Oberhaching

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oberhaching
Oberhaching
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberhaching hervorgehoben
48.01666666666711.583333333333576Koordinaten: 48° 1′ N, 11° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: München
Höhe: 576 m ü. NHN
Fläche: 33,05 km²
Einwohner: 12.775 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 387 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 82041,
82064 (Jettenhausen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 089
Kfz-Kennzeichen: M, AIB, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 84 134
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile, 6 Weiler
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Alpenstr. 11
82041 Oberhaching
Webpräsenz: www.oberhaching.de
Bürgermeister: Stefan Schelle (CSU)
Lage der Gemeinde Oberhaching im Landkreis München
Starnberger See Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Ebersberg Landkreis Erding Landkreis Freising Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Miesbach Landkreis Rosenheim Landkreis Starnberg Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Dachau München Forstenrieder Park Grünwalder Forst Brunnthal Höhenkirchen-Siegertsbrunn Perlacher Forst Aschheim Aying Baierbrunn Brunnthal Feldkirchen (Landkreis München) Garching bei München Gräfelfing Grasbrunn Grünwald Haar (bei München) Höhenkirchen-Siegertsbrunn Hohenbrunn Ismaning Kirchheim bei München Neubiberg Neuried (bei München) Oberschleißheim Ottobrunn Planegg Pullach im Isartal Putzbrunn Sauerlach Schäftlarn Straßlach-Dingharting Taufkirchen (bei München) Unterföhring Unterhaching Unterschleißheim OberhachingKarte
Über dieses Bild
Die Pfarrkirche St. Bartholomäus in Deisenhofen

Oberhaching ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis München. Sie liegt südlich von München und östlich von Grünwald. Nach Süden schließen sich Sauerlach und Straßlach-Dingharting an, nach Nordosten Taufkirchen und Unterhaching.

Die Gemeinde Oberhaching umfasst die zusammengewachsenen Ortsteile Oberhaching, Deisenhofen und Furth sowie das benachbarte Gut Laufzorn und südlich die Ortschaften Kreuzpullach, Ödenpullach, Oberbiberg, Jettenhausen und Gerblinghausen.

Oberhaching St. Stephan bei Föhn

Verkehr[Bearbeiten]

Oberhaching hat eine eigene Autobahnausfahrt an der A 995, die das Kreuz München Süd und damit die A 99 und die A 8 mit dem Münchner Stadtteil Giesing verbindet.

Zudem halten am Bahnhof Deisenhofen die S-Bahnlinien S3, S20 und S27. Die S3 hat einen weiteren Haltepunkt im Ortsteil Furth nahe der Bayerischen Landessportschule.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Oberhaching geht, wie Unterhaching, das Hachinger Tal und der Hachinger Bach, auf eine bajuwarische Siedlung zurück, die von dem Bajuwarenfürst Hacho gegründet wurde.

Die zahlreichen Keltenschanzen im Gemeindegebiet belegen jedoch eine deutlich frühere Besiedelung. Die strategisch günstige Lage an der Aufweitung des Gleißentales, einer ehemaligen glazialen Abflussrinne des Gleißentals mit dem Hachinger Bach, in das weite Hachinger Tal und die Münchner Schotterebene erklärt die kontinuierliche Besiedelungsgeschichte. Hier war frisches Wasser und fester, trockener und überschwemmungssicherer Boden nahe zusammenliegend verfügbar. Auch die Römerstraße von Salzburg nach Augsburg querte das Gleißental an dieser Stelle. Zudem gab es Legionslager und römische Schanzen.[2][3]

Zusätzlich bietet sich am Kyberg, einem ins Gleißental hineinragenden Höhenrücken, ein weiter Blick in die Ebene. Hier finden sich Reste einer steinzeitlichen Besiedelung und hier wird auch der Fürstensitz aus bajuwarischer Zeit vermutet. Heute steht hier das Rathaus.

