Ronald Ridenhour

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Ronald Ridenhour (* 1946; † 10. Mai 1998 in New Orleans) war ein Journalist, der eine entscheidende Rolle bei der Aufklärung des während des Vietnamkrieges von den Streitkräften der Vereinigten Staaten verübten Massaker von My Lai spielte, bei dem 503 vietnamesische Zivilisten ermordet wurden.

Ridenhour, selbst GI, ging Dezember 1967 nach Vietnam, war jedoch nicht an dem Vorfall beteiligt. Drei Monate zuvor hatte er auf Hawaii als Mitglied der Aufklärungseinheit 'Long Range Reconnaissance Patrol', einer Einheit der 11. Infanterie-Brigade, trainiert. Teile dieser Einheit wurden in Vietnam der Charlie-Kompanie, einer Einheit unter Führung von Lt. William Calley angliedert. Monate nach dem Massaker erfuhr Ridenhour erstmals von einem Freund, der in der Charlie-Kompanie diente, von dem Vorfall, vier weitere Augenzeugenberichte sollten folgen. Von dem Berichten schockiert, begann er in Eigeninitiative eine einjährige Untersuchung, in welcher er fand, dass die Beschuldigungen von vielen weiteren Soldaten bestätigt wurden. Im März 1969, zu diesem Zeitpunkt 22 Jahre alt, entschied sich Ronald Ridenhour, die amerikanischen Behörden zu informieren. Er schrieb einen Brief an seinen Kongressabgeordneten Morris Udall und schickte Kopien an 30 weitere bekannte Amtsträger, unter anderem an Richard Nixon. Ende April übergab General Westmoreland, damaliger 'Army Chief of Staff' den Fall an den 'Inspector General for Investigation'. Die Ermittlungen führten zu mehreren Verurteilungen gegen an dem Massaker Beteiligte, insbesondere William Calley, welcher aber wenig später von Nixon wieder begnadigt wurde.

Ridenhour starb 1998 im Alter von 52 Jahren an einem Herzinfarkt.

Seit dem Jahr 2004 werden die nach ihm benannten The Ridenhour Prizes verliehen.

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