Raedwald

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Rædwald (auch Raedwald, Rædƿald, Redwald, Reduald, Redualdus, Reduualdus, Reodwald, Ræduuald;[1] † zwischen 616 und 627) war der wohl bedeutendste[2] König des angelsächsischen Königreichs East Anglia aus der Dynastie der Wuffinger.

Leben[Bearbeiten]

Spangenhelm aus einem Grab bei Sutton Hoo, der vermutlich König Rædwald gehörte.

Rædwald war der erste sicher belegte „historische“ König East Anglias, von dem mehr als nur der Name überliefert wurde;[2] die meisten (recht dürftigen) Informationen sind in der Kirchengeschichte des Beda Venerabilis überliefert.

Rædwald war der Sohn des Tyttla und Enkel des Dynastiegründers Wuffa (insofern letzterer historisch ist).[3] Er war ein Bruder des Eni.[4] Seine Kinder waren Rægenhere († 616)[5] und Eorpwald.[3] Sigebert war vermutlich sein Stiefsohn. Sein Regierungsbeginn wird üblicherweise um 593 oder 599[6] datiert.

Zu Beginn seiner Herrschaft stand Rædwald unter der Oberherrschaft des Bretwalda (eine Art Oberherrscher) Æthelberht von Kent.[7] Æthelbert drängte Rædwald, den christlichen Glauben anzunehmen. Beda Venerabilis zufolge hat sich Raedwald (vielleicht um 604[2]) in Kent der Taufe unterzogen und die Gottesdienste besucht, zugleich aber weiter seinen alten Göttern gedient.[2] In seinem Tempel sollen zwei Altäre gestanden haben, einer für den christlichen Gott und einer für heidnische Gottheiten.[3]

Um 616 gewährte Rædwald dem von Æthelfrith aus Northumbria vertriebenen Edwin, der sich als rechtmäßigen Thronerben sah, Asyl.[2] Æthelfrith bot Rædwald eine hohe Summe, wenn dieser Edwin töten oder ausliefern würde; im Falle der Ablehnung drohte er Rædwald mit Krieg. Rædwald soll Beda zufolge zunächst dazu bereit gewesen sein, Edwin zu hintergehen, wurde dann aber von seiner Frau umgestimmt. Er schickte anschließend seine Truppen in Richtung Norden. Am Fluss Idle kam es 616 zur entscheidenden Schlacht, Æthelfrith wurde vernichtend geschlagen und kam bei den Kämpfen ums Leben. Rædwald hatte in der für seine Truppen siegreichen Schlacht allerdings auch den Verlust seines Sohnes Rægenhere zu beklagen.[5] Vermutlich führte dieser Sieg zu Rædwalds Anerkennung als Bretwalda innerhalb der angelsächsischen Heptarchie.[2] Edwin zog siegreich in Northumbria ein, Æthelfriths Erben mussten nun ihrerseits ins Exil.[8]

Rædwalds weitere Herrschaft scheint politisch stabil in Frieden und Wohlstand verlaufen zu sein.[9] Zu Rædwalds Lebzeit kam in der Nähe des Königssitzes Rendlesham, in Sutton Hoo und Snape, die skandinavische Sitte der Schiffsgräber auf. Rædwald starb zwischen 616 und 627. Es wird oft angenommen, dass er der Herrscher ist, der im Mound 1 genannten Schiffsgrab von Sutton Hoo begraben wurde; wenngleich dies nicht gesichert ist, sprechen die in den Quellen herausgehobene Machtstellung Rædwalds in diesem Zeitraum und die reichen Grabbeigaben dafür.[10] Nachfolger wurde sein Sohn Eorpwald.[2]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Nicholas J. Higham, Martin J. Ryan: The Anglo-Saxon World. Yale University Press, New Haven 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Rædwald 1 in Prosopography of Anglo-Saxon England (PASE)
  2. a b c d e f g Nicholas J. Higham: Rædwald. In: Michael Lapidge, John Blair, Simon Keynes, Donald Scragg (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England. Wiley-Blackwell, Oxford u.a. 2001, S. 385.
  3. a b c Beda, Kirchengeschichte 2,15.
  4. Die Anglian collection weist Eni ebenfalls als Sohn Tyttlas aus.
  5. a b Beda, Kirchengeschichte 2,12.
  6. Rædwald in Foundation for Medieval Genealogy
  7. Beda, Kirchengeschichte 2,5.
  8. Angelsächsische Chronik zum Jahr 617
  9. Richard Hoggett: The Archaeology of the East Anglian Conversion (Anglo-Saxon Studies), Boydell & Brewer, 2010, ISBN 978-1843835950, S. 30.
  10. Nicholas J. Higham, Martin J. Ryan: The Anglo-Saxon World. New Haven 2013, S. 133.
Vorgänger Amt Nachfolger
Tyttla König von East Anglia
593/599–um 625
Eorpwald