Santa Claus Conquers the Martians

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Originaltitel Santa Claus Conquers the Martians
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1964
Länge 81 Minuten
Stab
Regie Nicholas Webster
Drehbuch Glenville Mareth
Produktion Paul L. Jacobson
Musik Milton Delugg
Kamera David L. Quaid
Schnitt William Henry
Besetzung

Santa Claus Conquers the Martians (Dt.: Santa Claus bezwingt die Marsianer) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film von Nicholas Webster aus dem Jahr 1964. Der Kinderfilm, in dem Santa Claus von Marsmenschen entführt wird, gilt bei Kritikern als einer der schlechtesten Weihnachtsfilme aller Zeiten.

Handlung[Bearbeiten]

New York City, Anfang Dezember: Der Kindersender KID TV bringt einen Bericht ihres Korrespondenten Andy Henderson, der Santa Claus am Nordpol in seiner Weihnachtswerkstatt besucht. Nicht nur die New Yorker sehen diesen Beitrag, sondern auch die Kinder auf dem Mars, die regelmäßig Erdensender schauen. Seit einiger Zeit verhalten sich die Marskinder merkwürdig, essen nichts und schlafen kaum, sehen dafür aber viel Erdfernsehen. Der Herrscher des Mars’ Kimar sorgt sich, zumal auch seine beiden eigenen Kinder Bomar und Girmar diese Symptome zeigen. Mit Marsianern aus seinem Befehlsstab begibt er sich zum weisen Alten Chochem, um Rat zu holen. Chochem ist viele Hundert Jahre alt und weiß, dass wenn auf dem Mars Septober [sic] ist, auf der Erde das Weihnachtsfest naht. Er erklärt Kimar, dass die Marskinder nie richtige Kinder waren, sondern nur als Erwachsene in einem Kinderkörper leben. In ihnen wird Wissen gespeichert, bevor sie zu laufen anfangen. Die Marskinder müssen lernen, wieder Kind zu sein, zu spielen und zu lachen – auf dem Mars fehlt Santa Claus.

Kimar beschließt, zur Erde zu fliegen und Santa Claus auf den Mars zu holen. Mit seiner Meinung setzt er sich auch gegen den finsteren Voldar durch, der weder Spielzeug noch Kinder auf dem Mars haben will. Die Marsianer fliegen mit ihrem Raumschiff zur Erde. Sie werden über New York auf dem Radar gesichtet und die US Air Force wird alarmiert. Die Marsianer verschwinden jedoch durch eine Sondervorrichtung vom Radarschirm. Sie landen mit ihrem Raumschiff an einem Wald, wo sie auf die Geschwister Billy und Betty treffen. Die Kinder verraten den Marsmenschen, dass Santa Claus auf dem Nordpol lebt. Damit beide ihre Landung nicht verraten, nehmen die Marsianer die Kinder mit. Der ungeschickte und freundliche Marsianer Dropo soll auf sie aufpassen. Billy und Betty entkommen nach der Landung auf dem Nordpol und wollen Santa Claus warnen, werden jedoch von Kimars Roboter Torg gefangen genommen, nachdem sie einem Eisbären und einem Mordversuch Voldars entkommen waren. Wenig später entführen die Marsianer Santa Claus. An Bord des Raumschiffs wird er zusammen mit Billy und Betty in eine Zelle gesperrt, erzählt den Kindern Geschichten aus seinem Leben als Weihnachtsmann und erfreut die Besatzung mit seinen Späßen. Voldar versucht die drei über die Druckluftschleuse ins All zu schießen, scheitert jedoch. Es kommt zum Zweikampf zwischen Kimar und Voldar, in dessen Folge Voldar gefangen genommen wird. Bei der Landung auf dem Mars entpuppt sich der gefangene Voldar jedoch als Dropo. Voldar selbst ist geflohen.

