Torres-Straße

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Torres-Straße
Verbindet Gewässer Arafurasee
mit Gewässer Korallenmeer
Trennt Landmasse Neuguinea
von Landmasse Kap-York-Halbinsel (Australien)
Daten

Geographische Lage

9° 53′ S, 142° 35′ O-9.8833333333333142.58333333333Koordinaten: 9° 53′ S, 142° 35′ O
Torres-Straße (Australien)
Torres-Straße
Geringste Breite 185 km
Küstenorte Somerset
Inseln Torres-Strait-Inseln
Karte der Torres Strait mit Inseln
Karte der Torres Strait mit Inseln
Karte der Torres-Straße

Die Torres-Straße (auch Straße von Torres; Englisch: Torres Strait) ist eine etwa 185 km breite aber nur maximal 12 m tiefe Meerenge zwischen der nordostaustralischen Halbinsel Cape York und der Südküste von Neuguinea, genauer der Western Province des Staates Papua-Neuguinea.

Westlich der Torres-Straße liegt der Golf von Carpentaria, der selbst nur Tiefen bis zu 53 Metern erreicht.

Die Torres-Straße ist mit Korallenriffen, Klippen, Sandbänken und Inseln übersät. Außer den Riffen wird der östliche und westliche Eingang in die Meeresstraße derart durch Klippen versperrt, dass nur schmale Durchfahrten übrig bleiben. Auf der Ostseite liegt das Great Barrier Reef. An den westlichen Eingängen, aus dem Golf von Carpentaria und der Arafurasee, liegt die Endeavour-Straße. Sicherer ist der 1803 von Matthew Flinders entdeckte Kanal nördlich der Prince-of-Wales-Insel.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1606 wurde die Meeresstraße vom Spanier Luiz Váez de Torres entdeckt. Seine gesammelten Berichte wurden lange Zeit von den spanischen Kolonialherren geheim gehalten, bis die Engländer nach der Eroberung Manilas 1762 diese erbeuteten. Der schottische Geograph Alexander Dalrymple erkannte die Bedeutung der Dokumente und veröffentlichte Torres’ Entdeckung in seinem Werk über die Südseeerkundungen.[1]

Sechs Monate vor Torres kreuzte der Niederländer Willem Jansz mit seinem Schiff Duyfken in den Gewässern westlich der Torresstraße. Er glaubte aber, dass die Gebiete in Australien, wo er gelandet war, zu Neuguinea gehörten.[2] Als Nächster erkundete Jan Carstenszoon 1623 die Gewässer westlich der Torres-Straße. Seine Aufgabe war es, Jansz’ Berichte zu bestätigen. Die Durchfahrt durch die Passage gelang ihm nicht. Die Niederländische Ostindien-Kompanie beauftragte 1644 Abel Tasman mit einer weiteren Expedition, um die Frage zu klären, ob Neuguinea und Australien eine zusammenhängende Landmasse bildeten. Tasman schaffte es wie seine Landsleute nicht, die Meeresenge zu passieren. Für über ein Jahrhundert blieb die Frage ungeklärt. Erst Dalrymples Veröffentlichung ermöglichte es James Cook, im Rahmen seiner ersten Südseereise die Suche nach einer Durchfahrt genau zu planen. Er passierte 1770 die Torres-Straße im südlichen Teil und taufte die Meerenge nach seinem eigenen Schiff Endeavour-Straße.

Die Passage der Torres-Straße galt noch Ende des 19. Jahrhunderts als so schwierig, dass Versicherungsgesellschaften passierende Schiffe von allen Versicherungsleistungen ausschlossen.[3]

Torres-Strait-Inseln[Bearbeiten]

Hauptartikel: Torres-Strait-Inseln

Die Inseln in der Torres-Straße gehören größtenteils zum australischen Bundesstaat Queensland. Sie erstrecken sich über ein Gebiet von etwa 48.000 Quadratkilometern. Von den ca. 270 Inseln sind nur 17 bewohnt. Die Ureinwohner, die Torres-Strait-Insulaner, stammten von den Melanesiern ab, die die Inselgruppe vor etwa 5.000 Jahren von Papua-Neuguinea aus besiedelten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Torres Strait – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Australian Dictonary of Biography: Alexander Dalrymple
  2. Gesa Gottschalk: Die rätselhafte Küste, in: GEO Epoche Nr. 36: Australien, Gruner + Jahr, Hamburg 2009, ISBN 978-3-570-19877-3
  3. Brockhaus 14. A., Bd. 15, Stichwort Torresstraße