Rolle (Theater)

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Die Ausgestaltung einer Rolle ist die Aufgabe eines Darstellers in einem Drama. Das ist in der Regel ein Text (oder Verhaltensmuster), der einer Figur zugeordnet ist und von einem Darsteller (Schauspieler, Sänger, Tänzer) gestaltet werden soll. Der Ausdruck wurde mit gleicher Bedeutung von Film und Fernsehen übernommen.

In der Oper sowie dem Ballett spricht man meist von der Partie eines Sängers bzw. Tänzers. Vor allem in der Operette gibt es neben den gesungenen Partien auch Sprechrollen. In jeder Art Theater kennt man außerdem stumme Rollen, die meist Nebenrollen sind. Der Held des Stückes hat die Hauptrolle. Spielt ein Schauspieler mehrere Figuren, spricht man von einer Mehrfachrolle, bei zwei Figuren von einer Doppelrolle. In einer Aufstellung zu Beginn des Stücks (Dramatis personae) sind alle Rollen aufgezählt. Heute entscheidet zumeist der Regisseur über die Rollenbesetzung.

Der Sammelbegriff für gleichartige Rollen nennt sich Rollenfach, darunter gibt es etwa die Charakterrollen. Führt eine Frau eine Männerrolle aus, spricht man von einer Hosenrolle.

Der Begriff der Rolle wird auch auf das tägliche Leben ausgedehnt, dort handelt es sich um soziale Rollen.

Begriffsgeschichte[Bearbeiten]

Der Ausdruck stammt von der Schriftrolle her, die für längere Texte, etwa bei Reden, von der Antike bis in die Neuzeit hinein gebräuchlich war (siehe auch Dirigierrolle). Texte für Schauspieler waren gleichfalls in Rollenform notiert.

Bei ungedruckten Theaterstücken, also den meisten des Repertoires, wurde bis ins 19. Jahrhundert für jeden Schauspieler nur der Text der eigenen Rolle ausgeschrieben – meist mit Stichworten, die den Einsatz bezeichneten. Der Name der Figur stand zusammen mit dem Stücktitel auf dem Deckblatt. Schauspieler konnten selten das ganze Stück lesen, sondern kannten nur ihre Rolle. Dies geschah nicht nur aus arbeitsökonomischen Gründen, sondern verhinderte auch, dass das Stück in Umlauf kam und von anderen Theatertruppen nachgespielt werden konnte.

Siehe auch[Bearbeiten]