Santa Claus, Billy und Betty werden als Gäste bei Kimar, seiner Frau Momar und den beiden Kindern Bomar und Girmar untergebracht. Innerhalb kürzester Zeit bringt Santa Claus Bomar und Girmar zum Lachen. Nach einiger Zeit fertigen Santa Claus und die Kinder Spielzeug in einer Fabrik. Aus allen Ecken des Mars erhält Santa Claus Wünsche, die er durch Knopfdruck erfüllt. Ihn langweilt die Aufgabe bald. Von Momar erhält er einen Ersatz-Santa-Claus-Anzug, den Dropo zu gerne anprobieren würde. Heimlich verkleidet er sich nach Dienstschluss als Santa Claus und begibt sich in die Spielzeugfabrik, wo er von Voldar und seinen Mitstreitern Stobo und Shim gefangen genommen wird. Sie wollten den echten Santa Claus entführen und dessen Rücksendung auf die Erde erzwingen. Kimar erkennt unterdessen, dass Billy und Betty inzwischen genauso teilnahmslos geworden sind wie seine eigenen Kinder früher. Momar erklärt ihm, dass beide Heimweh haben und nach Haus zurückgebracht werden sollten. Am nächsten Morgen wird deutlich, dass Dropo und das Santa-Claus-Ersatzkostüm verschwunden sind. Die Fabrik wiederum produziert fehlerhaftes Spielzeug, weil Voldar die Mechanik zerstört hat. Die Kinder und Santa Claus rufen Kimar zu Hilfe. Voldar und Stobo erscheinen kurz darauf in der Fabrik und wollen Kimar erpressen, sehen aber Santa Claus in der Fabrik und sind verwirrt. Kimar nimmt beide gefangen, wird jedoch von ihnen überwältigt. Billy und Betty organisieren die Verteidigung und beschießen Voldar mit Spielzeugwaffen, als er in den Produktionsraum eindringt. Am Ende kann Kimar Stobo besiegen und auch Voldar überwältigen. Dropo ist seinem Bewacher Shim entkommen und ist erfreut über seine gelungene Maskerade. Die Marsianer wissen nun, dass sie in Dropo ihren eigenen Santa Claus gefunden haben. Der echte Santa Claus kehrt mit Billy und Betty auf die Erde zurück – gerade rechtzeitig zum Weihnachtsfest.

Produktion[Bearbeiten]

Santa Claus Conquers the Martians beruht auf einer Geschichte von Paul L. Jacobson, der zudem als Produzent des Films fungierte. Für den Film hatte Jacobson seine eigene Produktionsgesellschaft Jalor Productions gegründet. Das Budget von Santa Claus Conquers the Martians betrug 200.000 Dollar.[1] Es war der einzige Film, den Jacobson produzierte. Regisseur Nicholas Webster hatte zuvor lediglich bei einem Spielfilm Regie geführt, der auf einem Theaterstück beruhte.

Die Dreharbeiten fanden in den Michael Myerberg Studios in New York City statt. Der Film verwendet Originalaufnahmen unter anderem von der US Air Force. Die Kostüme schuf Ramsey Mostoller, die Filmbauten stammen von Maurice Gordon. Die Filmmusik schrieb Milton Delugg, der Titelsong Hooray for Santa Claus stammt von Roy Alfred und Milton Delugg. Der Film erlebte am 14. November 1964 in Chicago seine Premiere.[2] Mitte Dezember lief er in den Kinos in New York City an.[3] Eine Auswertung auf dem deutschen Markt fand nicht statt. Es war das Filmdebüt der damals zehnjährigen Pia Zadora.

Rezeption[Bearbeiten]

Howard Thompson von der New York Times schrieb 1964, dass Jacobsons sparsame Produktion, Websters Regie und das durchschnittliche Spiel der Darsteller den Film wie eine Kinderfernsehsendung wirken lassen, die für die Kinoleinwand vergrößert wurde.[4] Die katholische Filmkritik nannte Santa Claus Conquers the Martians „dummes Geschwätz“ („silly twaddle“) und einen „Low-Budget-Flop, der von unsinniger Sentimentalität überflutet“ werde.[5]

Santa Claus Conquers the Martians wurde 1984 von Harry Medved und Randy Dreyfuss in ihr Buch The 50 Worst Films of All Time aufgenommen. Time Out London nannte den Film „einen langlebigen Nach-Mitternacht-Kultstreifen“ und einen „urkomisch schlechten Science-Fiction-Versuch“[6] Atlantic Weekly Daily listete ihn 2011 hinter Star Wars Holiday Special und vor Santa Claus mit Muckis auf Platz 2 der schlechtesten Weihnachtsfilme aller Zeiten.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. John M. Miller: Santa Claus Conquers the Martians (1964), tcm.com
  2. Vgl. Santa Claus Conquers the Martians auf Turner Classic Movies
  3. Howard Thompson: Santa Claus Conquers the Martians (1964). In: New York Times, 17. Dezember 1964.
  4. „Mr. Jacobson's economical production and Nicholas Webster's direction, not to mention the very broad acting, make the picture seem like a children's television show enlarged on movie house screens.“ Vgl. Howard Thompson: Santa Claus Conquers the Martians (1964). New York Times, 17. Dezember 1964.
  5. „Low-budget clunker awash in humbug sentimentality.“ Vgl. Santa Claus Conquers the Martians auf Catholic News Service
  6. „A staple after-midnight cult movie, this hilariously bad stab at sci-fi naturally earned a high position in the book The Fifty Worst Movies of All Time.“ Vgl. CR: Santa Claus Conquers the Martians. timeout.com
  7. ACW’s Weekend Hot Tub Party – Best & Worst Holiday Movies, 2. Dezember 2011