Robert Valberg

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Robert Valberg (* 28. April 1884 in Wien; † 15. Oktober 1955 ebenda; gebürtig Robert von Dirr) war ein österreichischer Schauspieler, Theaterdirektor und NS-Funktionär.

Leben[Bearbeiten]

Er begann seine Bühnenkarriere 1902 am Stadttheater von Troppau, kam 1903 nach Salzburg und 1904 nach Wien an das Raimund-Theater. Später agierte er auch auf anderen Wiener Bühnen wie etwa dem Deutschen Volkstheater, wo er 1938 unter Intendant Walter Bruno Iltz u. a. den alten Grafen Moor in der Eröffnungsvorstellung von Schillers "Die Räuber" spielte.

Als die Nationalsozialisten im März 1938 in Österreich einmarschierten, holte Valberg gemeinsam mit dem NS-Betriebszellenleiter und Schauspieler Erik Frey während einer Vorstellung von Calderóns "Der Richter von Zalamea" im Theater in der Josefstadt den ehemaligen Direktor des Deutschen Volkstheaters, Rudolf Beer, aus einer Loge nach draußen. Nachdem dieser von Nazi-Schlägern schwer misshandelt wurde, nahm er sich am 9. Mai 1938 das Leben[1]. Anlässlich der „Volksabstimmung“ über den Anschluss Österreichs schrieb Valberg: „Dank und Heil dem Führer“.[2] Valberg wurde Landesleiter der Reichstheaterkammer und Kulturbeirat der Stadt Wien. 1941 wurde er Oberspielleiter am Stadttheater, und gegen Ende des 2. Weltkriegs war er Direktor des Bürgertheaters.

Beim Film stand er bereits 1914 bei den ersten drei Inszenierungen Richard Oswalds vor der Kamera. 1920 spielte er in "Martin Schalanters letzter Gang. Eine Elterntragödie" nach Ludwig Anzengrubers Drama "Das vierte Gebot" (Regie und Drehbuch: Richard Oswald) den Klavierlehrer Frey. In den 20er Jahren setzte er seine Filmlaufbahn in Österreich fort und verkörperte 1921 in dem Historiendrama Der Rosenkreuzer den Kaiser Joseph II.. 1924 übernahm er die Titelrolle des Oberst Redl in dem gleichnamigen Film und 1926 erneut in Brandstifter Europas.

Als sich der Tonfilm durchsetzte, erhielt Valberg jahrelang kaum noch Angebote, erst ab Mitte der 30 Jahre wurde er wieder öfter eingesetzt, allerdings meist nur in kleineren Charakterrollen. Auf der Bühne wirkte er zuletzt vor allem am Theater in der Josefstadt.

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1914: Iwan Koschula
  • 1914: Lache, Bajazzo
  • 1914: Ein Wiedersehen in Feindesland
  • 1920: Die kleine Herzogin
  • 1921: Der Rosenkreuzer
  • 1922: Die Schuldigen
  • 1922: Das Geld auf der Straße
  • 1924: Ssanin
  • 1925: Oberst Redl
  • 1925: Ein Walzer von Strauß
  • 1926: Der Feldherrnhügel
  • 1926: Brandstifter Europas
  • 1927: Das Mädchen ohne Heimat
  • 1927: Der Rastelbinder
  • 1927: Seine Hoheit, der Eintänzer
  • 1933: Abenteuer am Lido
  • 1933: Unser Kaiser
  • 1934: Frasquita
  • 1935: … nur ein Komödiant
  • 1935: Die Pompadour
  • 1936: Blumen aus Nizza
  • 1936: Die Leuchter des Kaisers
  • 1936: Die Liebe des Maharadscha
  • 1936: Opernring
  • 1936: Schatten der Vergangenheit
  • 1936: Seine Tochter ist der Peter
  • 1936: Der Weg des Herzens (Prater)
  • 1936: Wo die Lerche singt
  • 1937: Premiere
  • 1937: Romanze
  • 1937: Zauber der Bohème
  • 1937: Pat und Patachon im Paradies
  • 1938: Immer wenn ich glücklich bin...!
  • 1938: Prinzessin Sissy
  • 1938: Die unruhigen Mädchen
  • 1938: Spiegel des Lebens
  • 1939: Eine Frau für drei
  • 1939: Hochzeitsreise zu dritt
  • 1939: Hotel Sacher
  • 1939: Ich bin Sebastian Ott
  • 1939: Marguerite: 3
  • 1940: Sieben Jahre Pech
  • 1951: Maria Theresia
  • 1953: Hab’ ich nur Deine Liebe

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Evelyn Schreiner (Hrsg.): 100 Jahre Volkstheater. Theater, Zeit, Geschichte. Jugend und Volk, Wien u. a. 1989, ISBN 3-224-10713-8.
  2. Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 628.