Satz vom Igel

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Beispiel für einen "gekämmten Igel" mit einem Pol

Der Satz vom Igel, auch Satz vom gekämmten Igel oder Problem des globalen Windes, ist ein Resultat des mathematischen Teilgebiets der Differentialtopologie. Diese Aussage wird auch Satz von Poincaré-Brouwer genannt, da Luitzen Egbertus Jan Brouwer diesen 1912 mit Hilfe des Satzes von Poincaré bewiesen hat.

Satz vom Igel[Bearbeiten]

Auf einer Sphäre \mathbb{S}^n gibt es genau dann ein tangentiales, stetiges, nirgends verschwindendes Vektorfeld, wenn n ungerade ist.

Insbesondere gibt es ein solches Vektorfeld nicht auf der 2-Sphäre (der Oberfläche der dreidimensionalen Kugel), woraus der folgende Merkspruch folgt:

Jeder stetig gekämmte Igel hat mindestens einen Glatzpunkt.

Ein solcher Glatzpunkt wird auch als „kahle Stelle“ bezeichnet.

Interpretiert man den Satz vom Igel auf im physikalischen Sinne, so kann prinzipiell nicht überall auf der Erde zugleich Wind wehen – es muss auf der Oberfläche eines dreidimensionalen kugelförmigen Planeten immer windstille Stellen geben (daher auch die Bezeichnung: Problem des globalen Windes). Eine ebene Fläche kann dagegen stetig ohne kahle Stellen gekämmt werden; dies gilt ebenso für ein Torus.

Der Satz vom Igel ist eine Illustration des Satzes von Poincaré-Hopf.

Quellen[Bearbeiten]

  • R. Abraham, Jerrold E. Marsden, T. Ratiu: Manifolds, tensor analysis, and applications (= Applied mathematical sciences 75). 2. Auflage. Springer, New York NY u. a. 1988, ISBN 0-387-96790-7.

Weblinks[Bearbeiten]