Reiner Schulze

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Reiner Schulze (* 6. Oktober 1948 in Berlin) ist ein deutscher Jurist. Seit 1997 ist er Direktor des Instituts für Internationales Wirtschaftsrecht, des Instituts für Rechtsgeschichte sowie Geschäftsführender Direktor des Centrums für Europäisches Privatrecht (CEP) an der Universität Münster.

Leben[Bearbeiten]

Reiner Schulze studierte Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin. Dort schloss er 1973 sein Erstes Juristisches Staatsexamen ab. 1976 wurde er an der Universität Frankfurt am Main mit der Arbeit „Die Polizeigesetzgebung zur Wirtschafts- und Arbeitsordnung der Mark Brandenburg in der frühen Neuzeit“ zum Dr. iur. promoviert. Es folgten Zweites Juristisches Staatsexamen (1978) und Habilitation sowie Erteilung der venia legendi für die Fächer Bürgerliches Recht und Deutsche Rechtsgeschichte (1983).

Es folgten Lehrstuhlvertretungen in Konstanz, Frankfurt, Regensburg und Trier (1984-1988). Reiner Schulze erhielt 1989 einen Ruf der Universität Trier und wurde dort ordiniert zum Professor für Bürgerliches Recht, Deutsche und Neuere Europäische Rechtsgeschichte. In der Zeit von 1992-1993 war er Dekan der juristischen Fakultät der Universität Trier.

Reiner Schulze erhielt 1994 einen Ruf der Universität Münster auf den Lehrstuhl für Deutsches und Europäisches Zivilrecht. Seit 1997 ist er Direktor des Instituts für Internationales Wirtschaftsrecht und des Instituts für Rechtsgeschichte sowie Geschäftsführender Direktor des Centrums für Europäisches Privatrecht (CEP) an der Universität Münster. Von 2006 bis 2008 war er Dekan der juristischen Fakultät, seit 2008 ist er Honorary Professor der Universität Lancaster.

Von 1997 bis 2005 war Reiner Schulze Richter am Oberlandesgericht Hamm.

Wirken[Bearbeiten]

Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich des Europäischen Wirtschafts- und Verbraucherrechts, des allgemeinen Schuldrechts (insbesondere Leistungsstörungs- und Schadensersatzrecht) Genossenschafts- und Franchiserechts, der Europäischen Privatrechtsgeschichte (insbesondere 19. Jahrhundert) sowie der Zeitgeschichte des Europäischen Gemeinschaftsrechts.

Reiner Schulze ist (Mit-)Herausgeber zahlreicher Zeitschriften, insbesondere der Zeitschrift für Europäisches Privatrecht (ZEuP), der Zeitschrift für Neuere Rechtsgeschichte (ZNR), der Zeitschrift zum gesamten Genossenschaftswesen (ZfgG) sowie der Schriften zum Europäischen Privatrecht und der Schriften zur Europäischen Rechts- und Verfassungsgeschichte.

Er ist Mitherausgeber des Handkommentars zum Bürgerlichen Gesetzbuch.

Von 1997 – 2001 war er Koordinator des TMR-Network “Common Principles of European Private Law”, seit 2000 Leiter des Teilprojekts C 3 „Symbole im Gerichtsverfahren (15.- 18. Jhd.)“ in dem von der DFG geförderten Sonderforschungsbereich 496 „Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution. Von 2002 – 2006 war er Mitglied des EU Forschungsnetzwerks “Uniform Terminology for European Private Law” sowie Koordinator der EU-Marie Curie Training Site “Harmonisation of Business and Consumer Law in the EU”.

Reiner Schulze ist Mitglied des internationalen Beirats der Zeitschrift Revista de Derecho Privado, Gutachter des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für die Auswahl von Stipendiaten, Lektoren oder Projekten der wissenschaftlichen Zusammenarbeit, Teilnehmer an der Studie der Europäischen Kommission für ein “Annotated compendium including a comparative analysis of the Community consumer acquis“, Mitglied der “European Research Group on Existing EC Private Law (Acquis Group)” und ordentliches Mitglied sowie Mitglied des Supervisory Board des „European Centre of Tort and Insurance Law“, Wien.

Er ist ein Gründungsmitglied des European Law Institute, einer non-profit Organisation, die sich der juristischen Forschung sowie der Verbesserung des europäischen Rechts widmet mit dem Ziel, die europäische Integration auf dem Gebiet des Europarechts konstruktiv zu begleiten.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Reiner Schulze wurde 1998 die Ehrendoktorwürde der Universität Miskolc (Ungarn) verliehen.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

Monographien und Kommentare (Auswahl)[Bearbeiten]

Aufsätze (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Die „Acquis-Grundregeln“ und der Gemeinsame Referenzrahmen. In: Zeitschrift für Europäisches Privatrecht. 15. Jg., H. 3, 2007, S. 731–734.
  • Precontractual Duties and Conclusion of Contract in European Law. In: European Review of Private Law. (ERPL). Bd. 13, Nr. 6, 2005, ISSN 0928-9801, S. 841–866.
  • European Private Law and Existing EC Law. In: European Review of Private Law. ERPL. Bd. 13, Nr. 1, 2005, S. 3–19.
  • mit Martin Ebers: Streitfragen im neuen Schuldrecht. 1. Teil. In: Juristische Schulung. Bd. 44, H. 4, 2004, S. 265–272; Teil 2, Bd. 44, H. 5, 2004, S. 366–371; Teil 3, Bd. 44, H. 6, 2004, S. 462–468.
  • Das Entstehen des Europäischen Gemeinschaftsrechts. Eine Forschungsaufgabe der juristischen Zeitgeschichte. In: Zeitschrift für Neuere Rechtsgeschichte. Bd. 16, H. 3, 1994, S. 297–324.

Weblinks[Bearbeiten]