Die erste urkundliche Erwähnung von Haching findet sich in einer Schenkungsurkunde von Abt Petto an das Kloster Schäftlarn aus dem Jahr 806. Deisenhofen ist in einer Schenkung an das Kloster Tegernsee unter Abt Eberhard (1068–1091) erwähnt, Furth im Testament des Pfalzgrafen Friedrich von Wittelsbach aus dem Jahr 1172. Da in Haching auch Gericht gehalten wurde (dokumentiert 1003) lag um die Jahrtausendwende hier ein lokales Zentrum, das erst später durch das aufblühende München seine Bedeutung verlor.

Geologisch ist das Gleißental durch den anstehenden Nagelfluh zu erklären. In diesem harten, widerstandsfähigen Material bildete sich in der Eiszeit eine glaziale Abflussrinne, in dem einst die Isar strömte, bis sie bei Grünwald ein neues Bett gegraben hatte. Im Mittelalter fand sich in diesem Nagelfluh das ideale Material für die Fundamente der Münchner Frauenkirche.

Die ältesten Baureste in Oberhaching finden sich in der ursprünglich romanischen Wehrkirche St. Stephan (seit 750 n. Chr., anno 1356 unter Obhut Albert II. u.a. Bischof von Freising).[4] Von den umliegenden Holzhütten der Bauern ist nichts erhalten. Die ältesten heute noch bestehenden bäuerlichen Holzhäuser (z. B. das Wagnerhaus) stammen aus dem 19. Jahrhundert. Das heutige Nebengebäude der Grundschule Oberhaching ist mit über 125 Jahren das älteste noch benützte Schulhaus im Münchner Raum.

Neue Impulse erhielt der Ort durch den Bau der Eisenbahn. Seit 1856 besteht die Eisenbahnstrecke vom Münchner Hauptbahnhof über die Großhesseloher Brücke nach Deisenhofen und weiter nach Holzkirchen. Im Jahr 1898 wurde auch die zweite Bahnstrecke von Deisenhofen entlang des Hachinger Tals über Taufkirchen und Unterhaching zum Bahnhof München Ost eröffnet.

Damit war die Entwicklung des bisher bäuerlichen Dorfes zu einem Vorort von München vorgezeichnet. Heute sind weniger als 10 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft (primärer Sektor) beschäftigt, während der sekundäre Sektor mit Pendlern in die Industriebetriebe in München und der tertiäre Sektor Dienstleistungen vor Ort oder ebenfalls als Pendler dominiert.

Entsprechend entwickelte sich auch die Bevölkerungszahl von Oberhaching mit Deisenhofen und Furth von 517 im Jahr 1840, über 875 im Jahr 1880 und 2000 im Jahr 1925 auf heute über 13.000 Einwohner.

1925 wurde das Deisenhofener Postamt von Robert Vorhoelzer und Fritz Norkauer errichtet.

Um die Verkehrsanbindung von Oberbiberg zu wahren, wurde der BibergerBürgerBus (kurz BBB), der 2004 von Bürgern initiiert wurde und rein ehrenamtlich betrieben wird, eingerichtet.

Oberhaching hat sich aufgrund der exzellenten Verkehrsanbindung nach München sowie der ruhigen dörflichen Lage auch zu einem Wohnort für bekannte Personen entwickelt: darunter Klaus Rauscher, Prof. Friedrich Prinz, Hans Sauer, Ernst von Khuon, Prof. Albert Wucher, Prof. Ernst Rebentisch, Christian Tröger und Kammersänger Andrej Kucharsky.

Aus Oberhaching stammte Johann Rattenhuber (1897–1957), im Zweiten Weltkrieg zuletzt Generalleutnant der Polizei.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Oberbiberg eingegliedert.[5]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Stefan Schelle (CSU)

Liste der Bürgermeister von Oberhaching

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Oberhaching besteht aus 25 Mitgliedern (mit dem 1. Bürgermeister) und setzt sich wie folgt zusammen (Gemeinderatswahl 2014):

  • Christlich Soziale Union (CSU) 10 Sitze
  • Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 5 Sitze
  • Wählergemeinschaft Oberhaching (WGO) 3 Sitze
  • Vereinigte Freie Wähler Oberhaching (VFWO) 2 Sitze
  • Bündnis 90/Die Grünen (Grüne) 2 Sitze
  • fraktionslose (ehemals Bürgervereinigung Oberhaching, Wählergruppe aufgelöst) (BVO) 1 Sitz
  • Freie Bürger Oberhaching (FreieB) 1 Sitz

Einrichtungen[Bearbeiten]

Oberhaching hat ein Gymnasium, zwei Grundschulen und eine Mittel- und Wirtschaftsschule sowie eine eigene Volkshochschule.

