Getrag hergestellte halbautomatische, elektromagnetisch betätigte Vorwählschaltung mit einem wenige Zentimeter großen Schalthebel am Armaturenbrett und einem weiterhin mechanisch betätigten Kupplungspedal, um die Gänge ein- und ausrücken zu lassen (auf Wunsch dann auch in der Limousine erhältlich).

Auf der Basis des Coupés entstand auch ein Cabriolet, von dem aber nur neun Prototypen gebaut wurden (die gelegentlich bei Oldtimer-Veranstaltungen auftauchenden Cabrios sind Eigenbauten).

In den Jahren 1957 bis 1965 baute Glas einen vom Goggomobil abgeleiteten Kleintransporter als Modell TL, der geschlossen und mit offener Ladefläche ähnlich einem kleinen Pickup erhältlich war. Einen großen Teil der Produktion (etwa 2000 Stück) kaufte die Deutsche Bundespost.

Von 1955 bis 1961 wurde das Goggomobil über Continental Car Combine auch in den USA vertrieben; hier reichten die Preise von $ 995 bis 1495. Der TS trug den Namen De Ville Coupe, 1961/62 wurde offiziell auch das Cabriolet in der Preisliste geführt, jedoch niemals tatsächlich ausgeliefert. Auch die Transporterversion wurde angeboten.

Um 1958 kursierten Gerüchte, dass Studebaker das Goggomobil in Lizenz bauen wolle, doch wurden diese Pläne nicht verwirklicht. Die Gesamtstückzahl, die in Nordamerika abgesetzt wurde, ist nicht bekannt; 1958 wurden in den USA 539, im Folgejahr 579 Exemplare des Goggomobils verkauft.[3]

Am 30. Juni 1969, zwei Jahre und sechs Monate, nachdem BMW die Hans Glas GmbH übernommen hatte (wirksam zum 10. November 1966), endete die Produktion des Goggomobils. Insgesamt wurde das bis zu 4030 DM teure Gefährt 284.491 Mal gebaut, davon wurden 214.313 Exemplare als Limousine, 66.511 Exemplare als Coupé und 3.667 Exemplare als Transporter gefertigt. Heute gibt es noch ungefähr 2500 fahrtüchtige Goggomobile.

Ableitungen und Nachfolger[Bearbeiten]

Zwischen 1957 und 1960 baute WSK Mielec in Polen vom Goggomobil T300 abgeleitete Kleinfahrzeuge mit dem Namen Mikrus. Nach 1728 Exemplaren wurde die Produktion eingestellt.

In Australien entstand bei der Buckle Motors Pty Ltd in Sydney von 1959 bis 1962 ein kleiner Roadster namens Dart mit einer flachen schnittigen Kunststoffkarosserie und der Technik (einschließlich der Motorhaube) der Goggomobil-Limousine.

In Spanien wurde von 1962 bis 1967 bei Munguía Industrial S.A. (Munisa) aus Bilbao im Werk Munguía in der Provinz Bizkaia das Goggomobil als Munisa Goggomobil in Lizenz gebaut. Neben der normalen Limousine gab es auch andere Karosserievarianten wie eine verlängerte Limousine, eine einfacher ausgestattete Limousine ohne hintere Seitenfenster für geschäftliche Nutzung, einen Kastenwagen (Lieferwagen) mit dem Beinamen „Furgoneta“ und einen Kastenwagen mit Seitenfenstern. Insgesamt wurden etwa 8.000 Exemplare hergestellt.

Von 1970 bis 1974 wurden in kleiner Stückzahl Autos auf Goggomobil-Basis weitergebaut. Der ehemalige Borgward-Händler Walter Schätzle hatte den AWS Shopper auf Goggomobil-Basis entwickelt, der Motor kam vom T250. Doch der kantige zweisitzige Kleinwagen hatte keinen Erfolg und die AWS ging in Konkurs.

Modellbezeichnungen[Bearbeiten]

  • Goggomobil T (Limousine)
  • Goggomobil TS (Coupé)
  • Goggomobil TL (Transporter)

Technische Daten[Bearbeiten]

Außenmaße[Bearbeiten]

  • Limousine: 2,9 m lang, 1,28 m breit und 1,31 m hoch
  • Coupé: 3,035 m lang, 1,37 m breit und 1,235 m hoch
  • Transporter/Pick up: 2,91 m lang, 1,32 m breit, 1,70 m hoch

Motoren[Bearbeiten]

  • 250 mit einem Hubraum von 247 cm³ und 10,0 kW (13,6 PS)
  • 300 mit einem Hubraum von 296 cm³ und 11,0 kW (14,8 PS)
  • 400 mit einem Hubraum von 395 cm³ und 14,7 kW (20,0 PS) • 1961 reduziert auf 13,6 kW (18,5 PS)

Fahrwerk[Bearbeiten]

Fahrzeuggewicht[Bearbeiten]

Limousine:

  • T 250: 415 kg
  • T 300: 415 kg
  • T 400: 435 kg

Coupé:

  • TS 250: 460 kg
  • TS 300: 460 kg
  • TS 400: 460 kg

Fahrleistungen[Bearbeiten]

  • T 250: 74 km/h, T 300: 90 km/h, T 400: 100 km/h
  • TS 250: 84 km/h, TS 300: 95 km/h, TS 400: 105 km/h
  • TL 250: 67 km/h, TL 300: 70 km/h, TL 400: 75 km/h

Verbrauch[Bearbeiten]

  • T/TS 250: 4,4 l/100 km, T/TS 300: 4,4 l/100 km, T/TS 400: 4,95 l/100 km
  • TL 250: 4,8 l/100 km, TL 300: 5,0 l/100 km, TL 400: 5,2 l/100 km

Referenzen[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Werner Oswald: Deutsche Autos 1945–1990. Band 4. 1. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2001. ISBN 3-613-02131-5. S. 454–456
  2. Namensursprung
  3. Alle Angaben nach: Mike Covello, Standard Catalog of Imported Cars 1946–2002. Krause Publications, Iola (USA) 2002, ISBN 0-87341-605-8, S. 347f.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Marlotte und Peter Backhaus, Matthias Kirketerp, Peter Backhaus (Fotos), Claudia Bitz (Hrsg.): Im Goggo um die Welt. Eine Traumreise in den 50er Jahren. Christian, München 2007, ISBN 978-3-88472-744-7.
  •  Jürgen A. Kraxenberger, Ferdinand Mader: Das große GLAS-Buch. Chronik einer ungewöhnlichen Automarke. 2., verb. und durchgesehene Auflage. Anton Pammer, Eichendorf Verlag, Eichendorf 2003, ISBN 3-930648-40-7.
  •  Peter Kurze, Uwe Gusen: Goggomobil. Der Kleinwagen für eine vierköpfige Familie. In: Bewegte Zeiten. 1. Auflage. Delius Klasing, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-7688-1988-6.
  •  Hanns-Peter Rosellen: Vom Goggomobil zum Glas V 8. Aufstieg und Niedergang der Autofabrik Hans Glas in Dingolfing. Zyklam, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-88767-075-2.
  •  Hanns-Peter von Thyssen-Bornemissza: Autos, die Geschichte machten - Goggomobil. TS 250, TS 300, TS 400. Motorbuch, Stuttgart 1994, ISBN 3-613-01583-8.
  •  Walter Zeichner: Goggomobil und Isar 600, 700. 1955–1969, eine Dokumentation. In: Schrader-Motor-Chronik. Band 9, Automobil-Bücher-Handelsgesellschaft Schrader, München 1986, ISBN 3-922617-17-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Glas Goggomobil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien