Doppelrolle

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Unter einer Doppelrolle versteht man die Darstellung zweier Figuren durch den gleichen Schauspieler.

Erklärung[Bearbeiten]

Richard Mansfield in der Doppelrolle als Jekyll und Hyde

Doppelrollen sind auf der Bühne sowie in Film und Fernsehen möglich. Die Handlung dreht sich meist um Zwillinge wie in Das doppelte Lottchen oder um ähnlich aussehende Personen wie in Der Gefangene von Zenda und Der Prinz und der Bettelknabe.

Neben diesen Literaturverfilmungen kommt diese Darstellungsform vor allem in Komödien vor. Dem Schauspieler wird dort die Gelegenheit geboten, sein Können in gegensätzlichen Rollen zu beweisen. Treten die verkörperten Figuren gleichzeitig auf, so sind spezielle Kameraeinstellungen und Spezialeffekte erforderlich.

Als Sonderform gilt, wenn ein Schauspieler einen Charakter in verschiedenen Lebensabschnitten darstellt oder in zwei verschiedenen Wesenszuständen zeigt.

Gründe[Bearbeiten]

Das Deutsche Theater-Lexikon von 1889 entwirft für das Stichwort Doppel-Rollen-Spiel drei verschiedenen Szenarien. Einmal „bei vom Dichter gezeichneten Doppel-Charakteren, d.h. solchen, welche außer ihrem Grundcharakter, um Zuschauer oder Mitspieler zu täuschen“ einen zweiten, dritten Charakter nach Vorgaben des Dichters darzustellen haben. Zweitens muss ein Schauspieler aus Personalmangel mehrere Personen verkörpern und zuletzt aus „Kunststückliebhaberei“ oder Geltungsbedürfnis, „um Aufsehen zu erregen, spielen oft ohne Noth in einem und demselben Stücke Schauspieler mehrere, für sich bestehende, große Rollen“.[1]

Filmdarsteller mit Doppelrollen (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gerald Bär: Das Motiv des Doppelgängers als Spaltungsphantasie in der Literatur und im deutschen Stummfilm, Verlag Rodopi, 2005, ISBN 9042018747, Seite 178