Scheveninger Variante

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8 a8 b8 c8 d8 e8 f8 g8 h8 8
7 a7 b7 c7 d7 e7 f7 g7 h7 7
6 a6 b6 c6 d6 e6 f6 g6 h6 6
5 a5 b5 c5 d5 e5 f5 g5 h5 5
4 a4 b4 c4 d4 e4 f4 g4 h4 4
3 a3 b3 c3 d3 e3 f3 g3 h3 3
2 a2 b2 c2 d2 e2 f2 g2 h2 2
1 a1 b1 c1 d1 e1 f1 g1 h1 1
a b c d e f g h
Grundstellung der Scheveninger-Variante nach 5. ... e7-e6

Die Scheveninger Variante ist ein System der Sizilianischen Verteidigung, einer Eröffnung im Schachspiel. In den ECO-Codes wird die Scheveninger Variante unter dem Schlüssel B80 klassifiziert.

Sie entsteht nach den Zügen (siehe auch: Schachnotation):

1. e2-e4 c7-c5 2. Sg1-f3 d7-d6 (e7-e6) 3. d2-d4 c5xd4 4. Sf3xd4 Sg8-f6 5. Sb1-c3 e7-e6 (d7-d6)

Charakteristisch ist das „kleine Zentrum“ mit e6 und d6. Schwarz baut sich defensiv auf und sucht das Spiel am Damenflügel über die halboffene c-Linie und gegebenenfalls mit den Bauernzügen a6 und b5, oder er wird nach Entwicklung seiner Figuren im Zentrum aktiv (mit d6-d5 bzw. e6-e5).

Die schärfste Fortsetzung ist der nach dem estnischen Großmeister Paul Keres benannte Keres-Angriff, der mit 6. g2-g4 direkt einen Königsangriff einleitet. Dem Weißen stehen aber auch einige andere, gleichwertige Fortsetzungen zur Verfügung: 6. Lf1-e2, 6. f2-f4, 6. Lc1-e3, 6. Lf1-c4 (Siehe Sosin-Variante), 6. g2-g3 und 6. f2-f3. Letzteres leitet das Muster Le3, Dd2, f3, g4 des Englischen Angriffs ein.

Der klassische Aufbau des Weißen in dieser Variante ist Lf1-e2, 0-0, f2-f4, Kg1-h1 mit der Absicht Dd1-e1-g3. Dabei könnte Sb8-c6 mit Lc1-e3 und a7-a6 mit a2-a4 beantwortet werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Zbigniew Ksieski: Sizilianisch mit d6 und e6. Scheveninger System und Verwandtes. Band A: Mittelspielpraxis. Schachverlag Kania, 1998, ISBN 3-931192-11-3
  • Zbigniew Ksieski: Sizilianisch mit d6 und e6. Scheveninger System und Verwandtes. Band B: Eröffnungspraxis. Schachverlag Kania, 1999, ISBN 3-931192-12-1