Schinkel (Osnabrück)

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Osnabrücker Rad.svg
Schinkel
Stadtteil von Osnabrück
Karte:
Karte
Basisdaten
Fläche: 2,23 km²
Einwohner: 13.308 Stand: 31. Okt. 2009
Bevölkerungsdichte: 5.968 Einwohner/km²
Postleitzahl: 49084
Vorwahlen: 0541
Gliederung
Stadtteilnummer:

10

Schinkel ist ein Stadtteil von Osnabrück und wurde 1332 erstmals urkundlich erwähnt. Er liegt im Osten der Stadt und wurde am 1. April 1914 eingemeindet. Im Schinkel leben ca. 13.300 Menschen.

Der Name Schinkel deutet möglicherweise auf die Schenkelform des heutigen Schinkelberges hin. Genaue Bedeutung und Herkunft der Bezeichnung sind unbekannt. Ziemlich sicher wurde der Stadtteil nicht nach dem preußischen Baumeister Karl Friedrich Schinkel benannt, wie gelegentlich behauptet wird. Im Volksmund und bei den Bewohnern des Stadtteils wird meistens "der" Schinkel gesagt.

Geografie[Bearbeiten]

Die ursprüngliche Gemarkung Schinkel umfasste die heutigen Osnabrücker Stadtteile Schinkel, Schinkel-Ost, Widukindland, den südlichen Teil vom Stadtteil Dodesheide, den westlichen Bereich des jetzigen Stadtteils Darum/Gretesch/Lüstringen und eine nordwestliche Ecke des jetzigen Stadtteils Voxtrup, da in der Stadt Osnabrück die Einteilung der Stadtteilgrenzen nicht anhand der ehemaligen Gemarkungsgrenzen (bzw. ursprünglichen Gemeindegrenze) verläuft.

Neben dem Stadtteil Schinkel gibt es in Osnabrück außerdem den Stadtteil Schinkel-Ost mit rund 3.500 Einwohnern. Auch der Stadtteil Gartlage wird vom Volksmund manchmal zum Schinkel gezählt, obwohl die Gartlage zuvor nie zur Gemarkung Schinkel gehörte.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Pauluskirche
Heilig-Kreuz-Kirche
Gnadenkirche

Im Zweiten Weltkrieg wurden bei britischen Bombenangriffen die meisten Wohnhäuser zerstört. Am 23. Juni 1940 wurde die erste Bombe auf den Stadtteil abgeworfen, Ziel war das Osnabrücker Kupfer- und Drahtwerk. In den Jahren 1939 bis 1945 wurden 65 % aller Werksanlagen zerstört.

Heute ist Schinkel durch die Integration vieler Nationalitäten geprägt. Der Stadtteil verfügt über mehrere Grundschulen und Kindergärten. Es gab eine Stadtbibliothek Schinkel, die aber aufgrund der finanziellen Notlage der Stadt Osnabrück 2010 geschlossen wurde. Der Stadtteil ist auch bei der älteren Bevölkerung sehr beliebt. Im Bereich der Schützenstraße schlägt das Herz des Schinkels, diverse Einkaufsmöglichkeiten für den alltäglichen Bedarf, Apotheken, Ärzte, Bankfilialen haben sich hier niedergelassen. Mittwochs findet immer der Wochenmarkt an der Ebertallee zwischen Heilig Kreuz- und Pauluskirche statt. An der Buerschen Straße sind neue Einrichtungen für ältere Bürger entstanden und auch das Projekt "Junger Schinkel", eine Wohnbebauung mit Reihenhäusern hat dazu geführt, dass sich zahlreiche Familien im Schinkel niedergelassen haben. Die Sportvereine (VfL Osnabrück, SC Türkgücü, VfB Schinkel, Blau-Weiß Schinkel, Sportfreunde Schinkel- Ost), ein Bürgerverein, mehrere Chöre und ein geselliges Leben prägen den Ortsteil. Das großzügige Hallenbad (Schinkelbad) wird stark frequentiert. Außerdem liegt im Stadtteil Schinkel an der Bremer Brücke die Osnatel-Arena, das Stadion des ansässigen VfL Osnabrück.

In Schinkel ist der 1. Osnabrücker Nachbarschaftsverein zuhause.

Es gibt die evangelisch-lutherische Pauluskirche, die katholische Heilig-Kreuz-Kirche und zwei Moscheen (Fatih Camii und Takwa). Die evangelisch-reformierte Gnadenkirche wurde wegen Finanzknappheit bis auf den Glockenturm abgerissen, um einer Kindertagesstätte zu weichen.[1]. Die Kirche wurde 1960 errichtet.

Der Schinkelberg und die Gartlage sind zwei Grüngürtel, die den Bürgern einen Erholungswert bieten. An der Oststraße stehen zwei Bunker, der Ostbunker und ein Rundbunker auf dem Gelände des Bahnausbesserungswerks. Er hieß im Volksmund Otto Bunker, dieser Name ist sogar am Bunker sichtbar.[2]

In früherer Zeit wurde das 1876 in Schinkel errichtete Eisenbahnbetriebswerk im Volksmund mit „Kamerun“ bezeichnet.[3] Das Werk wurde im April 2009 abgerissen, seitdem ist auf dem Gelände ein Lebensmittel- und Bekleidungs-Discounter beheimatet. Schinkel ist ein traditionsreicher Stadtteil mit gewachsenen Wohn- und Gewerbestrukturen welche bis in das vorletzte Jahrhundert zurück belegbar sind. Mieter und Gewerbetreibende leben und arbeiten hier, in Teilen, seit Generationen. Dieses Kulturbild ist in keinem anderen Stadtteil Osnabrücks so sehr ausgeprägt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In der Zeit des Dritten Reichs wirkte in der ev.-luth. Pauluskirche Pastor Richard Karwehl, der sich aus christlicher Überzeugung gegen den Nationalsozialismus wandte und aktiv in der Bekennenden Kirche tätig war. Der Platz vor der Kirche ist nach dem Pastor benannt worden (Richard-Karwehl-Platz).

Harald Wehmeier (* 1953), Journalist und Autor, wurde im Schinkel geboren.

Verkehr[Bearbeiten]

Bis 1958 fuhr in Schinkel die Osnabrücker Straßenbahnlinie 3. Sie führte von der Endstation „Schinkel“ an der Schützenstraße, Ecke Bremer Straße über die Schützenstraße und Buersche Straße in Richtung Neumarkt - Martiniplatz (heute Heinrich-Lübke-Platz, benannt nach dem zweiten Bundespräsidenten Heinrich Lübke) im Stadtteil Weststadt.

Heute wird der Stadtteil jeweils im Zehnminutentakt durch die Buslinien 11/12/13, 71/72, 91/92 mit der nahgelegenen Innenstadt und den umliegenden Stadtteilen verbunden.

Es gibt die Überlegung, eine zusätzliche Bahnstation für regionale Züge vorzusehen im Bereich "Osnabrück,Bremer Brücke, Halle Gartlage",wobei es auch bereits in der Vergangenheit einen Bahnsteig für Sonderfahrten gab. Die Polizei hat im Bürgerforum im Hinblick auf Fußballspiele und Stadionbesucher diese zusätzliche Bahnstation unterstützt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neue Osnabrücker Zeitung, 7. Mai 2011, S. 27
  2. Luftschutz, Bunker und Stollen in Osnabrück
  3. Zeitung Unser Schinkel

52.2791666666678.0805555555556Koordinaten: 52° 17′ N, 8° 5′ O