Roter Muskateller

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Roter Muskateller
Synonyme siehe Abschnitt Synonyme
Roter Muskateller
Art Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)
Beerenfarbe weiß
Herkunft unbekannt - wahrscheinlich aus Italien oder Griechenland stammend
bekannt seit Zählt zu den ältesten Rebsorten überhaupt und liegt in zahlreichen Typen vor.
Abstammung

Mutation von
Gelben Muskateller

Liste von Rebsorten

Roter Muskateller ist eine weiße Rebsorte mit starkem Muskatbouquet, die als Mutation aus dem Gelben Muskateller entstand. Die Beere ist mittelgroß und von rötlicher Farbe. Außer der Beerenfarbe sind alle anderen Eigenschaften der beiden Sorten identisch.

In Deutschland ist sie zwar in allen Anbaugebieten zugelassen, konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Kleine Bestände sind auch in Österreich [1], Frankreich (316 Hektar, Stand 2007 [2], [3]) und Griechenland bekannt. In schlechten Jahren ist die Säure zu kernig und das Bukett sehr aufdringlich. In solchen Fällen eignet sich der Wein hervorragend zum Verschnitt mit Riesling, Silvaner oder Weißburgunder.

Im Allgemeinen ist der Wein leicht und durch ein kräftiges Muskatbukett gekennzeichnet. Die Rebsorte ist auch als Tafeltraube sehr gut geeignet.

Siehe auch die Artikel Weinbau in Deutschland, Weinbau in Frankreich, Weinbau in Griechenland und Weinbau in Österreich sowie die Liste der Rebsorten.

Ampelographische Sortenmerkmale[Bearbeiten]

In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:

  • Die Triebspitze ist offen. Sie ist leicht wollig behaart mit leicht rötlich-bronzefarbenem Anflug. Die bronzefarbenen Jungblätter sind schwach behaart und glänzend.
  • Die mittelgroßen, dicken Blätter sind rundlich (meist länger als breit), fünflappig und deutlich gebuchtet. Die Stielbucht ist V-förmig offen. Das Blatt ist spitz gesägt. Die Zähne sind im Vergleich der Rebsorten mittelgroß. Die Blattoberfläche (auch Spreite genannt) ist leicht blasig .
  • Die walzenförmige Traube ist kaum geschultert, groß, lang und mittel dichtbeerig. Die rundlichen bis leicht länglichen Beeren sind mittelgroß und von leicht rötlicher Farbe. Die Schale der Beere ist dick. Das Aroma der saftigen Beere ist fein und verfügt über ein aromatisches Bukett mit ausgeprägtem Muskatgeschmack.

Im Falle einer Infektion mit der durch Fadenwürmer übertragenen Reisigkrankheit ist der Ernteausfall stärker als im Mittel verglichen mit anderen Rebsorten. [4]

Synonyme[Bearbeiten]

Die Rebsorte Roter Muskateller ist auch unter den Namen Brauner Muskateller, Brown Frontignac, Brown muscat, Busuioaca roza, Grauer Muskateller, Grizzly Frontignan, Kümmeltraube, Moscado rosso, Moscatel menudo morado, Moscatella rubra, Moscato rosso de Madera, Moscodel menudo morado, Muscat brun, Muscat corail, Muscat d'Alsace rouge, Muscat de corail, Muscat Frontignan rouge, Muscat gris, Muscat rouge, Muscat rouge à petits grains, Muscat rouge de Frontignan, Muscat gris, Muscat rouge, Muscat brun, Muscat de corail, Muscat violet, Moscato rosso, Muskat Frontinyanskii, Muskat Kalyaba, Muskat Krasnyi, Muskat Rozovyi, Muskateller grau, Muskateller rot, Piros Muskotaly, Red Frontignan, Red Muscadel, Schmeckende Roth, Tamaîiosa de Bohotin, Violetter Muskateller und Weihrauch roth bekannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Quelle: Statistik Austria, Weingartengrunderhebung 2009. vgl. Rebsortenverzeichnis
  2. LES CEPAGES NOIRS DANS LE VIGNOBLE (PDF), Statistik zu roten Rebsorten je Großregion, Teil 1, Veröffentlichung des OFFICE NATIONAL INTERPROFESSIONNEL DES FRUITS, DES LEGUMES, DES VINS ET DE L’HORTICULTURE – kurz ONIVINS, Stand 2008
  3. LES CEPAGES NOIRS DANS LE VIGNOBLE (PDF), Statistik zu roten Rebsorten je Großregion, Teil 2, Veröffentlichung des OFFICE NATIONAL INTERPROFESSIONNEL DES FRUITS, DES LEGUMES, DES VINS ET DE L’HORTICULTURE – kurz ONIVINS, Stand 2008
  4. Farbatlas Krankheiten, Schädlinge und Nützlinge an der Weinrebe, von Horst Dietrich Mohr, erschienen im Eugen Ulmer Verlag

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. 1. Auflage. Hachette Livre, 2000, ISBN 2-0123633-18.
  •  Jancis Robinson: Das Oxford Weinlexikon, 3. überarbeitete Ausgabe. 1. Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München, 2007, ISBN 978-3-8338-0691-9.
  •  Walter Hillebrand, Heinz Lott und Franz Pfaff: Taschenbuch der Rebsorten. 13. Auflage. Fachverlag Fraund, Mainz, 2003, ISBN 3-921156-53-x.
  • Ferdinand Regner: Verzeichnis der österreichischen Qualitätsweinrebsorten und deren Klone, 2008, LFZ Klosterneuburg