Sahul

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Dieser Artikel behandelt eine Landmasse während der letzten Eiszeit. Für den ukrainischen Dichter und Übersetzer siehe Dmytro Sahul.
Sahul während der Eiszeit im Vergleich zu den heutigen Küstenlinien

Als Sahul oder Meganesia wird die zusammenhängende Landmasse bezeichnet, die während der letzten Eiszeit aus Australien, der nördlich gelegenen Insel Neuguinea mit den Aru-Inseln, großen Teilen der Arafurasee sowie der südlich gelegenen Insel Tasmanien bestand. Die heutige Isolierung der Inseln vom australischen Festland vollzog sich am Ende der letzten Eiszeit, als der Meeresspiegel aufgrund der schmelzenden Inlandeismassen der Polargebiete um mehr als hundert Meter anstieg. Dagegen waren Sunda und Sahul nie durch eine Landbrücke verbunden.

Die dadurch neu entstandene Meerenge zwischen der zum australischen Bundesstaat Queensland gehörenden Kap-York-Halbinsel und Neuguinea heißt Torres-Straße und ist 140 Kilometer breit. Die Bass-Straße zwischen der Insel Tasmanien und dem australischen Kontinent ist zirka 250 km breit und hat eine durchschnittliche Wassertiefe von etwa 90 m. Die Überflutung der Torres-Straße erfolgte vor etwa 8.000 Jahren und die der Bass-Straße vor etwa 12.000 Jahren. Der Meeresspiegel stieg bis vor etwa 6.000 Jahren auf das heutige Niveau.

Diese Trennung von Sunda und Sahul spiegelt sich auch in der heutigen unterschiedlichen Fauna beider Regionen wider, deren Abgrenzungen voneinander durch die Weber-, die Wallace- und die Lydekker-Linie beschrieben werden. Im Gegensatz dazu ist die Fauna auf den heute isolierten Inseln innerhalb der ehemaligen Sahul-Region sehr ähnlich. So kommen Beuteltiere auf Neuguinea, Tasmanien und Australien sowie einigen westlich vorgelagerten Inseln bis nach Sulawesi vor und einige Arten von Regenbogenfischen sowohl im Norden Australiens als auch im Süden Neuguineas.

Besiedlung[Bearbeiten]

Die früheste Besiedlungsphase Sahuls wird zwischen 50.000 und 60.000 Jahren v. Chr. angesetzt. Eine Route lässt sich nicht rekonstruieren, da die vorhandenen Datierungen in Neuguinea und Australien fast alle deutlich älter sind als die südostasiatischen. Momentan ist weitgehend akzeptiert, dass Sahul um 35.000 v. Chr. besiedelt war [1]. Menschen hatten vor fast 50.000 Jahren das Hochland von Neuguinea erreicht, und vor mehr als 40.000 Jahren die gemäßigten Wälder im Südwesten des Kontinents. Etwa 5.000 Jahre später finden sich Siedlungsspuren im trockenen und heißen Zentrum wie auch in Felsüberhängen in den Bergen Tasmaniens. Die unterschiedlichen Lebensräume wurden mit einer Steintechnologie erobert, die während des gesamten Pleistozäns keine standardisierten Formen zeigt.

Literatur[Bearbeiten]

  • J. Allen, Jack Golson, Rhys Jones (Hrsg.): Sunda and Sahul. London: Academic Press. 1977

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Irina Pugach, Frederick Delfin, Ellen Gunnarsdóttir, Manfred Kayser und Mark Stoneking: Genome-wide data substantiate Holocene gene flow from India to Australia. PNAS 2013, doi:10.1073/pnas.1211927110