Satellitenstadt

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Eine Satellitenstadt ist eine Stadt, die im Umfeld einer größeren Stadt angesiedelt ist und in höheren zentralörtlichen Funktionen von dieser abhängig ist. Sie ist aber, im Gegensatz zur Trabantenstadt, eigenständig, vor allem, da sie eine ihren arbeitenden Einwohnern gemäße Zahl von Arbeitsplätzen besitzt und über komplette oder wesentliche Teile der Infrastruktur einer Stadt verfügt. Dazu gehören Einkaufszentren, Behörden, Schulen, Krankenhäuser, Nahverkehrsanbindung und Freizeitmöglichkeiten.

Satellitenstädte sind zumeist nicht gewachsen, sondern wurden geplant. Die zentralen Elemente wie Schule, Einkaufszentren, Ärzte u. ä. befinden sich im Gebietskern und sind damit relativ schnell erreichbar.

Die Definition der Begriffe Trabantenstadt und Satellitenstadt ist umstritten, wobei hier der weiter verbreiteten Einteilung gefolgt wird, der auch Burkhard Hofmeister, der Autor des Standardwerkes „Stadtgeographie“, folgt und die international üblicher ist. Rudolf Hillebrecht und Heinz Heineberg, der Autor des Werkes „Grundriß Allgemeine Geographie: Stadtgeographie“, benutzen die beiden Begriffe genau in der umgekehrten Weise.

Anschaulich betrachtet ist eine Satellitenstadt eine vollwertige eigene Kleinstadt im Umfeld einer großen Stadt. Währenddessen ist die Trabantenstadt eher eine Schlafstadt, die morgens in Richtung große Stadt verlassen und in die nach der Arbeit wieder zurückgekehrt wird. Beide sind somit zwar im Umfeld einer größeren Stadt angesiedelt, stellen von der Grundidee her aber unterschiedliche Konzepte dar.

Als positive Variante der Satellitenstadt gilt die Gartenstadt, wobei unterstellt wird, dass Natur im Wohnumfeld des Menschen positiv ist.

Satellitenstädte werden im Englischen als „satellite city“, im Französischen als „cité satellite“, im Spanischen als „barrio satélite" und im Russischen als „gorod sputniki 2. Ordnung“ bezeichnet. In der Sowjetunion wurden viele Städte und Siedlungen in Form von Satellitenstädten errichtet. Zum Teil haben diese einen fließenden Übergang zu den Kernstädten. Auch administrativ wird die Unterscheidung zwischen Kern- und Satellitenstadt durch die Einteilung in Mikrorajons verwischt. So werden als Mikrorajon nicht nur funktional eigenständige Stadtviertel mit eigener Versorgungsinfrastruktur bezeichnet, sondern in vielen Städten der Sowjetunion auch als Ersatz für alte Wohngebiete errichtete Wohnviertel in Großtafelbauweise in unmittelbarer Zentrumslage bzw. -nähe Mikrorajon genannt.

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