Rüdiger von Fritsch

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Rüdiger Freiherr von Fritsch

Rüdiger Freiherr von Fritsch (auch Rüdiger Freiherr von Fritsch-Seerhausen) (* 28. Dezember 1953 in Siegen) ist ein deutscher Diplomat und seit März 2014 Botschafter Deutschlands in Russland.[1]

Leben[Bearbeiten]

Rüdiger von Fritsch legte 1973 an der Internatsschule Schloss Salem sein Abitur ab und studierte in Erlangen und Bonn Geschichte und Germanistik. Während seines Studiums war er Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. 1984 trat er in den Auswärtigen Dienst ein und war von 1986 bis 1989 als politischer Referent an der deutschen Botschaft in Warschau tätig, unter anderem mit der Aufgabe, den Kontakt zur damals illegalen Opposition zu halten. Von 1989 bis 1992 arbeitete er als Referent für Presse- und Kulturangelegenheiten an der deutschen Botschaft in Nairobi. Nach Verwendungen in der Zentrale des Auswärtigen Amtes (Pressereferat) und an der deutschen EU-Vertretung in Brüssel (1995-1999, deutsches Mitglied der Antici-Gruppe und Verhandlungen zur Vorbereitung der EU-Osterweiterung) leitete er von 1999 bis 2004 den Planungsstab des Bundespräsidenten. Von 2004 bis 2007 war von Fritsch Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes. Von 2007 bis 2010 leitete er die Abteilung für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung des Auswärtigen Amtes und war Vertreter des deutschen Sherpas bei den G8-Verhandlungen. Von Juli 2010 bis März 2014 war er deutscher Botschafter in Warschau.[2] Seitdem vertritt er Deutschland als Botschafter in Russland.

Sachbuchautor[Bearbeiten]

2009 veröffentlichte von Fritsch das Buch Die Sache mit Tom – eine Flucht in Deutschland[3], das davon berichtet, wie er 1974 gemeinsam mit seinem Bruder Burkhard einem Vetter und dessen Freunden zur Flucht aus der DDR in die Bundesrepublik verhalf. Hans-Dietrich Genscher urteilte über das Buch: „Eine mutige Tat und ein eindrucksvolles Buch, das die bittere Wirklichkeit der deutschen Teilung höchst anschaulich lebendig werden lässt“, der Historiker Heinrich August Winkler meinte: „Ich habe selten ein Buch gelesen, dem es so gut wie diesem gelingt, einen Einzelfall, der für sich alleine schon aufregend genug ist, in ein großes historisches Panorama einzufügen“. Das Buch haben 2012 Kamila Gierko und Winfried Lipscher in das Polnische übersetzt: Stempel do wolności. Ucieczka z Niemiec do Niemiec.

Privatleben[Bearbeiten]

Rüdiger von Fritsch ist evangelisch. Er ist mit Huberta, geb. Freiin von Gaisberg-Schöckingen verheiratet. Das Paar hat fünf Kinder.

Er ist ein Bruder des Managers Wolfram Freiherr von Fritsch und ein Nachfahre von Thomas sowie Jacob Friedrich Freiherrn von Fritsch und ein Großneffe von Werner Freiherr von Fritsch.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Meldung über Ernennungen, spiegel.de, 15. Januar 2014, abgerufen am 20. Januar 2014
  2. D-Radio (Audio-Beitrag): Unser Mann in Warschau
    http://wissen.dradio.de/diplomatie-unser-mann-in-warschau.38.de.html?dram:article_id=6060&dram:audio_id=7947&dram:play=1&sid=&random=507b3a
  3. http://www.wjs-verlag.de/books/5,die-sache-mit-tom

Weblinks[Bearbeiten]