Sabiren

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Die Sabiren waren ein spätantikes Volk, das in der Kaspische Senke vor der Ankunft der Awaren siedelte.

Hintergrund[Bearbeiten]

In der nördlichen Schwarzmeerregion siedelten Sabiren, Saraguren und Onoguren. Die Stämme der Oguren ließen sich im nördlichen Kaukasus nieder. Die Awaren zogen um das Jahr 552 aus ihrer Heimat in Richtung Westen, wo sie zunächst durch den Kaukasus kamen und dann auf die Sabiren am Schwarzen Meer stießen. Sie hatten ein Bündnis mit den Byzantinern geschlossen und führten Kriege gegen die Oguern und Sabiren.[1]

Die Sabiren waren teils mit den persischen Sassaniden, teils mit den Oströmern alliiert. In der Mitte des 6. Jahrhunderts lebten die Sabiren vermutlich nördlich des Kaukasus, wohin sie vor den Awaren geflohen waren. Sie waren in den Jahren 515 und 548 in Armenien eingefallen. Ihr Reich erstreckte sich zu dieser Zeit wohl auf Gebiete zwischen dem Kaspischen Meer und Kuban bis zu den Kolchern und bis zum Pass von Darial im Vorgebirge des Kailas.[2] In den 570er Jahren erleiden sie eine Niederlage gegen die Oströmer und werden teils umgesiedelt. Kurz darauf wurden die Reste der Sabiren wohl zunächst von den Awaren erobert und danach von den Kök-Türken. Sie verschwanden jedenfalls aus den byzantinischen Geschichtsaufzeichnungen. In armenischen und arabischen Quellen werden jedoch Sevordik und Savardija erwähnt, die mit den Sabiren identisch sein dürften.

Byzantinische Dokumente bezeichnen die Sabiren gewöhnlich als Sabiroi. Der byzantinische Kaiser Konstantin VII. jedoch schreibt in seiner Administrando imperio, dass eine ungarische Delegation, die seinen Hof im 10. Jahrhundert besuchte, ihm berichtete, dass die Tourkoi (der byzantinische Name der Magyaren) gewöhnlich „sabartoi asphaloi“ (im Allgemeinen wird dies mit starken / standhaften / verlässliche Sabiren übersetzt) genannt werden würden.[3] Außerdem würden sie nach wie vor regelmäßig Gesandtschaften zu denen schicken, die im Kaukasus nahe der persischen Grenze zurückgeblieben waren.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Serafim Keropovič Patkanov: Ueber das Volk der Sabiren. in: Revue Orientale. 1908, OCLC 459157479, S. 258–277.
  • Burchard Brentjes, L. Bretanizki, B. Weimarn: Die Kunst Aserbaidshans vom 4. bis zum 18. Jahrhundert. Koehler & Ameling, Leipzig 1988, ISBN 3-733-80042-7, S. 11.
  • Burchard Brentjes: Die Ahnen Dschingis-Chans. Dt. Verlag der Wissenschaft, Berlin 1988, ISBN 3-326-00150-9, S. 111.
  • Walter Pohl: Die Awaren. Ein Steppenvolk in Mitteleuropa 567–822 n. Chr. 2. Auflage. Beck, München 2002, ISBN 3-406-48969-9, S. 24ff.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kurzer Abriss der türkischen Geschichte einschließlich der Erwähnung der Sabiren (deutsch) (Version vom 2. Mai 2003 im Internet Archive)
  2. Walter Pohl: Die Awaren. Ein Steppenvolk im Mitteleuropa, 567–822 n. Chr. Beck, München 1988, ISBN 3-406-33330-3, S. 39. (online)
  3. Mark Whittow: The making of Byzantium, 600–1025. University of California Press, Berkeley 1996, OCLC 33361212, S. 237. (online)
  4. De Administrando Imperio