Goggomobil

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Goggomobil Limousine
Goggomobil mit zu seiner Zeit modischem Zubehör
Goggomobil Limousine (1965)
Goggomobil TS 250 Coupé
Goggomobil Coupé 250
Goggomobil Coupé 250
Goggomobil TL

Das Goggomobil war ein Kleinwagen (Rollermobil) der Hans Glas GmbH in Dingolfing.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Allgemeines

Vorgestellt wurde das Goggomobil im Jahr 1954 auf der Internationalen Fahrrad- und Motorrad-Ausstellung (IFMA), die ersten Serienfahrzeuge rollten am 19. Januar 1955 vom Band. Es war eine kleine viersitzige Limousine; das Design der Karosserie orientierte sich an herkömmlichen Automobilen. Der Zweizylinder-Zweitaktmotor und ein Vierganggetriebe befanden sich im Stufenheck. Mit diesem Motor ausgestattet durfte das Goggomobil auch von Inhabern eines Motorradführerscheins der Klasse 4 (Fahrzeuge bis 250 cm³) gefahren werden. Der Preis betrug etwa 3.500 DM.

Das Urmodell des Goggomobils war ein Minimalauto ohne jeglichen Komfort. So gab es erst 1957 einen zweiten Scheibenwischer und Kurbel- statt Schiebefenster. Seit diesem Jahr wurden neben dem 250-cm³-Motor auch Motoren mit 300 und 400 cm³ geliefert. Ab 1964 waren die Türen vorn und nicht mehr an der B-Säule angeschlagen.

Neben der Limousine wurde von 1957 bis 1969 eine Coupé-Variante unter der Bezeichnung TS angeboten, ein Zweisitzer mit zwei zusätzlichen Kindersitzen und Panorama-Heckscheibe. Eine technische Besonderheit dieses Modells war die elektromagnetische Vorwählschaltung mit einem wenige Zentimeter großen Schalthebel am Armaturenbrett. Auf der Basis des Coupés entstand auch ein Cabriolet, von dem aber nur neun Prototypen gebaut wurden. (Die gelegentlich bei Oldtimerveranstaltungen auftauchenden Cabrios sind Eigenbauten.)

In den Jahren 1957 bis 1965 baute Glas einen vom Goggomobil abgeleiteten Kleintransporter, der geschlossen und mit offener Ladefläche erhältlich war. Einen großen Teil der Produktion (etwa 2000 Stück) kaufte die Deutsche Bundespost.

Von 1955 bis 1961 wurde das Goggomobil über die Firma Continental Car Combine auch in den USA vertrieben; hier reichten die Preise von $ 995 bis 1.495. Der TS trug den Namen De Ville Coupe, 1961/62 wurde offiziell auch das Cabriolet in der Preisliste geführt. Auch die Transporterversion wurde angeboten. Um 1958 kursierten Gerüchte, dass Studebaker das Goggomobil in Lizenz bauen wolle, doch wurden diese Pläne nicht realisiert. Die Gesamtstückzahl, die in Nordamerika abgesetzt wurde, ist nicht bekannt; 1958 wurden in den USA 539, im Folgejahr 579 Exemplare des Goggomobil verkauft.[1]

Am 30. Juni 1969, zwei Jahre und sechs Monate, nachdem BMW die Hans Glas GmbH übernommen hatte, endete die Produktion des Goggomobils. Insgesamt wurde das bis zu 4.030 DM teure Gefährt 284.491-mal gebaut, davon wurden 214.313 Exemplare als Limousine, 66.511 Exemplare als Coupé und 3.667 Exemplare als Transporter gefertigt. Heute gibt es noch ungefähr 2500 fahrtüchtige Goggomobile.

[Bearbeiten] Ableitungen und Nachfolger

Zwischen 1957 und 1960 wurden von WSK Mielec in Polen vom Goggomobil T300 abgeleitete Kleinfahrzeuge mit dem Namen Mikrus gebaut. Nach 1728 Exemplaren wurde die Produktion eingestellt.
In Australien entstand ein kleiner Roadster namens Dart mit einer schnittigen Kunststoffkarosserie und der Technik (einschl. Motorhaube) der Goggomobil-Limousine.

Von 1970 bis 1974 wurden in kleiner Stückzahl Autos auf Goggomobil-Basis weitergebaut. Der ehemalige Borgwardhändler Walter Schätzle hatte den AWS Shopper auf Goggomobil-Basis entwickelt, der Motor kam vom T250. Doch der zweisitzige Kleinwagen wurde kein Erfolg.

[Bearbeiten] Modellbezeichnungen

  • Goggomobil T (Limousine)
  • Goggomobil TS (Coupé)
  • Goggomobil TL (Transporter)

[Bearbeiten] Außenmaße

  • Limousine: 2,9 m lang, 1,28 m breit und 1,31 m hoch
  • Coupé: 3,035 m lang, 1,37 m breit und 1,24 m hoch
  • Transporter/Pick up: 2,91 m lang, 1,32 m breit, 1,70 m hoch

[Bearbeiten] Motoren

  • 250 mit einem Hubraum von 247 cm³ und 10,0 kW (13,6 PS)
  • 300 mit einem Hubraum von 296 cm³ und 11,0 kW (14,8 PS)
  • 400 mit einem Hubraum von 395 cm³ und 14,7 kW (20,0 PS) • 1961 reduziert auf 13,6 kW (18,5 PS)

[Bearbeiten] Fahrzeuggewicht

Limousine:

  • T 250: 415 kg
  • T 300: 415 kg
  • T 400: 435 kg

Coupé:

  • TS 250: 460 kg
  • TS 300: 460 kg
  • TS 400: 460 kg

[Bearbeiten] Fahrleistungen

  • T 250: 74 km/h, T 300: 90 km/h, T 400: 100 km/h
  • TS 250: 84 km/h, TS 300: 95 km/h, TS 400: 105 km/h
  • TL 250: 67 km/h, TL 300: 70 km/h, TL 400: 75 km/h

[Bearbeiten] Verbrauch

  • T/TS 250: 4,4 l/100km, T/TS 300: 4,4 l/100km, T/TS 400: 4,95 l/100km
  • TL 250: 4,8 l/100km, TL 300: 5,0 l/100km, TL 400: 5,2 l/100km

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Alle Angaben nach: Mike Covello, Standard Catalog of Imported Cars 1946-2002. Krause Publications, Iola (USA) 2002, ISBN 0-87341-605-8, S. 347f.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Glas Goggomobil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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