Das staatliche Gymnasium sollte Abt Petto-Gymnasium genannt werden, wogegen sich jedoch wegen der Assoziation zu einem christlichen Gymnasium Widerstand regte, weshalb das Gymnasium seit seiner Gründung im Jahre 1977 als Gymnasium Oberhaching firmiert.

Im Ort gibt es eine gut ausgestattete Gemeindebücherei, die 2003 aus dem Rathaus in ein eigenes, vom Architekten Daberkow gestaltetes, ca. 500 m vom Rathaus entferntes Gebäude umzog, das weiterhin unmittelbar neben dem Gymnasium und der Hauptschule liegt und auch als Schulbücherei dient. In der Bücherei finden regelmäßige Lesungen und kulturelle Veranstaltungen statt.

Der Bayerische Landessportverband betreibt in Oberhaching eine Sportschule, der das Landesleistungszentrum Tennis angegliedert ist. Dort besteht die Möglichkeit an Trainingslagern teilzunehmen.

Die Sportschule verfügt über ein Schwimmbad, das zeitweise auch für die Bürger der Gemeinde geöffnet ist. Die Sportschule beherbergte während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 das Team von Paraguay.

Vereine und Organisationen[Bearbeiten]

Die Gemeinde hat zwei Freiwillige Feuerwehren in Oberhaching und Oberbiberg und eine eigene Bereitschaft mit Jugendrotkreuz des BRK-Kreisverbandes München. Im Ortsteil Furth liegt das „Naturbad Furth“, welches vom Freunde Further Bad e.V. betrieben wird. Es gibt auch eine ganze Reihe von Sport-, Kultur- und Sozialvereinen.

Ausflugsziele[Bearbeiten]

Aus einer Verpflegungsstation für die Arbeiter beim Bau der Eisenbahn entwickelte sich die Kugler Alm. Diese Ausflugsgaststätte mit großem Biergarten am Rand des Perlacher Forsts ist auch heute noch ein beliebtes Ausflugsziel der Münchner und der Bewohner der umliegenden Gemeinden. Die Kugler Alm behauptet, Erfinder der Radler-Maß zu sein.

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

  • Ehemaliger Steinbruch Deisenhofen, Geotop-Nummer 184A003
  • Ehemaliger Steinbruch im Gleißental, Geotop-Nummer 184R002

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Oberhaching

Polizei[Bearbeiten]

Für die Ortschaft Oberhaching ist die Polizeiinspektion Unterhaching zuständig.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Beschreibung der zwei Legions-Lager bei Deisenhofen, Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, Band 3, S.32ff, Verlag Georg Franz, München, 1841, Google eBook.
  3. Münchens Umgebung, topographisch, historisch und archaeologisch, dargestellt von Ludwig Sailer, Verlag C. Fritsch, München, 1881, Bibliothèque nationale de France.
  4. Parochia s. Stephani in Oberhaeching, Die älteren Matrikeln des Bisthums Freysing. 2. Fortsetzung .., S. 453, von Martin Deutinger, Ordinatskanzlei, München, 1849, Österreichische Nationalbibliothek.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 584.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Hobmair: Hachinger Heimatbuch. Katholisches Pfarramt Oberhaching, Oberhaching 1979, ISBN 3-9800317-0-5.
  • Karl Hobmair: Zwölfhundert Jahre Oberhaching 1849-1949 - Kurzer Abriß der Geschichte des Hachinger Tales, Buchdruckerei Universal, München 1949
  • Hermann Rumschöttel, Nikolaus Aidelsburger (Vorwort): Lebendige Heimat – Oberhaching. Aus Anlass der 1250-Jahrfeier herausgegeben von der Gemeinde Oberhaching in Zusammenarbeit mit der Generaldirektion des Bayerischen Landesvermessungsamtes, Generaldirektion der staatlichen Archive Bayerns, München 1999, ISBN 3-921635-50-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberhaching – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien