ricardo (Internetauktionshaus)

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ricardo-Gruppe
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1998
Sitz Zug, Schweiz
Leitung Christian Kunz (CEO ricardo-Gruppe und CEO ricardo.ch AG)
Mitarbeiter 300, davon 140 in der Schweiz
Branche eCommerce
Website www.ricardo.ch

ricardo ist der Name mehrerer Internet-Auktionshäuser, die ihren Ursprung in der ehemaligen ricardo.de AG in Hamburg haben. Heute besteht noch die ricardo.ch AG in Zug, die nun zum südafrikanischen Medienkonzern Naspers gehört,[1] und betreibt verschiedene E-Commerce-Plattformen in der Schweiz und in Griechenland.[2] Der Konzern tritt unter dem Namen ricardo-Gruppe auf.

ricardo.de und ricardo24.de[Bearbeiten]

Gegründet wurde ricardo.de am 21. Juli 1998 von den Freunden Stefan Glänzer, Christoph Linkwitz und Stefan Wiskemann. Exakt 365 Tage später erfolgte die Notierung am Neuen Markt unter der Wertpapierkennnummer 702070 und erreichte im Frühjahr 2000 eine Marktkapitalisierung von 1,8 Mrd. Euro. Im November 2000 erwarb die britische QXLricardo plc etwa 90 % des Grundkapitals an der ricardo.de AG. Seitdem gehört ricardo.de zur paneuropäisch agierenden QXLricardo-Gruppe. QXLricardo ist heute (Juni 2007) mit einer Marktkapitalisierung von knapp einer Mrd Euro eine der wenigen erfolgreichen europäischen Internetunternehmen, die vor der Jahrtausendwende gegründet wurden. Die Gruppe betreibt die marktführenden Auktionsplattformen in Polen und in der Schweiz.

Anders als eBay konzentrierte sich ricardo.de nicht von vornherein allein auf den Betrieb eines Marktplatzes, sondern startete ab dem Jahr 1998 zunächst mit einem groß angelegten Eigenhandel mit Markenprodukten, die zum Höchstgebot vertrieben wurden. Hierbei profilierte ricardo.de sich zum Start am 25. August 1999 mit live moderierten Auktionen, eine Mischung aus Entertainment, Sponsoring und E-Commerce.

Die Einführung von automatisierten Business-to-Consumer-Auktionskanälen Ende 1998 brachte zwar Eigenhandelsumsatz, jedoch zugleich hohe wirtschaftliche Verluste ein, vor allem, da die Logistik nicht mit dem Wachstum mithalten konnte.

Daher konzentrierte sich ricardo.de ab dem Frühjahr 2001 allein auf den Betrieb der Marktplatz-Sparte, die bereits im Frühjahr 1999 unter der Bezeichnung "ricardo private" gestartet war, jedoch bis dahin nur als drittes von insgesamt drei Verkaufsformaten positioniert worden war. Allerdings konnte ricardo.de seinen Marktplatz gegen die bereits sehr starke Marktposition von eBay in Deutschland längerfristig nicht erfolgreich behaupten. Im November 2003 wurde der Online-Auktionsmarktplatz schließlich eingestellt und die bis dahin benutzte Domain www.ricardo.de befristet vermietet. Später betrieb ricardo.de einen Preisvergleich für Markenprodukte unter der Seite www.ricardo24.de, neben der weiterhin über das einhundertprozentige Tochterunternehmen ricardo.ch AG operierende Auktionsplattform in der Schweiz. Mit dem Erfolg des dortigen Geschäfts gelang ricardo.de mittlerweile auch der Sprung in die operative Gewinnzone.

2008 übernahm der südafrikanische Medienkonzern Naspers über die Myriad International Holdings und weitere Zwischengesellschaften die ricardo.de AG einschließlich ihrer Tochtergesellschaften. Diese Unternehmensstruktur bestand mindestens bis 2011.[3] Die Domain www.ricardo24.de wurde von ricardo.ch übernommen.[4]

ricardo.ch[Bearbeiten]

Im November 1999 wurde auktion24.ch als eigenständiges Schweizer Unternehmen von den Brüdern Stephan Widmer und Michael Widmer unter dem damaligen Namen auktion24.ch in Baar (ZG) gegründet.[5] Die Auktionen waren bis zur Übernahme im Jahr 2000[6] vom deutschen Internetauktionshaus ricardo.de AG für die Anbieter kostenlos. Durch die Übernahme wurde auktion24.ch in ricardo.ch umbenannt. Mit der Übernahme von ricardo.de durch Naspers wurde auch ricardo.ch Teil des südafrikanischen Konzerns.

ricardo.ch ist Marktführer in der Schweiz. Derzeit (2013) handeln 2 Millionen Mitglieder Waren im Wert von 660 Millionen Schweizer Franken jährlich. [7] Der Konkurrent eBay erreicht in der Schweiz nur rund einen Fünftel des Umsatzes von ricardo.ch.[8]

ricardo.gr[Bearbeiten]

2008 gelang der Einstieg in den griechischen Markt, der in kleinen Internetauktionshäusern organisiert war. Anders als diese war ricardo nicht selbst auch als Verkäufer tätig und konnte innerhalb eines Jahres die Marktführerschaft erreichen.

ricardo.at[Bearbeiten]

Ricardo stieg mit der Übernahme von OneTwoSold als Ricardo.at im September 2008 in den österreichischen Markt ein. Ab dem 30. Dezember 2010 konnten keine neuen Auktionen mehr gestartet werden. Die letzten laufenden Auktionen endeten am 10. Januar 2011.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.naspers.com/cmsAdmin/uploads/fact-sheet_june2013.pdf
  2. http://www.naspers.com/internet_detail_02.php?ricardo-Group-7
  3. Zwischenabschluss zum 31. Dezember 2010 der ricardo.de AG
  4. Impressum ricardo24.de, abgerufen am 12. Mai 2014; nic.de-Recherche zum gleichen Datum.
  5. http://www.moneyhouse.ch/u/ricardo_ch_ag_CH-020.3.021.824-1.htm
  6. http://www.netzwoche.ch/News/2000/03/27/Millionenuebernahme-Ricardode-kauft-Auktion24ch.aspx
  7. http://www.ricardo.ch/ueber-uns/de-ch/unternehmen/zahlenfakten.aspx
  8.  20 Minuten (Hrsg.): 26. April 2010 (HTML, abgerufen am 20. August 2013).
  9. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Versteigerungsplattform-Ricardo-at-stellt-Betrieb-ein-1162124.html