Schlacht von al-Ubayyid

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Schlacht von al-Ubayyid
Teil von: Mahdiaufstand
Die Armee von Hicks Pascha auf dem Marsch
Die Armee von Hicks Pascha auf dem Marsch
Datum 3. bis 5. November 1883
Ort al-Ubayyid in Sudan
Ausgang Sieg der Mahdisten
Konfliktparteien
Flag of Egypt (1793-1844).svg Ägypten Mahdisten
Befehlshaber
William Hicks Abdallahi ibn Muhammad
Truppenstärke
ca. 11.000 Mann ca. 40.000 Mann
Verluste
ca. 10.000 Tote ca. 500 Tote

In der Schlacht von al-Ubayyid (auch El Obeid) bzw. Schlacht von Shaikân besiegte am 3.–5. November 1883 eine Armee der Mahdisten eine ägyptische Armee unter dem Briten William Hicks Pascha.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

In Sudan, der ab 1821 unter die Herrschaft der osmanischen Vizekönige von Ägypten gekommen war, brach 1881 der Mahdiaufstand aus. Der Mahdi Muhammad Ahmad stellte sich an die Spitze einer Aufstandsbewegung gegen die ägyptische Regierung. Die Wirren in Ägypten im Zuge der Urabi-Bewegung und die Besetzung Ägyptens durch Großbritannien begünstigten die Ausbreitung seiner Idee. Nach der Niederschlagung der Urabi-Bewegung strömten dem Mahdi neue Anhänger zu. Die Streitmacht der Mahdisten wuchs weiter an und konnte schließlich am 19. Januar 1883 nach viermonatiger Belagerung die Provinzhauptstadt El Obeid einnehmen, woraufhin die Regierung des Vizekönigs von Ägypten Tawfiq die Gefahr des Mahdi-Aufstands erkannte. Da die ägyptische Armee nach dem Urabi-Aufstand aber aufgelöst wurde und die neu aufgestellten Truppen unter dem britischen Sirdar (Oberbefehlshaber) Evelyn Wood nur 6.000 Mann stark und kaum einsatzfähig waren, mussten 10.000 Mann der Armee Urabis reaktiviert werden. Im Frühjahr 1883 wurden diese und alle sonst verfügbaren ägyptischen Truppen unter Suliman Pascha entsandt, um El Obeid zurückzuerobern. Stabschef war der britische Oberst Hicks Pascha.

Verlauf[Bearbeiten]

Am 9. September 1883 rückte der inzwischen zum Befehlshaber ernannte Hicks mit 14.000 ägyptischen Soldaten den Nil aufwärts bis nach Duem, wo er eine starke Befestigung errichtete, die er von 2.000 Mann bewachen ließ. Auf dem Vormarsch litt seine Armee unter den ständigen Angriffen der Mahdisten unter Abdallahi ibn Muhammad und dem Wassermangel. Am 1. November näherte er sich von Südwesten der Stadt al-Ubayyid, schlug dort die Vortruppen des Mahdi und teilte daraufhin vorübergehend sein Heer. Überraschend wurde er am 3. November von weit überlegenen Kräften bei Melbejs und Kasgil angegriffen. Es gelang ihm zwar nach blutigem Kampf, das Heer am 4. November wieder zu vereinigen, doch war die Armee von den Wasserstellen abgeschnitten und hatte ihre Munition verbraucht. Als das Heer am 5. November durch ein dichtes Waldtal marschierte, wurde es von den Mahdisten beschossen. Hicks ließ in der Mitte des Tals drei Karrees bilden. Jedes Karree bestand aus einem Regiment und jeweils drei Bataillonen. Gegen 10:30 Uhr begann der Angriff der Mahdisten. Das gesamte Heer wurde vernichtet, moderne Ausrüstung und Waffen einschließlich der 36 Geschütze von den Mahdisten erbeutet, Hicks und der Generalgouverneur Sudans Ala Ed Din Pascha fielen in der Schlacht. Nur etwa 300 Mann überlebten.

Folgen[Bearbeiten]

Der Tod von Hicks Pascha

Durch diesen Sieg stiegen das Ansehen und die militärische Schlagkraft des Mahdi beträchtlich. Der neue Gouverneur Sudans, der Brite Gordon Pascha, versuchte vergeblich, die Ausbreitung der Mahdi-Bewegung zu behindern. Am 26. Januar 1885 eroberten die Mahdisten Khartum, wobei Gordon Pascha getötet wurde. Daraufhin wurden die britischen Truppen aus Sudan, bis auf das Gebiet Suakin, abgezogen. Das Reich der Mahdisten hatte bis 1899 Bestand. Dann wurde Sudan mit dem Feldzug Horatio Herbert Kitcheners von den Briten zurückerobert.

Literatur[Bearbeiten]

  • W. Dennistoun Sword, Henry S. L. Alford: Egyptian Soudan. Its Loss and Recovery. With Records of the Services of the Officers (1896 - 8). Macmillan, London u. a. 1898, (Nachdruck: Naval & Military Press Ltd, Uckfield 2001, ISBN 1-84342-100-3).
  • Wilfried Westphal: Sturm über dem Nil. Der Mahdi-Aufstand. Aus den Anfängen des islamischen Fundamentalismus. Thorbecke, Sigmaringen 1998, ISBN 3-7995-0092-8.
  • Hartwig A. Vogelsberger: Slatin Pascha. zwischen Wüstensand und Königskronen. Styria, Graz u. a. 1992, ISBN 3-222-12113-3.