rechtläufig und rückläufig

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Dieser Artikel erläutert den Begriff der Astronomie, zu anderen Bedeutungen siehe retrograd.

Als rechtläufig oder prograd (lat. pro = für, vor, vorwärts, gradus = Schritt) bezeichnet man in der Astronomie Objekte, die in einem rotierenden System der Hauptrotationsrichtung folgen. Entgegengesetzt umlaufende bzw. rotierende Objekte bezeichnet man als rückläufig oder retrograd (lat. retro = zurück, rückwärts).

Die Bezeichnungen werden sowohl für umlaufende Sternsysteme, Planeten, Asteroiden und Kometen verwandt, als auch für in deren Orbit befindliche Satelliten. Ein Objekt mit retrogradem Orbit kennzeichnet man durch eine Bahnneigung > 90° zu seinem Zentralkörper, ein Objekt mit retrograder Rotation durch eine Achsneigung > 90° zu seiner Umlaufbahn.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Bedeutung im Sonnensystem

Im Sonnensystem gelten solche Objekte als rechtläufig, die aus Richtung des Nordpols der Ekliptik gesehen entgegen dem Uhrzeigersinn rotieren bzw. ihren Zentralkörper umlaufen.

Als Folge der Entstehung des Sonnensystems bewegen sich alle Planeten, Pluto und der Asteroidengürtel auf einem rechtläufigen Orbit. Die Rotation der meisten größeren Körper des Sonnensystems erfolgt ebenfalls in rechtläufigem Sinn.

[Bearbeiten] Einige bekannte rückläufige Himmelskörper

[Bearbeiten] Retrograder Orbit

[Bearbeiten] Retrograde Rotation

  • Venus, Achsneigung: 177°
  • Uranus, Achsneigung: 98°
    Größtes retrogrades Objekt im Sonnensystem, dessen rückläufiger Charakter aber wegen der nahezu rechtwinkligen Achsneigung kaum erkennbar ist.
  • Pluto, Achsneigung: 123°

[Bearbeiten] Scheinbare rechtläufige und rückläufige Bewegung

Man bezeichnet Objekte des Sonnensystems als rechtläufig, wenn ihr Umlauf entlang der Ekliptik, aus der Richtung des nördlichen Poles der Ekliptik gesehen, gegen den Uhrzeigersinn erfolgt, und als rückläufig bei einem Umlauf im Uhrzeigersinn. Da ihre Umlaufzeiten entsprechend dem dritten keplerschen Gesetz verschieden von der Umlaufzeit der Erde sind, kommt es während der Überholvorgänge zu Wechseln des scheinbaren Umlaufsinnes (des auf die Erde bezogenen Ortsvektors), zum Beispiel die charakteristischen Planetenschleifen bei Opposition der äußeren Planeten. Die Erklärung dieser Wechsel war wichtig für die Entwicklung des geozentrischen und des heliozentrischen Weltbildes. (→ Epizykeltheorie)

Vorbeibewegung des inneren am äußeren Himmelskörper, Aufsicht auf das System
T1–5: Punkte der inneren Bahn
P1–5: gleichzeitige Punkte der äußeren Bahn
A1–5: Projektion auf das scheinbare Himmelsgewölbe
Die Zeitpunkte liegen im Bereich der halben Umlaufdauer des inneren Körpers.
Erscheinung als Himmelsanblick, topozentrischer Standpunkt, sternfeste Abbildung:
Bewegung des Himmelskörpers als „Wandelstern“ gegen die Fixsterne: Da der Sternenhimmel im Laufe der Nacht westwärts zieht (hier rechts), erscheint die Bewegung des Himmelskörpers dagegen rückläufig (nach links).
Die Querbewegung in der Schleife kommt daher, dass die Bahnebenen im Allgemeinen nicht exakt gleich sind: Dadurch verändert sich auch die dritte Koordinate der Punkte.

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