Samuel Chappuzeau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

mini|250px|Titelblatt des Dramas Lyon dans son lustre

Samuel Chappuzeau (* 16. Juni 1625 in Paris; † 31. August 1701 in Celle) war ein reformierter Reisender, Arzt, Schriftsteller und Lehrer aus Frankreich.

Er entstammte einer adeligen Familie aus dem Poitou und studierte in Châtillon-sur-Loing (heute Châtillon-Coligny, Département Loiret). Nachdem ihn die Ehemänner seiner Schwestern um das elterliche Erbe betrügen, verlässt er Frankreich. Als Wirtschaftsflüchtling besteigt er in Le Havre ein Schiff und reist 1648 in die Niederlande. In Den Haag lebt er bei Freunden, unter Ihnen damals führende Wissenschaftler wie Johann Amos Comenius, Claudius Salmasius oder auch Constantijn Huygens.

Von 1649 bis 1651 verbringt er zwei Jahre am Hof der Landgräfin Amalie Elisabeth, wo er als Hofprediger arbeitet. Als diese im Jahr 1651 stirbt, muss Chappuzeau den Hof auf der Suche nach einem neuen Auskommen verlassen. Zu diesem Zeitpunkt trifft er die Entscheidung, sich fortan als Schriftsteller zu verdingen, nachdem er bereits 1650 sein erstes Buch veröffentlicht hatte.

1656 kehrt er nach Amsterdam zurück, wo sein zweiter Sohn Christophe geboren wird. Im Herbst 1659 wird er Hauslehrer des späteren Königs Wilhelm III. von England, doch mit dem Tod von Williams Mutter endet diese Anstellung schon 1661 und Chappuzeau muss erneut weiterziehen.

Nach dem Tod seiner ersten Frau 1662 heiratet Chappuzeau noch im gleichen Jahr erneut und lebt bis 1672 in Genf, dem Geburtsort seiner Frau. 1666 erwirbt er das Genfer Bürgerrecht, was für Protestanten damals eine Seltenheit und Ehre war. Es folgen ausgedehnte Reisen, auf denen er Informationen für seine schriftstellerische Tätigkeit sammelt. In erster Linie handelt es sich um Berichte über die Höfe der Zeit, über die Chappuzeau schmeichelhaft berichtet. Aufgrund einer dieser Schriften verliert er 1671 seine Genfer Bürgerrechte und muss ins Exil gehen, das er z.T. in Lyon und Basel verbringt.

1679 darf er schließlich wieder nach Genf zurückkehren, doch drei Jahre später, 1682 zieht es ihn nach Celle, wo er die letzten 20 Jahre seines Leben als Hofpagenmeister von Herzog Georg Wilhelm verbringt. In dieser Zeit arbeitet er an einem nicht fertiggestellten Lexikon und hielt Kontakt zu Gelehrten wie Pierre Bayle und Gottfried Leibniz. Des Weiteren verfasst er zahlreiche Reisebeschreibungen seiner Aufenthalte in England, den Niederlanden, der Schweiz, in Deutschland und in Italien. Sein Werk Le théâtre français (1674) gilt als bedeutendste Kulturgeschichte des französischen Theaters im 17. Jahrhundert.

Werke[Bearbeiten]

  • Lyon dans son lustre (geographical, 1656)
  • Le cercle des femmes (comedy, 1656)
  • Genève délivrée (drama, 1662)
  • L'Europe vivante (1669)
  • L'Allemagne protestante : ou relation nouv. d'un voyage aux cours des Electeurs et des Prince Protestants de l'Empire en 1669, Geneva 1671

Literatur[Bearbeiten]

Links[Bearbeiten]